#9 [2009]

9_01Die Menschheit hat den Krieg gegen die Maschinen verloren. Nachdem ein Wissenschaftler ein künstliches Gehirn erfunden hatte, wurde dieses (natürlich) vom Militär zweckentfremdet, um denkende Kampfmaschinen zu erschaffen. Diese wendeten sich allerdings (natürlich!) gegen die Menschheit, und so entbrannte ein Krieg, der klar von den aggressiven Wall-Es entschieden wurde. Aber etwas hat überlebt: Nachdem der Wissenschaftler seinen Fehler eingesehen hatte, übertrug er seine Seele in neun kleine Stoffpuppen. Diese sollen die Maschinen letztendlich besiegen. Nummer 9 ist eine dieser kleinen Puppen und erwacht eines Tages im Labor seines Schöpfers. Völlig perplex wagt er sich nach draußen in eine völlig menschenleere, zerstörte Stadt, in der er auf die anderen trifft, die von Nummer 1 angeführt werden. Mehr oder weniger gemeinsam treten sie den Kampf an.

Produziert von Tim Burton, erinnert #9 stellenweise an seine vorherigen Werke, wenn er auch in diesem Fall nur seinen Namen für den Film hergegeben hat. Ursprünglich basiert #9 auf dem gleichnamigen Kurzfilm, der vom Look und der Rahmenhandlung Pate gestanden hat. Herausgekommen ist ein finsterer Animationsfilm, der aufgrund der gezeigten menschlichen Leichenteile und auch Teilen der Handlung nur bedingt für Kinder geeignet ist. Beispielsweise setzt sich eine der Puppen in einer Szene auf eine abgetrennte menschliche Hand, um sich auszuruhen und sich einen Kick zu geben, in dem er sich einen Magneten an seinen Kopf hält, der seine Schaltkreise durcheinanderwirbelt…

Positiv an dem Film, abgesehen von den sehr guten Animationen und dem stimmigen Soundtrack ist im Grunde auch alles andere, trotz der negativen Grundstimmung. Und obwohl die Charaktere vielleicht etwas oberflächlich sind und teilweise etwas überzeichnet scheinen, und obwohl die Handlungen von Nr. 9 nicht immer nachvollziehbar sind, so unterhält der Film in seiner kurzen Laufzeit. Man braucht nicht groß versuchen, irgendetwas hinein zu interpretieren, auch wenn einem Ansätze geboten werden: Verletzliche Stoffpuppen gegen riesige, seelenlose metallische Maschinenwesen, der übliche Plott, das sich die Maschinen gegen die Menschen wenden mit all seinen Konsequenzen. #9 erklärt seine Hintergrundgeschichte nur am Rande und bietet im Grunde nur eine kleine Episode aus dieser apokalyptischen Welt. Mehr will der Film aber auch gar nicht, und das macht er auch gut. Fragen werden nicht wirklich gestellt. Hätte es der Film darauf angelegt, hätten sich die kleinen Puppen ja auch schon mal im Vorfeld die Fragen gestellt „Wo komm ich her? Wo geh ich hin? Was ist das für eine Welt?“. Aber das tun sie nicht. „Ich denke, also bin ich, der Rest ist egal“ scheint die Devise zu sein, und wenn die kleinen Kerle dann irgendwann herausfinden, wo sie herkommen, dann ist das halt so und wirft auch keine weiteren Fragen auf. Und wie sich am Ende des Films die Zukunft für die verbliebenen Puppen darstellt, bleibt offen. Aber egal, nicht darüber nachdenken, anschauen und sich für 80 min gut unterhalten lassen.
kritik

2 Kommentare

  1. Dr. Borstel · September 4, 2010

    Deine Kritik spiegelt in etwa das wieder, was ich von dem Film erwarte. Da bin ich mal gespannt …

    Gefällt mir

  2. Pingback: #9 (2009) | Film-Blogosphäre

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