Serienkritik: THE BIG BANG THEORY – Season 1

Das Model und die Freaks. Im Vorfeld größtenteils nur Gutes über diese Sitcom gehört, hatte ich bisher noch nicht viel davon gesehen, nur hin und wieder vereinzelte Folgen im Fernsehen. Zu wenig, um mir ein richtiges Urteil bilden zu können, aber genug, um der Serie eine Chance zu geben. Die Prämisse zumindest klang großartig: Vier Nerds, die plötzlich eine junge, attraktive, allerdings „normale“ Nachbarin bekommen – und sich – der eine mehr, der andere weniger oder gar nicht – in sie verlieben. Dies führt selbstverständlich zu Komplikationen, stoßen da doch Welten aneinander. Comics, Superhelden, Halo und die String-Theorie – nicht gerade Dinge, mit denen die einfache Kellnerin Penny ihre Freizeit verbringt, für Sheldon, Leonard, Howard und Raj jedoch die normalsten Dinge der Welt. Gesegnet mit einem hohem IQ, aber geringer Sozialkompetenz fällt es den vieren meistens schwer, sich auf das Niveau Normalsterblicher herabzulassen, anders herum verstehen diese allerdings nur Bahnhof, wenn sie über ihre Hobbies reden. Der Zuschauer im Übrigen auch, wenn man nicht zufällig mehr als nur ein paar physikalische Grundkenntnisse besitzt.

„The Big Bang Theory“ ist so eine Serie, bei der man erst ein paar Folgen gucken muss, um mit ihr warm zu werden. Zu durchgeknallt sind die vier Hauptcharaktere, um von einer Sekunde auf die andere mit ihnen mitzufiebern. Doch wenn diese Hürde erst einmal überwunden ist, wird man gut unterhalten. Wie kann das aber auch anders sein, hat Chuck Lorre doch nicht nur einige Folgen des Klassikers „MASK“ geschrieben (!), sondern war auch für recht lustige Serien wie „Dharma & Greg“ oder „Two and a half men“ verantwortlich. Und wo wir grade dabei sind: Die Musik zu den „Ninja Turtles“ hat er auch geschrieben. Was also kann da schiefgehen? Wie man im Laufe von TBBT merkt: Eigentlich nichts. Die Serie steigert sich im Verlauf deutlich. Ob es nun daran liegt, das man die Charaktere immer besser kennen lernt oder sich das Ensemble besser zusammengefunden hat, kann ich nicht mal sagen, aber es sind grade die letzten Folgen, welche die besten sind, beispielsweise „The Peanut Reaction“ oder „The Tangerine Factor“. Der Teil, in dem Sheldon arbeitslos ist, hat mir hingegen nicht so gut gefallen, da er mir dann doch ein wenig zu überzogen dargestellt wurde, beispielsweise in „The Luminous Fish Effect“ – auch wenn die leuchtenden Goldfische schon cool sind.

Zumindest lässt sich aber festhalten, dass diese erste Staffel viel zu schnell vorbei war und ich am liebsten sofort weiter geguckt hätte. Hier verhielt es sich ähnlich wie bei „Dead like me„: Gerade wenn man sich an die Leute gewöhnt hat und weiter an ihrem Leben teilhaben will, ist es vorbei. Also nicht ihr Leben (obwohl, im Falle von „Dead like me“ ja schon), sondern die Staffel. Um so mehr freue ich mich aber schon darauf, mit der zweiten Staffel wieder einzusteigen, um noch mehr Physiker-Witze eventuell nicht zu verstehen. Bazinga!