Kritik: STAR TREK [2009]


„Ich habe es mit Admiral Archers Beagle getestet!“
– „Und, hat’s funktioniert?“
„Das kann ich Ihnen sagen, wenn er wieder auftaucht.“

Der Romulaner Nero taucht mit seinem Schiff aus einer Anomalie auf und trifft auf das Raumschiff U.S.S. Kelvin mit Captain Kirk – James T.’s Vater. Nero ist auf der Suche nach Botschafter Spock, von dem allerdings nie jemand etwas gehört hat. Als Nero erfährt, in welcher Sternzeit er sich befindet, wird er wütend und greift die Kelvin an. Um die fliehende Besatzung und mit ihr seine Frau und sein ungeborenes Kind zu schützen, opfert sich Captain Kirk.
25 Jahre später: James T. Kirk besucht die Sternflotten-Akademie, als es einen Notfall auf Vulkan gibt. Nero ist zurück und scheinbar ist er noch immer auf der Suche nach Spock…



(YouTube)

Mit welcher Erwartung ich in den Film gegangen bin, haben meine Kommentare zu den Trailern ja wohl schon mehr als deutlich gemacht. Was ich allerdings, trotz allem, erhofft hatte, war ein bisschen was von dem, was das obige Video zeigt: Star Trek, wie man es kennen gelernt hat, wie man es kennt, wie man es eigentlich auch nicht anders kennen will. Die Art Star Trek, die, bevor sie mit „Enterprise“ schon ein wenig demontiert wurde, nach „DS9“ mit „Voyager“ auf den TV-Schirm gebracht wurde. Was Star Trek allerdings nie für mich bedeutete: Over-the-top Action, Hochglanzoptik und eine Horde Teenies, die ein Raumschiff kommandieren. Und genau DAS versprach einem der Trailer, als Bonus dann auch noch ein bißchen Weltraumsex, denn in der Serie durfte man Kirk ja nie dabei zugucken.

„Geben Sie Acht auf sie, sie ist brandneu!“

Und so weiß ich eigentlich auch nicht, wo ich anfangen soll. Trotz aller Hoffnung wollte ich den Film letztendlich Scheiße finden, alleine schon, weil ihn scheinbar so viele gut finden und ich mit dieser Art Star Trek nicht einverstanden sein wollte. Doch mit fortwährender Laufzeit des Films fiel mir dieser Entschluss dann doch immer schwerer. Ok, ich finde den Film trotzdem nicht super, aber für das Prädikat „Scheiße“ hätte schon mehr passieren müssen als – tja, als was eigentlich?

In erster Linie hätte wohl schlimmeres passieren müssen, als Abrams das Ruder zu überlassen. Ok, er entwickelt die Serie ein wenig in Richtung „Star Wars“ – Action, Effekte, Klamauk und völlig unnötige Monster auf fremden Planeten, die keinen anderen Sinn haben als zu zeigen „Guck mal was wir können!“. Aber er scheint auch zumindest als Pflichtprogramm zuvor ein paar Minuten der Serien und der Filme gesehen zu haben, so dass es immer wieder einmal – allerdings auch nicht subtiler als beim letzten James Bond – Verweise auf das bekannte Star Trek Universum gibt. Ich könnte vieles aufzählen, was mich irgendwie gestört hat – die Kameraführung, die teilweise eher den Namen „Wackeln im Weltall“ verdient hätte, das völlig unlogische Design des Enterprise-Interieurs (die Brücke ist ein gigantischer I-Pod, der Maschinenraum, naja… ein Maschinenraum von anno dazumal), das völlig unlogische Verhalten von Spock (statt Arrest-Zelle wird Kirk in einer Kapsel auf einen fremden Planeten geschossen…) und die unglaubliche Lebenserwartung eines Beagles, aber vielleicht vertu ich mich beim letzten Punkt auch nur in der Sternzeit. Dass das eingangs erwähnte Star Trek Main Theme auch erst in einer völlig verhunzten Version ganz am Ende kam und einem während des Films völlig wahllos mal Rocksongs, mal Bombast-Chöre präsentiert werden, fand ich jetzt auch eher unpassend.

„Ich war es und werde es immer sein – Ihr Freund.“

Und doch, trotz allem, ist dieser Film „Star Trek“ und vielleicht hatte er diese Verjüngung, oder „Reboot“ wie man Neudeutsch sagt, nötig. Vorbei die Behäbigkeit alter Zeit. Die junge Crew kann man auch als Chance sehen – gebt ihnen ein paar Filme, und sie wachsen in ihre Rollen. Denn diese scheinen sie gut auszufüllen, Simon Pegg als Scott ist große Klasse und Chekov, vielleicht etwas albern, ist irgendwie doch Chekov. Uhura hatte ich zwar, vor allem aus den letzten Kinofilmen der ersten Generation, etwas… „anders“ in Erinnerung, aber das geht schon in Ordnung und Spock, naja, das wird schon. „Star Trek“ ist als Film das geworden, was man irgendwie erwartet hat, nur nicht ganz so schlimm. Wenn man sich allerdings die Alternativen überlegt – ein Gruppe Greise im All (TOS), eine Gruppe rüstiger Senioren im All (TNG) oder der Haufen aus dem Delta-Quadranten (STV), mit dem man ja doch nie ganz warm geworden ist – wäre das besser geworden?

30 Kommentare

  1. Flo Lieb · Mai 11, 2009

    Simon Pegg als Scott ist große Klasse

    Las den Text und dachte mir: wow, endlich mal ein Film, wo wir in dieselbe Richtung denken. Dann kam der obige Satz und ich wusste: manche Dinge ändern sie nie (im positiven Sinne). Fand Pegg war das Grauenhafteste am gesamten Film. Ging mal sowas von gar nicht.

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    • Xander · Mai 12, 2009

      Naja, aber wenn du meiner restlichen Bewertung des Films zustimmst, ist das ja schon mal ein Fortschritt!

      *singt* Wir werden niemals einer Meinung sein…

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    • SeveQ · Mai 13, 2009

      m.M.n. Star Trek erster Güte. Es ist eine andere Zeitlinie, mein Gott (sofern’s ihn gibt).

      Pegg war okay als Scott. Er ist jung, er ist wild, er wird sich schon setzen. Die restlichen Rollen, allen voran „Pille“ alias Karl Urban, waren in meinen Augen nahezu perfekt besetzt. Besser hätte man es kaum machen können.

      Und an Spocks Logik, daran kann er ja noch feilen. Er ist 1. nur halb Vulkanier und 2. noch jung und 3. emotional involviert. Das kann einem die Logik schon mal ein bisschen verdrehen.

      Ich find immer die Leute komisch, die an einem Film UNBEDINGT was schlechtes finden MÜSSEN, sonst fühlen sie sich nicht gut. Die ewigen Nörgler.

      Ich sage, der Film ist einer der besten aus der Star Trek Reihe! Nicht mehr und nicht weniger.

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  2. C.H. · Mai 11, 2009

    Schau ich morgen, und ich bin ja so gespannt….

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    • Xander · Mai 12, 2009

      Und ich auf deine Kritik!

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  3. gameria · Mai 12, 2009

    Fand ihn ein richtig gelungener Popcorn-Spass.
    Die meisten Crewmitglieder wurden hervorragend getroffen und liebevoll umgesetzt. Die ganze Verjüngung ist nicht nur aus markttechnischer Sicht absolut verständlich, sondern doch auch nötig gewesen. Der Link zu den Oldies in Form vom Spock war grandios.
    Simon Pegg war (zumindest in der englischen Version) ein Genuss, da hatte er son irischen Akzent, der immer wieder für herzhafte Lacher gesorgt hat. Der Typ passt meiner Ansicht nach super in die Rolle. Genauso wie der junge Spock. Hatte schon Angst, dass ich das aufgrund der Sylar-Affinität nicht ernst nehmen kann, aber das war völlig unbegründet.

    Also, der Film ist nicht wirklich sehr spannend, aber ein stimmiger, abgerundeter Blockbuster, bei welchem man keine Sekunde an die Zeit denkt, sondern mit nem Smile die ganze Achterbahnfahrt geniesst. Am Schluss hätten sie eigentlich gleich den nächsten einlegen können.
    So müssen zeitgemässe Remakes sein.

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    • Xander · Mai 12, 2009

      „bei welchem man keine Sekunde an die Zeit denkt“

      DAS ist mir allerdings auch aufgefallen – die Zeit vergeht, und das ist positiv gemeint, wie im Flug und unterhalten wird man ja doch. Nur halt anders als erhofft, wenn auch nicht erwartet.

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  4. lalia · Mai 12, 2009

    vorab: meiner Mutter hat der Film gefallen.
    Dazu sollt eman wissen, sie mag Sci-Fi sonst nicht, und kennt auch nur die alte Serie. Allerdings haben wir jetzt im TV die anderen Filme mal wieder angeschaut.
    Da allein sollte schon für sich sprechen.
    Ich bin etwas geteilt, mir hat der Film an sich gefallen, man hätte jetzt aber nicht unbedingt Enterprise nehmen müssen. Was natürlich erst für Lacher sorgt, da man manche Dinge ja einfach kennt. Bsp: Spock.
    Was mich gestört hat, kann ich genauso wenig beschreiben, wie Xander.
    – SPOILER –

    Doch eins fand ich wirklich gelungen, das Ding mit der Zeitreise, weil alt-Spock am Ende jung-Spock noch trifft und meint: Kirk muss ja nicht alles wissen 😉 genial.

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    • Xander · Mai 12, 2009

      Zumindest wir scheinen ja einer Meinung zu sein 😉

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  5. Xander · Mai 12, 2009

    Was mich übrigens auch noch ärgert, was ich aber vergessen habe im obigen Text zu erwähnen: Jahrzehnte von „Star Trek“ sind jetzt für quasi „umsonst“ gewesen, willkommen in einer neuen Zeitlinie, vergesst alles was war… arrgh! SOO viel Freiheit hätte sich Abrams dann doch nicht nehmen dürfen. Er hatte ja nur Schiss vor Kontinuitäts-Fehlern.

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  6. Flo Lieb · Mai 12, 2009

    Jahrzehnte von “Star Trek” sind jetzt für quasi “umsonst” gewesen

    (Achtung, Spoiler) Eigentlich müssten das dieselben Jahrzehnte sein. Und der Film eine einzige Ausnahme. Den der alte Spock hat Kirk ja erzählt, dass Kirks Vater in seiner Welt noch gelebt hat. Somit ist der alte Spock, der Spock aus der Serienvergangenheit der letzten 40 Jahre. Und weil der alte Spock das wusste, heißt das, das der junge Spock, wenn er alt ist, das auch weiß. Was er aber nicht könnte, wenn Kirks Vater von Nero getötet worden wäre. Wird er aber nicht, da ja sowohl Spock als auch die Romulaner jetzt wissen, dass ihr Planet in 70 Jahren (oder so) in die Luft fliegt. Somit wird durch das Wissen die Supernova verhindert, der Planet nicht zerstört, Spock und Nero nicht durch das Schwarze Loch in die Vergangenheit gezerrt und somit ist Abrams Film null und nichtig.

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  7. Xander · Mai 12, 2009

    Danke, habe sehr gelacht. Aber ich glaube, deine Schussfolgerung ist nicht ganz richtig (Spoiler):

    1. Romulus wird zerstört, Nero & Spock reisen in die Vergangenheit
    2. Nero tötet Daddy
    3. 25 Jahre später: Spock erreicht die (bereits geänderte) Gegenwart, warnt Kirk
    4. Nero wird aufgehalten.
    5. Spock ist in der Gegenwart bzw. seiner Vergangenheit gefangen. Da er selber „zurückgespult“ hat, hat die Zeit, aus der er kommt, nie stattgefunden – er existiert in dieser Zeit nachdem er in die Anomalie gezogen wurde auch nicht mehr. Somit kann zwar die Explosion von Romulus eventuell verhindert werden, doch ändert sich an der bereits veränderten Vergangenheit nichts mehr. Der Nero der Gegenwart lebt zwar noch, hat aber keinen Grund, so abzugehen.

    Alle Geschehnisse, die in den letzten Serien und Filmen gezeigt wurden, werden nie geschehen. Sie liegen in der durch diesen Film unwiderbringlich veränderten Zukunft.

    Ach ja, Zeitreisen in „Star Trek“ waren schon immer verwirrend, mehrdeutig und dadurch sehr unterhaltsam. Wir werden wohl auch in dieser Diskussion auf keinen gemeinsamen Nenner kommen, aber Spaß machts trotzdem 🙂

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  8. Flo Lieb · Mai 12, 2009

    Danke, habe sehr gelacht. Aber ich glaube, deine Schussfolgerung ist nicht ganz richtig:

    5. Spock ist in der Gegenwart bzw. seiner Vergangenheit gefangen. Da er selber “zurückgespult” hat, hat die Zeit, aus der er kommt, nie stattgefunden

    Der Satz sagt es doch selbst. Den alten Spock gibt es folglich nicht, weshalb er Kirk auf dem Planeten nicht das Leben retten kann. Mit Kirks Tod kann die Enterprise die Zerstörung der Erde nicht verhindern. Nero vernichtet somit die ganze Föderation.

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  9. lalia · Mai 13, 2009

    also, das mit Spock seh ich so:
    er ist an sich gleichzeitig im Schwarzen Loch, wie Nero, kommt nur zu einer anderen Zeit raus.
    in der Zeitspanne hat sich shcon was geändert – da er aber in diesem Vakuum an Zeit war, hat es ihn nie berührt.

    Zeitvakuum – hm, das gefällt mir ^^

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  10. Xander · Mai 13, 2009

    Eben, ich meine es so wie Lalia es geschrieben hat. Spock ist ja gleichzeitig mit Nero aus deer Zukunft verschwunden – ob sich diese nun ändert oder nicht, kann ihm egal sein, er ist ja weg.

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  11. Flo Lieb · Mai 13, 2009

    Was ihr Beiden sagt, ergibt (für mich jedenfalls) null Sinn. Aber belassen wir es dabei.

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    • lalia · Mai 13, 2009

      dabei hab ich es so einfach geschrieben;)

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  12. Xander · Mai 13, 2009

    Ich kann mir denken, warum es für dich keinen Sinn ergibt, weiß aber auch nicht, wie ich es anders deutlich machen soll. Sieh das ganze nicht als Zeitschleife, sondern als Abfolge der Ereignisse, die sich nicht wiederholen können, weil sie sich nicht wiederholen brauchen.

    Oder wir belassen es dabei 😉

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  13. Flo Lieb · Mai 13, 2009

    Nein, ich habe euch schon richtig verstanden. Aber ich finde, das macht astro-physikalisch keinen Sinn. Aber belassen wir es wirklich dabei.

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  14. Xander · Mai 14, 2009

    @ SeveQ:
    Du verwechselst da etwas. Nur weil ich ganz einfach meine Meinung zu dem Film geschrieben habe, heißt das nicht, das ich krampfhaft nach was Schlechtem gesucht habe, um herumnörgeln zu können. Andererseits: Nur weil du sagst, der Film sei einer der besten der Reihe, heißt das nicht automatisch, dass er das auch ist (auch wenn ihn keiner schlecht bzw nicht ganz so gut finden darf).

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    • SeveQ · Mai 14, 2009

      Du verwechselst da ebenfalls etwas. Ich habe nicht dich persönlich angesprochen. Deine Meinung darfst du selbstverständlich kund tun.

      Was ich mit meinem Kommentar meinte:

      Mir kommen irgendwie immer mehr Leute unter, die absolut null Toleranz kleinsten Fehlern gegenüber haben. Filme sollten unterhaltsam, nicht perfekt sein.

      Manche Leute haben eine solch niedrige Toleranzschwelle, dass ich mich frage, warum sie überhaupt noch ins Kino gehen. Ganz besonders unter den Trekkies scheint das der Fall zu sein. Stimmt ein Film nicht 100% exakt mit dem Star Trek überein, das bekannt ist, sprich, hochpolitisch, gewaltfrei, kuschelig und doch spannend, dann ist es nicht Star Trek.

      Was diese ewigen Nörgler aber geflissentlich übersehen: jede Geschichte entwickelt sich. Star Trek ist SciFi, also per definitionem weit hergeholt. Alles, was zu Star Trek rausgebracht wurde und werden wird, definiert Star Trek. Somit obliegt es keinem Fan zu sagen, das ist nicht Star Trek.

      Ich kann mich gut an Nemesis erinnern. Wie wurde der Film von den Fans zerrissen. Dabei war er gar nicht so schlecht. Nicht so gut wie die vorangegangenen, aber auch nicht so schlecht, dass man sagen musste, das sei kein Star Trek. Es gab Picard, Troy, Data, es gab die Sternenflotte, die Romulaner, die Enterprise, also war es Star Trek.

      Lange Rede, kurzer Sinn: mich nervt einfach die laute negative, ganz besonders die destruktive Kritik („Der Film war scheiße“), die irgendwie in letzter Zeit jeder Film einstecken muss, selbst wenn er noch so gut ist. Als ob viele darauf warten, dass der perfekte Film ins Kino kommt und jedes mal maßlos enttäuscht sind, wenn der Film wieder nicht 100% dem entsprach, was sie erwartet haben.

      Meine Ansage dazu an alle Nörgler: genießt doch mal das Gute an einem Film, statt dauernd über das Schlechte zu meckern! Gilt übrigens nicht nur für Filme.

      Zu deiner persönlichen Meinung: du beschwerst dich über die Musik, über die Aufmachung der Brücke, über einen Hund, über sinnlose Monster, über alles mögliche im Detail. Hast du mal daran gedacht, den Film vielleicht als ganzes zu betrachten? Ich persönlich mache das immer, wenn mir der Film als ganzes auch gefällt. Dann übersehe ich solche möglicherweise als negativ einzustufenden Details, wie einen 25jährigen Beagle oder Scottys Haarfarbe. Oder, dass man Uhura anders im Gedächtnis hatte. Natürlich hatte man das, Zoe Saldana ist nicht Nichelle Nichols. Scheiß auf das iPOD Design, wenn’s insgesamt mit dem Film stimmig ist.

      Was soll also bei einem insgesamt seht guten Film die Beschwerde über Details wie eine verhunzte Abschluss-Sequenz (die meiner Meinung nach für sich betrachtet gar nicht so schlecht war, ohne Rückblick auf TOS) und der fade Beigeschmack, den man dadurch hat? Er versaut einem doch nur das Gesamterlebnis.

      Ich versuch’s mal mit ’nem Vergleich: ich hab die Gelegenheit, mit meiner absoluten uneingeschränkten Traumfrau die Nacht meines Lebens zu erleben und hinterher beschwere ich mich darüber, dass sie einen kleinen Pickel am Hals hatte und seit 3 Wochen nicht beim Frisör war?

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  15. Xander · Mai 14, 2009

    Hm, was macht einen Star-Trek-Film denn aus, wenn nicht die Zugehörigkeit zu einem großen Ganzen? Dürfen einem „Kleinigkeiten“ wie der Score, das Set-Design oder ganz einfache Lückenfüller, um die Laufzeit zu strecken nicht mehr auffallen? Als Ganzes fand ich den Film ok – 6/10 Punkten machen das ja auch deutlich. Und das „Ganze“ entsteht erst durch Addition der Teile.

    Es kommt oft genug vor, das ich auch sage „Hey, das und das ist scheiße in dem Film, aber egal, der macht einfach Spaß!“. Aber bei Filmen wie „Star Trek“ musst du auch verstehen, dass nicht jeder (mehr oder weniger) Fan den Film für sich alleine sieht, sondern als Teil des Trek-Universums. Und dann – ja dann fallen einem solche Sachen eben auf. Science-Fiction heißt eben nicht nur, dass man machen kann was man will.

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    • SeveQ · Mai 14, 2009

      Ich gehe mit dir konform, dass im Gegensatz zu anderen Filmen Star Trek zu Star Trek als Ganzem passen sollte. Doch was ist Star Trek? Star Trek ist vor allem eines: 40 Jahre Filmgeschichte im Wandel der Zeit und der Technoligie.

      Was zu Shatners Hoch-Zeiten modern und State of the Art war, kann man heute getrost in der Mottenkiste verschwinden lassen, ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Ist es, um einen guten Star Trek Film zu machen, erforderlich, jedes Detail aus der guten alten Zeit exakt und unhinterfragt zu übernehmen?

      Die Mode, die in der Basis immer weitestgehend dem Zeitpunkt der Entstehung entspricht, das Design der Kulissen, die Art zu sprechen, die Art zu spielen, all das sind Details, die sich an der Realität orientieren, sich davon inspirieren lassen. Was früher modern war und die Besucher in die Kinos gelockt hat, lockt doch heute allenfalls noch fundamentalistische Fans hinter dem Ofen hervor. Um also die Masse zu begeistern muss man mit der Zeit gehen. Mit der Zeit im realen Leben, nicht mit der Zeit im Handlungsstrang. Da sind Anachronismen dann unvermeidlich. Auch Änderungen am Fundament lassen sich kaum vermeiden.

      Ich glaube nicht, dass es vielen Zuschauern gefallen hätte, wenn Pike und Nero sich auf stundenlange Verhandlungen eingelassen hätten, statt einfach die Waffen sprechen zu lassen, auch wenn dies eher dem Star Trek Charakter entsprochen hätte. Ein neuer Anfang, den, wie du selbst festgestellt hast, Star Trek auch nötig hatte. Der Zuschauer will Action.

      Fakt ist doch eines: Produzenten stellen Filme nicht her, um einzelne Fans einer Serie zu begeistern, sondern die breite Masse, die Geld in die Kinos schleppt. Darum ging es auch bei der Produktion von Star Trek immer. Darum geht es bei jedem Film, der für die Masse produziert wird.

      Man kann sich jetzt darüber auslassen, dass es eben Mainstream-Kino ist, aber was nutzt es? Was hilft es, einen Star Trek Film zu produzieren, der 100% Star Trek ist, aber dafür nur 10% der Zuschauer in die Kinos lockt? Er muss die Masse bewegen, um zumindest die Produktionskosten wieder einzuspielen. Dafür braucht es Kompromisse, über die man als Fan wegsehen muss, will man, dass das Star Trek Universum weiter besteht. Man muss nicht nur als Produzent, sondern auch als Fan mit der Zeit gehen.

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  16. Xander · Mai 14, 2009

    Vor allem dein letzter Absatz bringt es auf den Punkt, denn genau DAS ist das Problem. Jahrzehntelang hat „Star Trek“ funktioniert, wie es war. Es ist ja mit der Zeit gegangen, man muss ja nur einmal die einzelnen Serien untereinander vergleichen, oder die Original Series mit „First Contact“. Trotzdem hat es immer seinen Charme behalten und es wurde eigentlich immer versucht, Fehler zu vermeiden. Doch da Filme ja immer teurer werden und es immer wichtiger wird, immer mehr Geld in die Kassen zu spülen, müssen die Filme massenkompatibler werden. Sicherlich sähe das Einspielergebnis anders aus, wäre „Star Trek“ geworden wie „Star Trek – The Motion Picture“. Aber was unterscheidet das Franchise dann zukünftig von x-beliebigen Science-Fiction Filmen? Doch nur der Name. Dem Studio wird das egal sein – dem Fan aber nicht. Vielleicht könnte es aber problematisch werden, wenn sich die Fans eventuell komplett abwenden – schließlich war der Sternenzug nie ein Sternenkrieg – und die Marke daraufhin völlig wertlos, weil austauschbar, wird? Wir werden sehen.

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