Kritik: TRANSFORMERS 2 – DIE RACHE [2009]


2007 startete ein Film in den Kinos, der mit über 700 Millionen Dollar Einspielergebnis zu den erfolgreichsten Filmes des Jahres gehörte. Verantwortlich für diesen Film waren Steven Spielberg und Michael Bay, und das ließ schon vor dem Kinostart die Herzen der Fans höher schlagen. Was immer da kommen mochte – dass konnte ja nur ein Action-Blockbuster aller erster Güte sein. Denn eine Liebeskomödie würde von Bay eh niemand erwarten. Der Film wurde, wie eingangs erwähnt, zum Erfolg. Es ging letztendlich um zwei verfeindete Roboterclans, die ihren Kampf ausgerechnet auf der Erde austragen und in Folge dessen natürlich einigen Materialschaden hinterlassen. Auch das hörte sich im Vorfeld für einen Actionfilm nicht unbedingt verkehrt an. Ok, es ging um Spielzeug: Transformers hieß der Film und um sich transformierende Roboter ging es natürlich auch. Geschenkt – der geneigte Zuschauer wollte schließlich Action sehen. Und außerdem wollte man es Spielberg schon zutrauen, eine plausible Geschichte rund um die Plastikroboter zu stricken. Nach dem Kinobesuch, und ich denke mal ein großer Teil der Kinozuschauer wird das gemerkt haben, sah man die Dinge vielleicht ein wenig anders – Transformers war ein infantiler Roboterfilm mit albernen Witzchen, einer dummen Story und einem nicht weniger dummen Hauptdarsteller. Aber die Action war, wenn auch etwas hektisch und unübersichtlich, doch vorhanden und die Effekte waren und sind natürlich immer noch mehr als gut gelungen. Ich zitiere ganz einfach mal meinen Hauptkritikpunkt aus meiner Transformers-Review:

„Doch man bräuchte zumindest ansatzweise gute Schauspieler und gute Dialoge, und hier offenbart sich die größte Schwäche des Films. Teenies in den Mittelpunkt zu stellen, scheint sinnvoll, die Hauptdarsteller sollten nicht so viel älter sein als das offensichtliche Zielpublikum, welches sich beim Blick auf die Roboter offenbart: Die Bösen sind natürlich böse und verwandeln sich in Kriegsgerät anstatt in Sportwagen, doch da die Kinder was zu lachen haben müssen, wurde noch ein Mini-Roboter hinzugepackt, eine Mischung aus Jar-Jar-Binks und den Droiden aus der neuen Star Wars Trilogie. Absolut unnötig, nervig und albern. Die Autobots hingegen verwandeln sich in schicke Sportwagen, und die Charaktere sind, bis auf den heldenhaften Anführer Optimus Prime, alle lustig angelegt.“

Gute Voraussetzungen also für einen zweiten Teil. Oder, um es mit Filmstarts auszudrücken: „So lange das sicherlich kommende Sequel ein ähnlich knallendes Abenteuer [sic!] wie diese „Transformers“ werden, sind wir gerne dabei… „


Jetzt ist es zwar schon einige Monde her, wo ich den Film sah, und ich habe auch lange überlegt, ob es sich überhaupt noch lohnt, etwas zu diesem Machwerk zu schreiben, aber letztendlich hatte ich doch das Gefühl, mich jemandem mitteilen zu müssen. Was ich da gesehen habe, ließ in mir das plötzliche Verlangen erwachen, Gegenstände Richtung Leinwand zu werfen, den Saal zu verlassen (die Chronistenpflicht ließ mich aber dennoch ausharren) oder meine Sitznachbarn grundlos zu schlagen. Dieser Film definiert den Begriff „Fremdschämen“ neu und sollten wirklich jemals außerirdische Wesen, ob Roboter oder nicht, unseren Planeten besuchen und sollten sie dann diesen Film zu Gesicht bekommen, könnten sie es als Beleidigung auffassen oder als kriegerischen Akt. So oder so, es hätte keinen guten Ausgang.

„Fiese Roboter sind kacke!“

Wir haben Zeitlupen. Wir haben Sonnenuntergänge. Wir haben Zeitlupen vor Sonnenuntergängen. Im Grunde genommen the same procedure as every year (oder so ähnlich), nur alles noch viel schlimmer. Es lohnt auch gar nicht groß, auf den Inhalt einzugehen. Anstatt des Würfels gibt es halt ein anderes MacGuffin, hinter dem die Decepticons her sind, was die Autobots verhindern wollen. Zwischendrin natürlich Oscaranwärter Shia LaBeouf, der mit seinen beiden Gesichtsausdrücken (Angabe ohne Gewähr) den Kampf gegen das Böse aufnimmt. Neu hinzugekommen ist noch allerlei mystischer Quatsch und eine fragliche Fortpflanzungstheorie. Handlung ist denn auch tatsächlich extrem wenig vorhanden und so ist es die Action, die einem die Zeit vertreibt. Bay schafft es hier doch tatsächlich, Kämpfe zwischen riesigen Robotern so abzufilmen, dass man gar nichts sieht bzw. erkennt – Glückwunsch. Sicherlich, hin und wieder gibt es eine Totale, doch zwischen all dem Hin und Her wusste ich zeitweise nicht wirklich, wer da jetzt gegen wen kämpft, wer denn jetzt gut, wer böse ist. Aber vielleicht war das ja auch meine Schuld und ich war einfach nur von Megan Fox abgelenkt, die ihre beiden Talente (Angabe ohne Gewähr) einfach nur optimal in den Film einbringt, mehr allerdings auch nicht zu tun hat. Wo wir grade bei den Schauwerten sind: Optisch ist der Film ohne Makel, alles andere war bei dem tricktechnisch exzellenten Vorgänger auch nicht zu erwarten. Was dann aber nicht wirklich exzellent ist, sondern einfach nur infantil, dumm und… einfach nur schlecht, das lässt sich mal nicht so eben in einem Satz sagen.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
(Otto Julius Bierbaum)

Das fällt einem schwer. Ich drücke es mal so aus: Zwei sich „dominierende“ Hunde, eine bekiffte Mutter, zwei Dumm- und Dümmer-Roboter, ein Uni-Nerd, der Sektor-7-Freak aus dem ersten Teil, die Glocken von Devestator(!), ein komischer Mini-Decepticon der Frau Fox das Bein rammelt – all das zeigt uns, was Bay lustig findet, zeigt aber nicht, was lustig ist. Merken muss man sich in dem Zusammenhang: Kleine Roboter sind immer lustig, je größer sie werden, desto böser sind sie. Im Falle der Autobots natürlich nicht böser, sondern weiser. Im Grunde ist das alles ziemlich peinlich, unnötig und passt so gar nicht in die ansonsten von Bay so zelebrierte Militär-Ästhetik dieses Films. Michael Bay hat scheinbar genau so eine merkwürdige Auffassung von Humor wie eine kranke Haltung zu Frauen. Diese sind in dem Film, solange sie nicht Sams Mutter sind, nur hübsches Beiwerk und entweder sexgeil und regelrecht aggressiv in dieser Hinsicht (und demzufolge natürlich böse) oder aber keusch und zurückhaltend, was sie aber trotzdem nicht davon abhält, sich in einer Werkstatt halbnackt auf einem Motorrad zu räkeln. Die restlichen Mechaniker müssen alle schwul sein, so wenig wie sie die junge Frau dabei beachten. Die Grundvoraussetzung bleibt für den Film allerdings immer die gleiche: Dicke Hupen (Michael, ich hör dich kichern) und knappe Klamotten. Obwohl, wenn ich’s mir recht überlege: Das ist jetzt nicht wirklich schlimm.

Schlimm ist ganz einfach, wie Bay es schafft, selbst aus einem simplen Popcorn-Blockbuster das letzte Quäntchen Anspruch zu entfernen, den Humor von vorpubertären Teeniefilmen darauf zupacken und daraus einen auf Hochglanz polierten Werbefilm für die U.S. Army zu mixen. Zu dieser militärischen Glorifizierung passt dann natürlich auch, dass sich die Decepticons weniger als noch im ersten Teil in Kriegsgerät verwandeln, denn das würde der augenscheinlichen Aussage ja widersprechen. Man muss sich einfach mal die Prämisse vor Augen führen: Ein Jahrtausende währender Krieg zwischen außerirdischen Robotern von einem Roboterplaneten! Das ist Science-Fiction, das hätte das Zeug zu einem epischen Blockbuster, vielleicht nicht mit dem Niveau einer oscarprämierten Literatur-Verfilmung, aber das hätte etwas Großes werden können. Stattdessen erleben wir dumme Teenies, die sich nach zwei Jahren noch immer nicht vorlügen können, dass sie sich lieben („Wenn du mich zwingst das zu sagen ist es nicht richtig“ und so weiter…). Wir erleben heulende Roboterautos, die sich nicht von ihrem Herrchen trennen können (Wie alt war Bumblebee noch einmal?). Sams Beschützer werden in Form der Zwillings-Roboter zu Witzfiguren. Und wenn die Transformers tatsächlich aus diesen komischen gallertartigen Eiern schlüpfen, möchte ich doch wirklich mal den Schöpfungsakt bzw. die Geburt sehen. Wie wächst eine Maschine eigentlich, durch den Einbau größerer Ersatzteile? Wenn ja, wo kommen die her, sind das alles Organspender? Aber gut, über die innere Logik des Transformers-Universums will ich mich mal gar nicht beschweren, dafür bin ich auch nicht genug im Thema. Man stellt sich halt diese Fragen, wenn das so im Film angesprochen wird.

Kurz gesagt: Transformers 2 ist Hirn-Aus-Kino der übelsten Sorte, taugt in seiner Infantilität nicht mal zum Trash und ist in der Folge als ganz, ganz schlechter Film und als Beleidigung jedes Kinogängers einzustufen.

„Ich bin Optimus Prime, und ich sende diese Botschaft, damit unsere Vergangenheit immer in Erinnerung bleibt. Denn durch diese Erinnerungen leben wir weiter!“

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13 Kommentare

  1. lalia · August 13, 2009

    das wundert mich gar nicht, bei DEM ersten Teil…

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  2. spanksen · August 14, 2009

    So schlecht? Hab Ihn noch nicht gesehen, aber 2 von 10 ist ja schon wirklich unterirdisch

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  3. Xander · August 14, 2009

    @ lalia: Mich ehrlich gesagt auch nicht. Aber die Neugier hat gesiegt…

    @ spanksen: Du machst dir keine Vorstellungen 😉

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  4. Franziska Götz · November 13, 2009

    alter was geht des is da beste film ever und deswegen wird unsere vergangenheit in erinnerung bleiben denn in diesen erinnerungen lebt transformers weiter

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  5. Franziska Götz · November 13, 2009

    was gedn mit eurem leben?!

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  6. Pingback: ATM – Der Film 2009 « at the movies – welcome to the mainstream!
  7. Marcel · Februar 19, 2010

    der film ist super die spiele auf xbox 360 und ps3 auch aber auf ps2 nich kaufen!!!! das hat scheiß grafik und ist 2d

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