Kritik: ABGEDREHT – BE KIND REWIND [2008]


„Ich habe das Kraftwerk nicht sabotiert, das Kraftwerk hat MICH sabotiert!“

Mike arbeitet in der Videothek von Mr. Fletcher. Als dieser für ein paar Tage verreisen muss, überlässt er ihm den Laden – mit der Warnung, dass er nicht Mikes chaotischen Freund Jerry mithelfen lassen soll. Und er hatte recht: Bei einem nächtlichen Versuch, das örtliche Kraftwerk zu sabotieren, wird Jerry „magnetisiert“ und löscht quasi im Vorbeigehen sämtliche Videobänder der Videothek. Um den Betrieb dennoch aufrecht zu erhalten, kommt den Jungs die rettende Idee: Sie drehen die Filme einfach nach! Doch mit dem Erfolg haben sie nicht gerechnet, denn diese „geschwedeten“ Filme erreichen eine große Anhängerschaft und so kommen die beiden mit dem Nachdrehen kaum noch hinterher…



(YouTube)

Das praktische an Online-Reviews ist ja, man kann hier multimedial arbeiten. Das heißt, nach Ansicht des obigen Trailers werdet Ihr wohl besser verstehen, warum ich mich „damals“ so auf den Film gefreut habe. Was würde das ein Spaß werden, wenn Jack Black „Ghostbusters“ nachdreht! Eine großartige Kino-Komödie, die sich mit dem Kino beschäftigt. Das es nun allerdings etwas anders gekommen ist, als ursprünglich erwartet, ist zwar einerseits schade, andererseits allerdings… äh… nun ja, es ist eigentlich nur schade. „Abgedreht“ ist bei weitem nicht der Brüller, den ich erwartet habe.

„Be Kind Rewind“ ist vielmehr zu einem Teil Komödie, zum anderen Teil auch die Geschichte eines Stadtviertels und ihrer Videothek als Symbol zur Liebe zu den Werten des alten Kinos. Dazwischen untergebracht ist noch die Geschichte des fiktiven Jassmusikers Fats Waller, die alle Handlungsstränge zusammenhält und dessen Verfilmung seiner Lebensgeschichte das „große Finale“ des Films bildet. Doch man wird das Gefühl nicht los, dass hier nichts so wirklich zusammenpasst. Die überdrehte Storyline vom magnetisierten Jerry, der alle Videobänder löscht, die teilweise amüsanten Szenen von den Nachdrehs – andererseits aber die tragische Wendung, dass das angebliche Geburtshaus von Fats Waller abgerissen werden soll (und damit, wie angesprochen, auch die Liebe zum Kino, Meta-Ebene und so), dann noch die Copyright-Probleme mit den Filmstudios (sehr schön dargestellt durch Sigourney Weaver mit ihrem Zitat „Klar, jetzt sind wir wieder die Bösen!“) – alles im Ansatz gute Ideen, im Zusammenspiel entsteht allerdings nicht mehr als Stückwerk, das irgendwie aneinandergereiht wurde. Jack Blacks überdrehtes Spiel passt zwar zu den eher lustigen Sequenzen, hat aber in den ernsteren Passagen nichts verloren und wirkt auch sonst eher etwas deplaziert. Dies hätte in einer reinen, ruhig auch etwas albernen Komödie die sich nur mit den Nachdrehs beschäftigt hätte weitaus besser gepasst.

Vielleicht kenn ich mich mit dem Kino an sich zu wenig aus, um gewisse Insidergags zu verstehen. Vielleicht habe ich auch nicht alle mitbekommen, da diese teilweise nur beiläufig behandelt werden und ein aufmerksames Zuschauen voraussetzen. Vielleicht ist meine Liebe zum Kino nicht groß genug, um die gesamte Bedeutung dieses Films zu erahnen. Als Fazit muss ich allerdings festhalten, dass ich mich bei diesem Film, der zwar zu Beginn einige, ja leider nur, amüsante Stellen bietet die zum Schmunzeln anregen, der zum Schluss aber etwas arg kitschig wird, zum Großteil gelangweilt habe. „Abgedreht“ mag für einige der ganz große Wurf sein, in der unsynchronisierten Fassung vielleicht noch etwas witziger sein, für mich war er einfach nur belanglos, was schade ist.

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7 Kommentare

  1. lalia · April 19, 2009

    Den Film wollt ich so gern anschaun, ich glaub diese Art von Komödie würde mir gefallen. Aber wenn du nun nur ein paar Pünktchen bewertest, muss ich wohl andere Quellen auftun, um diesen Film mal zu sehen.

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  2. Xander · April 20, 2009

    Würde mich ja mal interessieren, wie du den Film findest!

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  3. dratze · April 20, 2009

    Ich mag den Film.
    Also gucken , lohnt sich schon wegen jack Black.
    p.s es gibt keinen schlechten jack black film , ausser vllt. unendliche geschichte 3.

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  4. Wortman · April 21, 2009

    [OffTopic]
    Wenn ich Fragen stelle, erwarte ich Antworten, so wie ich selber auch antworte, wenn ich etwas gefragt werde. Wenn man aber nur blöde Sprüche bekommt und die eigenen Antworten und auch andere Kommentare darauf dann plötzlich einfach gelöscht werden bzw. ich plötzlich unter “Moderation” stehe, damit kein ungesehener Kommentar auftaucht… sorry, aber so wertvoll ist das Tassenstöckchen nicht, dass ich mich da weiter ärgern muss, sollte.

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  5. Die Zange · Mai 25, 2009

    man man man, zu 100% meine meinung. 😉

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    • Xander · Mai 25, 2009

      Dann steh ich ja mal ausnahmsweise nicht alleine da 😉

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  6. Pingback: Abgedreht (2008) | Film-Blogosphäre

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