Kritik: DER UNGLAUBLICHE HULK [2008]


„Vielleicht noch ein paar letzte Worte?“
– „Hulk smash!“

Unglaublich, aber wahr: Ich bin kein Freund des Hulk. Diese Serie hat mich noch nie so wirklich interessiert, weder als Comic, im Fernsehen oder im Kino. Sicher, Basiswissen habe ich: Hulk ist grün und hat eine lila Hose. Gespielt wurde er unter anderem von Lou Ferrigno (das ist der Nachbar der Heffernans) und der schlaueste ist er auch nicht. Basiswissen genug? Genug für mich jedenfalls, so dass ich nie wirklich wissen wollte, welche emotionalen Konflikte so ein verstrahlter Wissenschaftler austragen muss oder gegen welche übermächtigen Feinde er antreten muss. Doch da ich das Gefühl habe, dass Marvel seine Filme jetzt alle miteinander verknüpft, da die richtigen Fans ja Bescheid wissen, schau ich mir das auch an – schließlich will man ja auch in Zukunft verstehen, worum es in den Filmen geht…


In diesem geht es darum: Bruce Banner verwandelt sich während sich während eines Selbstversuches mit Gammastrahlen in ein großes, grünes Monster, zerstört das Labor und verletzt seine Freundin schwer. Fortan ist er auf der Flucht vor General Ross, der sein Blut für die Entwicklung eines Supersoldaten will. Denn Banner hat von nun an ein Problem: Sobald er sich zu sehr aufregt, verwandelt er sich in den unberechenbaren Hulk…

Zu Beginn des Films hat mich Der unglaubliche Hulk doch ziemlich überrascht. Besonders die ersten 25 min sind sehr intensiv und atmosphärisch und mit wunderschönen, detaillierten Landschaftsaufnahmen ausgestattet. Edward Norton gibt den leidenden Protagonisten, der mit Yoga und Kampfsport versucht, seinen Puls und seinen Gemütszustand unter Kontrolle zu halten. Selbst der erste Auftritt des Hulk, mehr im Verborgenen und nicht wirklich offen zu sehen, ist als gelungen anzusehen, weiß doch auch der Zuschauer nicht so wirklich, was da jetzt geschieht. Aber ab diesem Moment geht es eigentlich nur noch bergab, zumindest aber nicht mehr bergauf.

Die Mühe, die man sich scheinbar zu Beginn noch gemacht hat, ist im Folgenden nicht mehr zu spüren. Bruce Banner hat den ganzen Film über den gleichen leidenden Hundeblick drauf und Liv Tyler hat mir als Arwen Undomiel wesentlich besser gefallen als hier, denn mit dieser Rolle werde ich sie wohl ewig verbinden. Die Handlung wird lieblos abgespult und die Actionsequenzen sind zwar, wenn sie denn vorkommen, recht brachial, aber wirken allenfalls lieblos und, schlimmer noch steril. Die Idee, das US Militär auf einer grünen Sommerwiese direkt vor einer Universität gegen den Hulk antreten zu lassen, wirkt auf den ersten Blick nicht nur extrem inszeniert und unlogisch, sondern dies ist auch zu jeder Zeit spürbar (davon, das am Ende kein Mensch etwas davon gesehen haben will geschweige denn Kamerabilder gemacht hat ganz zu schweigen). Man hat ganz einfach nicht das Gefühl, mitten in einem Kampf zu stecken sondern eher, Schauspielern dabei zuzusehen, wie sie eine Kampfszene nachstellen. Von den schlechten CGI-Sequenzen will ich dabei gar nicht erst anfangen. Oder warum es nach diesem Kampf auf der grünen Sommerwiese direkt vor der Universität sofort anfängt aus Kübeln an zu regnen, wird mir auch ein Rätsel bleiben – soll wohl für die nötige depressive Stimmung sorgen, während sich der Hulk mit der bewusstlosen Betty in seine King Kong Gedächtnishöhle zurückzieht.

Und so geht das dann die ganze Zeit. Ein starker Anfang – der erste Kampf. Ein schwächerer Mittelteil – die nächste Kampfszene. Dann zieht es sich wieder – bis zum actionlastigen Endkampf, bei dem man sich vorkommt wie in einer Videospiel-Zwischensequenz. Immerhin, und das sorgte zumindest bei mir für einen Aha-Effekt: Der Hulk ist grün, es gab eine lila Hose und Lou Ferrigno war auch im Bild.

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6 Kommentare

  1. lalia · Juni 25, 2009

    jop, der Anfang war so vielversprechend… Edward Norton, wie man ihn kennt, der einer Rolle Tiefe verleiht… und dann?!
    Ich weiß gar nicht, was sie genau verbockt haben, am Ende fühlte sich nur der ganze Film total zäh an.

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