Kritik: ROBIN HOOD – HELDEN IN STRUMPFHOSEN [1993]


„Immer wenn die einen Robin Hood Film drehen, brennen die unser Dorf nieder!“

Mel Brooks‘ Filme haben ja alle so ihren speziellen Humor. Sei es Die verrückte Geschichte der Welt oder aber Spaceballs: Ein wenig albern sind sie ja schon, doch die Parodien sind meistens treffsicher. Während Spaceballs eine geniale Star Wars Parodie war, widmet sich Helden in Strumpfhosen einem ganz irdischen Abenteurer: Robin Hood, und zwar vorzugsweise den von Kevin Costner. Doch was soll man von dieser albernen Mel Brooks Variante halten?

Robin von Loxley wurde während der Kreuzzüge gefangengenommen und kann eines Tages mit Hilfe seines neuen Freundes El Niesreiz fliehen. Wieder in England, macht er es sich zur Aufgabe den tyrannischen Sheriff von Nuttingham zu stürzen, der mit dem selbsternannten König Prinz John das Volk unterdrückt. Zur Seite stehen im dabei El Niesreiz Sohn Hatschi, Little John und einige Dorfbewohner…

Es gibt Filme, da merkt man eigentlich schon in den ersten Minuten, dass das in der deutschen Synchro nicht viel ist. Oder aber, dass man vielleicht zu alt für sowas ist? Auf jeden Fall war früher zwar nicht alles, ich zumindest fand aber diesen Film als Kind (das ist ja auch schon 16 Jahre her…) wesentlich besser als jetzt, nach der erneuten Sichtung. Es tut mir ja leid, aber über sich ständig wiederholende Witze, die auf Wortverdrehungen fußen à la „Auf ein Torw, äh Wort!“ kann ich irgendwie nicht mehr lachen. Und da ich den Film ja auch nur in der deutschen Synchro kenne, würde es mich doch mal interessieren, ob es auch diese Art von Humor ist, die man im Originalton findet. Zumindest die zwar recht lustige Übersetzung „Weil ich den Produzenten keine 5 Millionen costne“ kenne ich im Original – und dieses ist mit (sinngemäß) „Weil ich mit britischem Akzent sprechen kann“ doch sehr lustig, da dieser Gag auch sprachlich funktioniert. Im Deutschen natürlich schwer umzusetzen.

Sieht man davon einmal ab, bleibt ein Klamauk, der sich stark an König der Diebe bzw. den Roman von Howard Pyle orientiert, was für eine Parodie ja durchaus verständlich ist. Auf die „reale“ Person Robin Hoods kann sich Brooks ja auch kaum beziehen, ist ja noch nicht einmal belegt, ob es ihn überhaupt gab. Ernst nehmen braucht man in diesem Film jedenfalls nichts. Dave Chapelle als Hatschi, ein tuntiger Prinz John, ein notgeiler Sheriff, ein doch recht witziger blinder Helfer Robins mit dem treffenden Namen „Blinzler“, Little John, der „im wirklichen Leben“ doch ziemlich groß ist oder Patrick Steward als König Richard – die oft benutzte Phrase „Hirn ausschalten“ darf man bzw. muss man hier ruhig ernst nehmen. So wird ja zum Beispiel auch Robin Hoods elterliche Burg abgeschleppt, weil keine Steuern bezahlt wurden – übrig bleibt Blinzler, der in der Zeit auf dem Klo sitzt und eine hochgeprägte Variante des Playboy für Blinde „fühlt“. Da darf dann auch mal gelacht werden, das sollte man nicht hinterfragen.

Viel mehr weiß ich auch schon gar nicht dazu zu sagen. Ich werde mir den Film auf jeden Fall noch einmal im Original ansehen, denn davon verspreche ich mir doch den einen oder anderen Lacher mehr. Und wer weiß, vielleicht gibt es dann auch den einen oder anderen Punkt mehr.

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8 Kommentare

  1. fincher · Juni 16, 2009

    Hab mich anfangs schon gewundert, wo die Bewertungsbalken hin sind. 😉

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  2. Xander · Juni 16, 2009

    Es wurde eine Beschwerde an mich herangetragen – weil man sonst voreingenommen ist wenn man den Film noch nicht gesehen hat und das gar nicht wissen will 😉

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  3. DHJaeger · Juni 16, 2009

    Ich finde das sehr gut mit den Bewertungsbalken am Ende der Kritik. Sollten sich andere Seiten ein Beispiel dran nehmen.

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  4. Xander81 · Juni 17, 2009

    Na, dann hat sich das ja schon gelohnt 🙂

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  5. C.H. · Juni 17, 2009

    Höhö, bei dem Thema bin ich ja zur Zeit gerade richtig drin. „Men in Tights“ ist durchaus in Ordnung, gerade wenn man den Costner-Hood, und vor allem noch den Flynn-Hood kennt.

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  6. Xander81 · Juni 17, 2009

    Tja, was meinst du wie ich auf die Idee gekommen bin 🙂

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