Serienkritik: DOCTOR WHO – Season 3

Zu Beginn der dritten Staffel hat man es wahrlich nicht leicht: Eine Companion, die sich pflichtgemäß sofort in den Doktor verliebt und fast jede Folge fragt, wer er denn nu wirklich ist, ein Sonic Screwdriver, der verloren geht aber ruckzuck ersetzt werden kann, Nashörner auf dem Mond, Schweinemenschen, die mit revolutionär denkenden Daleks zusammenarbeiten (was sogar der Doktor kurzzeitig vor hat!), DNA, die per Strom übertragen wird, gentechnische Experimente innerhalb weniger Minuten: Nein, nicht alles in dieser Staffel muss man gut finden. Wer sowieso ein Problem mit der inneren Logik des Dr. Who Universums hat, der wird sogar noch weniger gut finden, denn derjenige wird mit Staffel 3 auf eine harte Probe gestellt. Beginnend mit dem Weihnachtsspecial, welches nicht bedingungslos als gelungen bezeichnet werden kann und nur aufgrund der auf der Autobahn fliegenden Tardis in Erinnerung bleibt, zieht sich das durch die gesamte erste Hälfte der Staffel, was aber auch an Martha liegt, denn zwischen ihr und dem Doktor scheint die Chemie nicht wirklich zu stimmen. Als Fan von Rose hatte sie bei mir sowieso von Beginn an einen schweren Stand und es ist nichts geschehen, was mich umstimmen konnte. Bezeichnenderweise dauert es dann auch bis zur Mitte der Staffel, bis der Doktor sie als ständige Begleiterin „akzeptiert“ und aufnimmt, vorher spricht er nur von Trips, bei denen sie halt mit darf… ein Unterschied! Rose wurde damals schließlich ziemlich zu Beginn gefragt, ob sie ihn (dauerhaft) begleiten will… Aufgrund dessen fand ich auch jede Szene der dritten Staffel gut, in der der Doktor Martha mit Rose vergleicht und Martha dabei (natürlich) verliert. Ok, Martha selber fand das dann nie so lustig, aber egal.

Bei Season 3 muss man, bezogen auf die ersten Episoden, lange überlegen wenn es darum geht, ein oder zwei Highlights zu nennen. Als „schlecht“ würde ich keine bezeichnen, aber es fehlt so ein wenig der Aha-Effekt, wie zum Beispiel bei The Girl In The Fireplace oder The Empty Child. Vielleicht könnte man hier die Shakespeare-Episode The Shakespeare Code aufführen, die im Großen und Ganzen schon recht witzig ist, auch aufgrund der Harry Potter-Anspielungen („Expelliarmus!“).


Das hört sich ja jetzt alles nicht so ganz super an, aber das war erst die erste Hälfte der Staffel. Die Doppelfolge Human Nature / The Family of Blood unterhält dann wieder ganz gut und während man dann noch hoffte, es geht wieder aufwärts, dann – ja, dann kam Blink:


Wow. Unter dem Video bei YouTube schrieb jemand: „Best. Next Time. Trailer. Ever.“ – das müsste man eigentlich noch mit dem Zusatz erweitern: „Best. Episode. Ever!“. Mit dieser Folge habe ich auf einen Schlag das Mittelmaß des bisherigen Staffelverlaufs vergessen, mit „Blink“ wurde alles entschuldigt. Who needs Russell T. Davies – wenn Moffat uns immer noch die besten Episoden beschert. Und das sage ich in Unkenntnis der fünften Staffel, bei der Davies gar nicht mehr beteiligt war. Aber: Immer nur Weltuntergänge verhindern wirkt ja auf Dauer auch ermüdend. Zurück zum Thema: Man kann „Blink“ im Grunde gar nicht genug loben, so spannend und aber auch gruselig ist die Folge, auf jeden Fall aber mitreissend. Auch die Gegner der Serie sollten sich zumindest einmal diese Folge ansehen.

Das abschließende Staffelfinale kann dieses Niveau zwar nicht halten, doch mit John Simm wurde genau der richtige Mann für den Master gecastet – es ist einfach eine Freude, ihm zuzusehen. Das letztendliche Finale, die Auflösung an sich halte ich zwar nicht ganz so für gelungen – zum einen sind Special Effects nicht die Stärke der Show und so sieht das irgendwie billig aus – zum anderen ist mir das dann doch etwas zu esoterisch.

Aber was solls, das alles reicht nicht ganz aus, um die Serie zumindest bei mir in der Wertung konstant zu halten – die grade mal durchschnittliche erste Staffelhälfte kann man auch nicht unter den Tisch fallen lassen. Eine qualitativ sehr schwankende Staffel, manchmal etwas unlogischer als gewohnt und eine Companion, die am Ende einsieht, dass das ja doch alles keinen Sinn macht – hat auch dieses Mal Spaß gemacht.

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