Kritik: TRON LEGACY 3D [2011]

Lang hats gedauert, jetzt läuft die Fortsetzung des 1982 gestarteten Tron endlich im Kino. Tron, der ja beim Kinostart nicht mal sonderlich erfolgreich war, sondern sich erst im Nachhinein zu einer Art „Kultfilm“ entwickelt hat, setzte seinerzeit Maßstäbe in Sachen Computertechnik in Realfilmen und dies macht ihn bis heute besonders. Trotz dessen wurde auch Wert auf die Story gelegt, die zwar irgendwie an den Haaren herbeigezogen war, aber im Kontext des Films schon irgendwo Sinn machte: Das rebellische Programm Tron soll das übermächtige Programm MCP aussschalten, damit Kevin Flynn beweisen kann, dass Encom seine von ihm entworfenen Computerspiele gestohlen hat. Im Verlauf der Geschichte wird Flynn selber in das Programm gezogen und kämpft an der Seite von Tron. Die Geschehnisse in der realen und der in der Computerwelt hängen also schon irgendwie zusammen. Würde es Tron Legacy auch schaffen, etwas mehr zu sein als eben nur eine Fortsetzung mit besseren Effekten?

Kevin Flynn ist mittlerweile seit 20 Jahren verschwunden, sein Sohn Sam hält zwar die meisten Anteile an Encom, ist aber nicht wirklich an einer Mitarbeit in dem Unternehmen interessiert. Viel mehr hat er das Verschwinden seines Vaters nie wirklich überwunden und lebt rebellisch und selbstzerstörerisch. Als er eines Tages in der alten Spielhalle seines Vaters seinen alten Computer entdeckt, wird er, so wie Kevin Flynn seinerzeit, in eine Computerwelt gezogen und erhält eine Ahnung, wo sein Vater die ganze Zeit steckte: Gefangen in dieser Welt, die von seinem digitalen Pendant CLU beherrscht wird. Zusammen mit dem Programm Quorra versuchen sie nun eine Rückkehr in die reale Welt…


Ja, das war’s. Mehr ist nicht, und wenn, dann wird das nur am Rande abgehandelt. Im Gegensatz zum ersten Teil, dessen Story man dagegen als komplex bezeichnen könnte, ist es bei Legacy lediglich „Upps, hier will ich nicht sein, ich geh hier mal weg“, verpackt in stylishe Bilder, unterlegt mit cooler Musik. Der Film könnte genausogut ein zukünftiger Teil von Narnia sein, irgendetwas wie „Die Chroniken von Narnia: Das digitale Zeitalter“, in dem man Narnia nicht durch einen Kleiderschrank oder ein Gemälde oder so betritt, sondern halt durch einen Laser. Aber ansonsten ist diese digitale Computerwelt für „unsere“ Welt genauso relevant wie Narnia – nämlich gar nicht. Es ist eher eine Art Computerspiel, in der handelnde Personen leben, die sich nur „Programme“ nennen, während sie es im ersten Teil aber noch tatsächlich waren. Dazu passt, dass die digitale Welt dieses Mal wesentlich realistischer aussieht, klar, „besser“ aussieht. In Zeiten von Computeranimationen und Dreidimensionalität sollte es auch so sein, aber ob eine digitale Welt, die Darstellung von Bits, Bytes und Schaltkreisen, tatsächlich mehr oder weniger realistisch aussehen sollte ist eine Frage, die man sich besser nicht stellt.

Aber tatsächlich: Genug gemeckert, Video gucken:


Genau DAS ist Tron Legacy. Ein durchgestyltes Musikvideo von Daft Punk in Spielfilmlänge. Am ehesten bleibt demzufolge auch die Musik in Erinnerung, ohne diese würde dem Film ziemlich schnell die Puste ausgehen. So sind es denn auch Szenen wie die auf dem Güterzug, wenn Flynn mal wieder meditiert und Quorra fragt, wie denn die reale Sonne aussieht, die langweilen, denn hier offenbart der Film schonungslos, dass er außer seinem Look und dem grandiosem Soundtrack nicht viel zu bieten hat. Für den Moment aber reicht das: Tron Legacy hat durchaus Spaß gemacht, wirklich. Es ist aber mit Sicherheit kein Film, der mit jeder Sichtung gewinnen wird.

5 Kommentare

  1. Flo Lieb · Januar 30, 2011

    Mir hat der Film keinen Spaß gemacht. Der war so unglaublich schlecht erzählt, mit dem unspannendsten Finale seit HERR DER RINGE. Grausig, das. Und von 3-D hab ich auch nirgends was gesehen, da ist jeder Furz von James Cameron dreidimensionaler (ich freu mich ja jetzt schon auf SANCTUM, allein, um nach AVATAR mal wieder gutes 3-D zu sehen) als das hier. Von mir gibt’s die Hälfte der Punkte.

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    • Xander · Januar 30, 2011

      Viel zu erzählen gab es ja eh nicht, ob das wenige was bleibt nun unbedingt schlecht war – zumindest war es eher 08/15.
      Mit dem 3D hast du wohl recht – selbst die Werbung in 3D vor dem Film war teilweise besser. Allerdings gab es schon die ein oder andere Szene mit ganz schöner Tiefenwirkung, wenn dies auch wieder mal ein Film ist, den man sich getrost auch in 2D angucken kann, wenn er denn irgendwo so läuft. Ob „Sanctum“ da die neue Referenz sein wird, bleibt abzuwarten. Zumindest der Trailer ist eher so mittelspannend.

      Aber um das mal frei von jeder Wertung festzuhalten: Ich glaube, du hast eh einen höheren Filmanspruch als ich und Popcorn- bzw. Blockbusterkino ist nicht so deins oder?

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  2. Flo Lieb · Januar 30, 2011

    Popcorn- bzw. Blockbusterkino ist nicht so deins oder?

    Ich mochte AVATAR sehr, hab den sogar 3x im Kino gesehen🙂 Und JURASSIC PARK und ARMAGEDDON oder so sind auch meine Kragenweite😉

    Aber so ne herzlose Filme wie der hier, die haben es eben sehr schwer.

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