Kritik: TERMINATOR 3 – REBELLION DER MASCHINEN [2003]


„Fick dich doch selber, du Arschloch!“
– „Negativ, Befehl nicht ausführbar!“

Ein neuer Terminator ist in der Stadt – und er ist eine Frau. Da John Connor in der Zukunft unangreifbar ist und er nach den Geschehnissen der ersten beiden Teile untergetaucht und somit nicht auffindbar, setzt Skynet jetzt alles daran, seine zukünftigen Generäle ausszuschalten. Scheinbar mit Erfolg – bis der T101 ebenfalls in der Gegenwart auftaucht, um dies zu verhindern. Zu allem Überfluss finden dann auch beide den mittlerweile erwachsenen John Connor…


Um noch einmal auf die Inhaltsangabe zurück zu kommen: Hier habe ich mich erst einmal gefragt, warum dann kein Terminator in DIE Vergangenheit zurückreist, an der man John Connor noch auffinden konnte. Doch dann könnte man sich auch fragen, warum man nicht einfach Sarah Connor als Kind umbringt. Und das solche Fragen nichts bringen und bei einem Film wie „Terminator 3“ auch völlig fehl am Platze sind, weiß man ja schon seit den ersten beiden Teilen. Doch wo ich grade dabei bin: Wofür braucht ein Terminator ein HUD? Ein Computer registriert seine Umgebung zwar mit Augen (Kameras), doch braucht er doch keinen Bildschirm mit ablesbaren Informationen? Na egal, so bekommt der Zuschauer wenigsten mit, was in einem Terminator vor sich geht, etwa wenn auf eine Frage die Antwortmöglichkeit „Fick dich selber, du Arschloch!“ zur Verfügung steht. So geschehen in Teil 2, und das oben erwähnte Zitat nimmt in diesem dritten Teil dann auch gleich Bezug darauf, wenn auch auf ironische Art und Weise.

Das diese Herangehensweise an das Terminator-Universum typisch für den ganzen Film ist, merkt man in jeder Sekunde. Etwa, wenn der T101 fast schon hektisch durch den Stripclub läuft, auf der Suche nach Kleidung, und bei den zu 99% anwesenden Damen immer nur „Mismatch“ in seinem HUD aufblinkt. Oder wenn er anstatt „I’ll be back“ zu sagen erst einmal mit einem Hubschrauber in einen Bunker knallt und beim Aussteigen sagt „I’m back!“. Oder, oder, oder. Der T101 ist zwar immer noch eine emotionslose Killermaschine, doch ist sie witziger geworden. Denn ganz ernst nehmen kann man ihn eh nicht mehr, ist ihm die Terminatrix doch weit voraus, nicht nur technisch, sondern auch optisch. „Ich bin ein Auslaufmodell“ stellt er dann auch fest und man fragt sich, ob das auf den Filmcharakter bezogen wurde oder gleich auf den typischen Action-Helden der 80er, wie ihn Schwarzenegger darstellte.

Doch selbst wenn dies der Fall sein sollte, so ist die Action in diesem Fall zwar auch zeitgemäß, aber dennoch herrlich old-school, da kaum animiert. Überhaupt überbietet „Terminator 3“ seine Vorgänger in Sachen Action um einiges und die auwendigste und brachialste Szene des Film, die Verfolgungsjagd mit dem Kran hinterlässt bleibenden Eindruck, wird hier doch beinahe eine ganze Kleinstadt in Schutt und Asche gelegt.

So positiv sich das jetzt auch alles anhört, so sehr bezieht sich das auch nur auf den Actionfilm an sich, von dem „Terminator 3“ mit Sicherheit ein guter Vertreter ist. Es kracht an allen Ecken und Enden, und wenn sich die zwei Maschinen bekriegen, bleibt kein Pissoir heile. Was allerdings fehlt ist die Tiefe der ersten Teile, das düstere, bedrohliche Element, die Zukunft. Der Film ist ein reiner Actioner mit bekannten Gesichtern und in einem bekannten filmischen Universum, der aber keine all zu große Geschichte zu erzählen hat. „Skynet light“ sozusagen, denn bis auf das bedrückende Ende, welches aber von der Idee her gut ist, bietet der Film nichts Tiefsinniges sondern nur pure Unterhaltung und Lust an der Zerstörung. Davon aber jede Menge.

Advertisements

10 Kommentare

  1. Flo Lieb · März 20, 2009

    Hab ich noch nicht gelesen, les alle deine Terminator-Sachen erst, wenn ich selbst nochmal die Trilogie gesichtet habe. Aber laut Wertung kommt der 3. ja ziemlich gut weg bei dir.

    Gefällt mir

  2. Xander · März 20, 2009

    Er wird ja gerne schlecht gemacht… aber ich denke 7/10 ist gut. Denn viel mehr als „nur“ gut ist er ja nicht, viel weniger aber auch nicht. Ich hab mich halt gut unterhalten gefühlt. Und ich bin empfänglich für weibliche Terminatoren 😉

    Gefällt mir

  3. Flo Lieb · März 20, 2009

    Dann ist SCC ja genau dein Fall.

    Gefällt mir

  4. Xander · März 20, 2009

    Das siehst du vollkommen richtig. Das Staffelfinale z.B. fand ich sehr gelungen – nur leider waren halt nicht alle Folgen so.

    Gefällt mir

  5. bullion · März 20, 2009

    Jetzt seh ich erst, dass du den Film auch aktuell gesichtet hast! Ja, kommt bei dir tatsächlich besser weg, doch im Kern der Sache stimmen wir doch überein: Tolle Action und etwas flache Geschichte, dabei aber sehr unterhaltsam. Nach Arnie ist mein Lieblingsterminator wohl tatsächlich Summer Glau… *schmacht*

    Gefällt mir

  6. Xander · März 21, 2009

    Deinen letzten Satz könnte ich auch so unterschreiben.

    Gefällt mir

  7. Wortman · März 23, 2009

    melde mich zurück. umzug hat super geklappt 🙂

    Gefällt mir

  8. Xander · März 23, 2009

    Welcome Back 😉

    Gefällt mir

  9. Pingback: Gesucht und… gefunden? (6) |

Sag was dazu!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s