Kurzkritik: THE OTHERS [2001]

Man muss ja nicht jeden Film, den fast alle toll finden, auch sofort gucken, nur um dann im Kanon zu sagen: Der ist toll. Manchmal kann man einen Film auch warten lassen, mal gucken, ob ihm das Alter steht. Gefährlich bei der Sache: Wenn andere Leute nicht wissen, das man diesen Film nicht kennt, können sie schon einmal das Ende verraten, und bei manchen Filmen kann das sehr ärgerlich sein. Ich erinner mich da gerne an eine Simpsons-Folge, in der Star Wars geguckt wurde und, ich glaube Homer wars, nach dem Film aus dem Kino kommt und lauthals verkündete, dass er es nie für möglich gehalten hat, dass Darth Vader Lukes Vater ist. Wobei draußen natürlich schon wieder Leute anstanden, um den Film zu sehen. Ähnlich ging es mir da bei The Sixth Sence – hier wurde mir das Ende in einem anderen Film verraten. Ich glaube, es war Scary Movie 2. Oder 3. Egal, worauf ich hinaus will: Ich werde nie erfahren, wie es war, diesen Film das erste mal zu schauen, ohne das überraschende Ende bereits zu kennen. Aber, um die Kurve zu kriegen: bei The Others habe ich entweder gute zehn Jahre lang Glück gehabt oder aber ich hatte mittlerweile die Auflösung vergessen, den vor kurzem habe ich ihn das erste Mal gesehen, was ja gut ist, weil: Der Film ist auch gut, aber auch: Ich kannte das Ende noch nicht, und dann, so finde ich, flasht der Film noch viel mehr.

Nicole Kidman gibt die alleinerziehende Mutter zweier Kinder in einem einsamen Landsitz in England. Ihr Mann im Krieg, die Kinder gegen Tageslicht allergisch, ein Leben in Dunkelheit: Einfach ist das nicht, und dann verschwinden auch noch die Diener von einem Tag auf den anderen. Doch Hilfe naht: Eines Tages klopfen drei neue Bedienstete an die Tür und wollen helfen, was die Dame des Hauses natürlich gerne annimmt. Aber ist es Zufall, dass sie ab jetzt merkwürdige Geräusche im Haus hört und ihre Tochter einen scheinbar imaginären Freund hat? Oder ist dies etwa das Werk von Geistern, die im Haus wohnen?

Man muss natürlich ein Freund des Gruselfilms sein, um diesem Film etwas abgewinnen zu können. Großartige Action sucht man hier vergeblich, knarrende Türen sollten einen Böses ahnen lassen. Wer gleich denkt: „Alte, da knarrt nur ne Tür!“, der sitzt dann manchmal im falschen Film. The Others funktioniert aber zeitweise genau nach diesem Prinzip: Man muss sich ganz einfach mehr einbilden, als tatsächlich passiert, man fragt sich ständig, was Frau Kidmans Rolle für ein Problem hat und zuckt letztendlich wirklich bei jeder Kleinigkeit zusammen. Und während man noch versucht, die Lichtempfindlichkeit der Kinder, den verschollenen Ehemann und das ständige Abschließen der Zimmertüren unter einen Hut zu bringen, wird man von dem Ende um so mehr überrollt. Über dieses sollte man anschließend aber vielleicht nicht weiter nachdenken. Ich fürchte, das würde der inneren Logik des Films nicht gut tun.

7 Kommentare

  1. bullion · März 15, 2011

    Kann ich so unterschreiben. Einer meiner liebsten klassischen Gruselfilme. Bei der Erstsichtung hatte mich das Ende richtig geflasht. Doch auch davor gab es einige wirklich unheimliche Szenen. Zudem ist der Film einfach fantastisch fotografiert!

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  2. Wortman · März 22, 2011

    Ich fand das Ende auch sehr überraschend und gut gemacht. Darauf wäre ich nie gekommen.

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    • Xander · März 22, 2011

      Genau, ich finde es gab auch keine wirklichen Hinweise darauf. Und trotzdem wirkte es nicht aufgesetzt!

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