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Kritik: THE GREEN HORNET [2011]

Mittlerweile ist es ja schon fast so, dass man bei Filmen, will man diese vernünftig sehen, am besten auf die Heimkino-Version wartet, da hier (noch) der ganze 3D-Quatsch entfällt. Bis auf „Avatar“ war die Umsetzung ja bei fast allen anderen Filmen ziemlich Unsinn und nicht mehr als ein Gimmik mit nerviger Brille. Ich glaube, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich jetzt nach der Sichtung von „The Green Hornet“ behaupte: 3D wäre auch bei diesem Film keine Bereicherung. Mir fällt jetzt spontan keine Szene ein, bei der 3D ein wirklicher Mehrwert wäre, außer vielleicht beim Abspann. Ansonsten lässt sich auf die Schnelle festhalten: Mal wieder ein Superheldenfilm, und auch: Mal wieder einer, der sich nicht ernst nimmt und das Genre ein wenig auf die Schippe nimmt. Um es aber vorweg zu sagen: So weit wie „Kick-Ass“ geht die Hornisse nicht, im Vergleich dazu, wenn man beide Filme denn vergleichen will, ist „The Green Hornet“ ein harmloser Spaß, um nicht zu sagen: Ein Witz. Aber: Wirklich vergleichen lassen sich die Filme eigentlich nicht.

Britt Reid übernimmt nach dem Tod seines Vaters nicht nur seinen Zeitungsverlag, sondern auch sein Vermögen und seinen Automechaniker Kato, der sein bester Kumpel wird. Um seinem Leben einen Sinn zu geben, beschließt er, gemeinsam mit dem erfinderischen Kato das Verbrechen in der Stadt zu kämpfen. Hilfreich sind dabei die technischen Spielereien, die Kato in Britts Auto installiert sowie Katos herausragende Kampfkünste. Dem Unterweltboss Chudnofsky ist die Hornisse jedoch mehr und mehr ein Dorn im Auge…


Klingt die Story des Films schon nicht besonders originell, so wurde ich beim Trailer noch in dem Eindruck gestärkt. Die lustige Version von „Iron Man„, so schien es. Ein Film, bei dem es schon witzig ist, wenn jemand beispielsweise vor eine Stange rennt und umfällt, oder sowas in der Art. Und was soll ich sagen: Der Film hat meine Meinung letztendlich nicht geändert. „The Green Hornet“ ist bemüht witzig, nur selten zündet ein Gag mal. Wenn Britt seinen Partner Kato vorstellt mit „Das ist mein Mann!“ weiß ja im Grunde jeder, was gemeint ist, aber um einen Witz daraus zu machen, muss Britt erst mal fünf Minuten verklemmt erklären, dass das nicht schwul gemeint ist, sondern im Sinne von „Geschäftspartner“, als platonischer Freund. Das klingt jetzt hier nicht lustig, ist es im Film auch nicht, und ist aber auch nur ein Beispiel für weitere Witze dieser Art. Überhaupt scheinen homosexuelle Anspielungen sehr beliebt zu sein, sind aber eigentlich nur peinlich. Wie gesagt: Der Film ist nicht komplett unlustig, der Großteil des Witzes bringt aber grademal ein bemühtes Lächeln hervor, wenn überhaupt.

Hatte ich wie gesagt schon so etwas in der Richtung erwartet, so ruhte meine ganze Hoffnung auf den Actionszenen. Diese können jedoch nur mit Abstrichen als gelungen bezeichnet werden. Sicher, technisch ist alles gut, und das Auto der „Green Hornet“ ist schon verdammt cool. Besonders aber beim ersten Kampf, gegen die Drogendealer, will der Kampf Katos nicht mitreißen, besteht die gesamte Action doch wieder aus irgendwelchen Zeitlupen um deutlich zu machen, wie koordiniert und schlagfertig Kato doch ist. Diese Technik nimmt den Kämpfen die ganze Dynamik und hat auch, außer in „Matrix“, keine Daseinsberechtigung in so einem Film, ganz einfach weil ich sowas nicht leiden kann. Außer in „Matrix“. Gott sei Dank besteht nicht die komplette Action aus solchen Szenen, so dass diese, wie eingangs erwähnt, als gelungen bezeichnet werden kann. Es ist laut, ständig explodiert etwas und die Bösen kriegen auf die Fresse – passt schon.

Für eine Komödie nur bedingt lustig, für einen Actionfilm mehr so „okaye“ Action, womit könnte der Film alles rausreißen? Die Charaktere vielleicht, die Figurenkonstellation, ihre Entwicklung. Erwartet man in so einem Film vielleicht nicht unbedingt, aber vielleicht wurde ja der Fokus mehr darauf gelagert, und deswegen kam der Witz zu kurz? Nein, wurde er nicht. Bevor man richtig weiß, wer Britt überhaupt ist, ist auch schon sein Vater tot, er lernt Kato kennen, und mit einer abgewandelten Version von „mit großer Macht entsteht große Verantwortung“ geht es auch schon los gegen die Unterwelt. Dabei ist nie ganz klar, worauf die Freundschaft der beiden beruht, scheinbar nur darauf, dass Kato gut Kaffee kochen kann. Alles kratzt nur an der Oberfläche, Waltz kann sich als Bösesicht irgendwie nicht ins Gedächtnis spielen, man sieht den Leuten bei der Arbeit zu, und wenn der Abspann läuft, hat man das meiste wieder vergessen. Keine der Figuren entwickelt sich großartig, alles plätschert so vor sich hin.

„The Green Hornet“ ist leider das, was der Trailer vermuten ließ: Eine seichte Action-Komödie, die noch schnell auf den Superheldenzug aufspringen wollte, bevor dieser abfährt. Der Film wird sehr schnell in Vergessenheit geraten, ähnlich wie die ganzen „Scream“-Klons, die nach dem Erfolg desselbigen auf den Markt kamen. Das hier irgendwer Namhaftes an dem Film beteiligt war, merkt man ihm erstens nicht an und ist zweitens um so schlimmer, hätte das Ganze doch genauso gut eine ProSieben-Eigenproduktion mit besseren Effekten sein können. Wer einen „Superhelden-Film“ mit nem coolen Auto sehen will, der ist bei „Schwarzer Blitz“ besser aufgehoben.

P.S.: Gut möglich, dass der Film im O-Ton etwas besser ist, da die Synchro gefühlt scheiße ist, erst Recht von Kato. Aber das macht den Kohl dann auch nicht mehr fett.

2 Kommentare

  1. donpozuelo · Juni 24, 2011

    Ja, so sehe ich das auch. Was mich noch viel mehr gestört hat, war die Tatsache, dass man nicht viel von Michel Gondry in diesem Film gespürt hat. Es war einfach nur so ein Action-Filmchen…

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  2. Dos Corazones · Juni 25, 2011

    Ach, der Film hat mich unterhalten, streckenweise sogar gut, mehr wollte ich nicht und mehr habe ich auch nicht erwartet. Ich fands nur schade um Waltz, der sich leider schon für solche Rollen hergibt…

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