Serienkritik: DOCTOR WHO – Season 2



Langlebige Serien haben mit der Zeit ein Problem: Die Schauspieler werden zu alt, haben keine Lust, sterben weg, man kann sie nicht mehr sehen usw. . Die einfachste Lösung ist es natürlich, einfach den Darsteller auszuwechseln und so zu tun, als wäre nichts passiert – wie es ja auch bei James Bond gemacht wird. Doctor Who hat dieses Problem seinerzeit auf eine Art und Weise gelöst, die es den Produzenten einerseits erlaubt, die Serie prinzipiell jahrzehntelang weiterlaufen zu lassen und andererseits den dafür notwendingen Darstellerwechsel auch noch „logisch“ in die Serie mit einzubauen – der Doktor regeneriert sich ganz einfach. Und so musste man denn am Ende der ersten neuen Season keine Angst um den Doktor haben, auch wenn Christopher Eccleston keine Lust mehr hatte – der Doctor würde, wie schon in der letzten Episode angekündigt, wiederkommen. Und das tat er.


Wenn die erste reguläre Folge auch New Earth war, so konnte man einen kleinen Einblick schon in dem obligatorischen Weihnachtsspecial gewinnen, The Christmas Invasion. Der Einblick war zwar wirklich nur klein – die meiste Spielzeit gehörte diesmal Rose, da der Doktor schlief – und doch fügte sich Tennant sogleich in die Serie ein. Ein würdiger Ersatz für Eccleston, wenn nicht sogar im Laufe der Serie der bessere Doktor von den beiden. The Christmas Invasion war ansonsten kein wirkliches Highlight und soll hier auch nicht in mein Endfazit der Staffel mit einfließen, aber doch hatte sie so ihre Momente – wovon ein bleibender sein wird, wie der Doctor im Morgenmantel und mit ner Tasse Tee auf Arthur Dent verweist. Fantastic.

Wie überhaupt fast die ganze Staffel. Rose harmoniert wunderbar mit dem neuen Doktor und die Stories könnten teilweise abgedrehter und lustiger nicht sein – wenn dies zwar nicht unbedingt die Serie ausmacht, aber hier passt es einfach. Als Beispiel soll hier einfach mal die Szene aus „Doomsday“ dienen – die Daleks und die Cybermen treffen aufeinander.

Cyberman: „Daleks, you have declared war upon the Cybermen!“
Dalek: „This is not war, this is pest control!“
Cyberman: „We have 5 Million Cybermen, how many are you?“
Dalek: „Four!“
Cyberman: „You want destroy the cybermen with four Daleks?“
Dalek: „We want destroy the cybermen with ONE Dalek! You are superior in only aspect.“
Cyberman: „In what?“
Dalek: „You are better in dying!“

Herrlich. Und das in einer Folge, die ansonsten sehr spannend war, denn wieder mal ging es um nichts anderes als das Ende der Menschheit. Wahlweise halt durch die Cybermen oder die Daleks. Vielleicht auch Torchwood. Mit die beste folge der Staffel und durch das dramatische Ende vielleicht auch bis dahin die beste der bisherigen zwei Staffeln. Weitere Highlights, also neben Doomsday und dem dazugehörigen Army Of Ghosts sind sicherlich The Girl In The Fireplace sowie die „Doppelfolge“ Rise Of The Cybermen und The Age Of Steel.

Ihr merkt schon, Season 2 hat mich mitgerissen. Wenn der neue Doktor sicherlich nicht jedermanns Sache ist, ich kenne bisher nur zwei und von denen ist Tennant auf jeden Fall der bessere. Nur auf die Auswirkungen des Staffelfinales, auf die könnte ich gut und gerne verzichten. Bei der kurzen Besprechung der ersten Staffel sprach ich von acht Punkten. Da hab ich gelogen. Das sind, zumindest noch in meiner momentanen Stimmung, noch einer mehr:

2 Kommentare

  1. Dr. Borstel · Juli 30, 2010

    Ich bin mir immer noch nicht sicher, welcher Doktor mir besser gefallen hat. Für Eccleston habe ich seit „Heroes“ eine Schwäche, außerdem hatte die erste Staffel diese total überragende Weihnachtsdoppelfolge, die in London während des Krieges spielte … Du weißt, welche ich meine? Eine so geniale Folge hat meiner Meinung nach in der zweiten Staffel gefehlt. Dafür ist Tennant natürlich herrlich schrullig; man sieht ihm ja förmlich an, wie viel Spaß ihm die Rolle macht.

    Aber so oder so, die Bewertung fiele bei mir ohnehin zwei Punkte niedriger aus. Im Vergleich zu „Torchwood“ ist da einfach noch deutlich Luft nach oben.

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    • Xander · Juli 30, 2010

      Du meinst wahrscheinlich „The Empty Child“ und „The Doctor Dances“? Die Folgen, in denen Cpt. Jack Harkness das erste Mal auftaucht? Da hast du Recht, die Doppelfolge war auch nicht schlecht. Besonders der Beginn – „Warum verfolgen wir es?“ – „Weil es lila ist. Die universale Farbe für Gefahr“ – „Ich dachte das wäre Rot?“ – „Das ist nur auf der Erde so. Das führt nur zu Missverständnissen.“ … oder so ähnlich jedenfalls😉

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