Kritik: TERMINATOR 2 – TAG DER ABRECHNUNG (DIRECTORS CUT) [1991]


„Du wolltest diesen Typen killen!“
– „Natürlich, ich bin ein Terminator!“

Los Angeles, 10 Jahre nach dem ersten Angriff des Terminators: Der T800 ist zurück, doch mit ihm ein weiterer Besuch aus der Zukunft, der T1000. Dieser ist jetzt auf der Jagd nach dem jungen John Conner, während dessen Mutter Sarah Connor in der örtlichen Nervenheilanstalt sitzt. Der T800, vom zukünftigen John Connor neu programmiert, hat nun die Mission, John zu schützen…


Machen wir doch einfach mal da weiter, wo wir das letzte Mal aufgehört haben, beim Problem des zeitlichen Paradoxon. Während in Teil eins das Problem auftauchte, das John Connor Kyle Reese in die Gegenwart schickt, um seine Mutter zu schützen, die aber erst seine Mutter wird, nachdem sie von Kyle geschwängert wird, geht es hier unbeirrt weiter. Wie in den herausgeschnittenen Szenen von „The Terminator“ schon angedeutet, kann Cyberdyne Skynet nur entwickeln, da die dortigen Wissenschaftler Überreste des ersten T800 gefunden haben und dessen Technologie nutzten. Ohne den ersten Teil, der ohnehin in seiner eigenen Zeitschleife hängt, würde es also gar keine Zukunft geben – diese erschafft sich durch ihre selbst geschaffene Vergangenheit also erst. Na, lassen wir das…

Diese Problematik muss man allerdings akzeptieren, wenn man an dem Film Spaß haben will. Denn den kann und wird man auf jeden Fall mit diesem Film haben. Im Gegensatz zum ersten Teil hatte man ein wesentlich höheres Budget zur Verfügung, welches auch gut genutzt wurde. Die Action ist noch mehr over the top und die Effekte, vor allem für die „damalige“ Zeit, sind atemberaubend. Besonders bei dem T1000 hat man aus dem Vollen geschöpft, besteht dieser doch aus flüssigem Metall (noch ein Punkt, den man einfach akzeptieren muss) und so kann man morphen, was das Zeug hält.

Im Mittelpunkt von „T2“ steht diesmal, anders als im Vorgänger, die Action mehr im Vordergrund. Die Hintergrundgeschichte ist ähnlich – John Connor soll getötet werden – einer ist dafür, einer dagegen – und doch ist es etwas anders. James Cameron begeht nicht den Fehler, aufgrund der Action die Story aus den Augen zu verlieren und diesmal darf Sarah dann auch das vollbringen, was sie zwischen den beiden Filmen nicht geschafft hat: Cyberdyne zerstören. Das ihr dabei ihr alter Widersacher zur Seite steht, schafft nicht nur komische Momente (etwa wenn er versucht zu lächeln), sondern vor allem auch nachdenkliche.

„Die unbekannte Zukunft rollt auf uns zu und zum ersten Mal sehe ich ihr mit einem Gefühl der Hoffnung entgegen. Denn wenn eine Maschine, ein Terminator, den Wert des Lebens schätzen lernen kann, dann können wir es vielleicht auch.“

Durch Sarahs Visionen wird die Zukunft verbildlicht, und sie könnte schrecklicher nicht sein. Wenn auch der erste Teil weitaus düsterer ist und in Sachen Spannung leichten Vorsprung hat, geht „Terminator 2“ einen leicht anderen, Action und Humor orientiereren Weg und weiß dabei vollends zu überzeugen.

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8 Kommentare

  1. bullion · März 11, 2009

    Ja, sehe das sehr ähnlich. Früher hat mir der zweite Teil auch besser gefallen, als der erste. Seit der letzten Sichtung hat sich der Ur-Terminator jedoch auf den ersten Platz gedrängt.

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  2. Flo Lieb · März 11, 2009

    Auch nur der Director’s Cut. In Europa hat man auch die Arschkarte, wenn man den Extended Cut haben möchte. Und wie es scheint ist auf der Blu-Ray nur die Kinofassung drauf. Zumindest laut Amazon-Angaben. Deutschland und seine DVD-Veröffentlichungen, das hass ich ja so dermaßen.

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  3. Xander · März 11, 2009

    Wenn ich mir bei den Schnittberichten den „Ultimate Cut“ anschaue, dann hab ich ja nicht viel verpasst – vor allem das Ende find ich in „meiner“ Version besser. Und das der T1000 den Karton findet und deswegen zur Nervenklinik fährt – ok, MIT der Szene macht das mehr Sinn. Sonst scheint ja nichts anders zu sein!?

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  4. fincher · März 11, 2009

    Das unterschreib ich mal so. Kenne zumindest keinen Actioner, der in Sachen Action UND Anspruch auf so einem derart hohen Niveau spielt.

    Und trotz der Längen, die der Director´s Cut vor allem im Mittelteil mit sich bringt, ist das auch meine bevorzugte Fassung.

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  5. Xander · März 11, 2009

    Vielleicht schau ich mir dann auch noch mal Kinofassung an, um einen Vergleich zu haben – ist schon was länger her…

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  6. C.H. · März 11, 2009

    Word! Wie neulich schon erwähnt, hab ich den ein Stück weit lieber als den Ur-Terminator. Gerade auch die Effekte sind natürlich für Anfang 90er der Knaller.

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