Kritik: TERMINATOR: DIE ERLÖSUNG (SALVATION) [2009]


„Dies ist John Connor. Wenn Ihr das hören könnt, gehört Ihr zum Widerstand!“

Los Angeles, 2018: Der Tag des jüngsten Gerichts ist längst vorbei und die Menschen befinden sich im Krieg gegen die Maschinen. John Connor, sich seines Schicksals wohl bewusst, ist auf der Suche nach seinem Vater, Kyle Reese, als plötzlich Marcus Wright auftaucht. Im Glauben, ein Mensch zu sein, verbirgt sich in seinem Inneren eine Maschine – und Connor muss ihm vertrauen, wenn er Reese aus der Gefangenschaft von Skynet befreien will…


Ja, ca. 95% der obigen Inhaltsangabe kamen schon im Trailer vor. Und wer den Trailer gesehen hat, der weiß auch, was in dem Film passiert, denn mehr… ist nicht. Somit besteht im Grunde auch keine Spoilergefahr.

Terminator: Die Erlösung hatte vielleicht eine gute Idee: Was wäre, wenn ein Mensch in einen Terminator „umgebaut“ wird, sich dessen aber nicht bewusst ist? Was könnten daraus für Dramen entstehen, für Konflikte – doch all das ist dem Film völlig egal. Es gilt die obige, schon gestreckte Inhaltsangabe, und wenn das erst mal geklärt ist, weiter im Text, zur nächsten Explosion. Denn davon galt es viele unterzubringen, da blieb halt einfach keine Zeit für langwierige Dialoge, Charakterentwicklung, geschweige denn eine komplexe Story. T4 ist eine cineastische Achterbahnfahrt, die einem nur selten Zeit zum Luftholen lässt, und das ist auch gut so, sonst würde man ja eventuell noch über das gerade Gesehene nachdenken können, und das sollte man in diesem Film tunlichst vermeiden.

Man würde sich zum Beispiel fragen, welchen Sinn dieses kleine stumme Mädchen an der Seite von Kyle erfüllt. Es ist einfach da, es wird auch nicht nachgefragt, und da das Mädchen stumm ist, hat sie auch nicht so viel zu erzählen. Connors Frau Kate ist schwanger? Ja schon, aber erwähnt wird es mit keiner Silbe. Das die beiden ein Paar sind geschweige denn sich lieben oder sich umeinander Sorgen machen, kann man sich denken, es offen zu zeigen trauen sie sich offenbar nicht. Warum genau ist John Connor noch mal so wichtig? Es wird oft erwähnt dass er der „Erlöser“ ist, aber man sollte nicht glauben, das hätte irgendwas mit dem Filmtitel zu tun. So wirklich erlöst wird da nämlich nichts & niemand und Connors Rolle in dem Film ist es, einfach nur dabei zu sein. Skynet hat im Übrigen die Modellpalette zwar erweitert, dabei allerdings nicht an die Speichererweiterung gedacht. Auch wenn sich die „Moto-Terminatoren“ in einer Szene Gedanken machen über Dinge wie „Ausweichmanöver berechnen“, so sind sie sich dann später auch nicht zu schade, ein über die Straße gespanntes Seil zu übersehen, sich ein paar Mal zu überschlagen um dann liegen zu bleiben. Gut aber für John Conner, denn da diese bereiften Killermaschinen noch einen USB-Anschluss haben, kann er sie fix umpolen und dank seiner handwerklichen Fähigkeiten einen fahrbaren Untersatz für sich bauen. Und darin hat er ja Erfahrung, ist seine zweite Identität doch Bruce Wayne, und wir erinnern uns an sein letztes Abenteuer, mit dem Bat-Pod oder wie das hieß…

Es gäbe noch viele Punkte, über die man nicht nachdenken dürfte. Aber, und das unterscheidet Salvation von T1 und T2: Das ist hier ja auch gar nicht erwünscht. Der Film ist das, was vielleicht Transformers hätte sein sollen, ein zerstörungsgeiler Action-Kracher ohne tieferen Sinn und ohne Familien-Tauglichkeitssiegel und Teenie-Witzchen. Natürlich kann man nicht erwarten, dass eine Fortsetzung, die nun mal im Krieg Mensch gegen Maschine spielt, ein kleines Kammerspiel wird. Aber etwas mehr Handlung (glaubt mir, es passiert – storytechnisch – fast NICHTS, es ist eine einzige, große Actionszene!), nicht ganz so hirnlose Dialoge oder schlichtweg: Etwas mehr Seele hätten dem Film mehr als gut getan. So bleibt ein Action-Blockbuster, der einem zwar keine Zeit für Langeweile lässt und mit seinen Schauwerten auch nicht geizt, der für das Franchise an sich aber so überflüssig war wie nur was.

6 Kommentare

  1. lalia · Juni 11, 2009

    http://www.bereitsgesehen.de/news/090606_terminator4.htm

    so hätte mir der Film gefallen *g*
    na ja, man kann nicht alles haben.

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  2. Xander · Juni 12, 2009

    Das wäre aber zu… „provokant“ gewesen. Diese inhaltsleere Variante schien wohl sicherer…

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  3. lalia · Juni 13, 2009

    hmpf, ich hab ja die Zeitmaschinen vermisst (höre Podcast), was ja elementar für die teile 1-3 ist. Jetzt MUSS eigentlich ein weiterer teil gedreht werden… aber ich weiß nicht: nochmal n Terminator?!

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  4. Xander · Juni 13, 2009

    Es soll ja ursprünglich ne neue Trilogie sein. Und wenn die Zeitreise am Ende des sechsten Teils ist, haben sie ja Zeit genug. Aber, wie du schon sagtest, will man jetzt noch zwei Teile? Und, bei dem „Erfolg“ dieses Films: Ob sie wohl kommen werden?

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  5. lalia · Juni 14, 2009

    mal schaun..
    vergessen wir einfach, dass es diesen Teil gab und lassen einen anderen die Drehbuchfassung zuvor verfilmen ^^

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  6. Pingback: ATM – Der Film 2009 « at the movies – welcome to the mainstream!

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