Kritik: THE TERMINATOR [1984]


„Hören Sie, ich bin doch nicht blöd! Was Sie da sagen, ist unmöglich. Sowas ist gar nicht herzustellen!“
– „Noch nicht! Noch ungefähr 40 Jahre lang nicht!“
„Soll das heißen, er ist aus der Zukunft?“
– „Einer möglichen Zukunft, aus Ihrer Sicht heraus. Ich kann Ihnen das jetzt nicht genauer erklären!“

Los Angeles, 1984: Inmitten von elektrischen Entladungen erscheinen zwei nackte Männer aus der Zukunft in der Stadt. Schon bald stellt sich heraus, was ihr Ziel ist: Die junge Frau Sarah Connor (nicht verwandt oder verschwägert mit der Sängerin aus Delmenhorst). Doch während der eine ein sogenannter Terminator ist, ein Cyborg, gekommen, um sie zu töten, ist der andere ein Mensch – mit Ziel, eben dieses zu verhindern…


Lang ist es her, dass ich diesen Film das letzte Mal gesehen habe. Und während der letzten Sichtung kam es mir stellenweise so vor, als hätte ich ihn noch gar nicht gesehen, so viel Neues (oder vielleicht: Vergessenes?) habe ich entdeckt. Aber gut, vielleicht lag es auch an der Uncut-Version, man weiß es nicht.

„Terminator“ ist nur vordergründig ein reiner Actionfilm. Sicher, für die damalige Zeit waren die Action-Szenen mit Sicherheit ganz ordentlich und die Effekte waren ganz bestimmt auch gut. Also, damals. Heutzutage wirken diese dann doch schon etwas in die Jahre bekommen und gerade in der Szene, in der sich der Terminator sein Auge repariert sieht er aus wie Leatherface. Aber wie gesagt, die Action und die Effekte nehmen gar nicht mal den größten Teil des Films ein. Denn die Geschichte, die es zu erzählen gilt, ist sehr viel wichtiger und durch diese und die erzeugte Spannung sammelt der Film am meisten Pluspunkte. Es sind die kleinen Szenen, die Eindruck hinterlassen, etwa wenn der Terminator am helligten Tag seine Liste „abarbeitet“ und mehrere Sarah Connors umbringt, in der Hoffnung, dass die richtige dabei ist. Schwarzeneggers minimalistische Mimik, die für einen Cyborg passenden (effizienten) Bewegungsabläufe und seine Gefühlskälte lassen einem einen Schauer den Rücken herunterlaufen. Oder Kyles Verhör im Polizeirevier, wenn sich im Grunde alle über seine Aussage lustig machen und nicht ahnen, wie Recht er hat (ok, spätestens wenn Arnie mit dem Auto ins Polizeirevier kracht werden sie’s wohl geahnt haben).

Das „Terminator“ nebenbei ein ziemlich interessantes Zeit-Paradoxon erschafft, sei auch noch erwähnt: Kyle kommt in die Gegenwart, um John Connors Mutter zu schützen, damit sie nicht vor Johns Geburt getötet wird. Im Verlaufe dessen schwängert er Sarah und zeugt somit erst John. Wäre Kyle also nie in die Vergangenheit gereist, wäre John nie geboren worden. Da Kyle aber auch aus der Vergangenheit nicht wieder zurück in die Zukunft kann, um überhaupt von seinem eigenen Sohn in die Gegenwart geschickt zu werden, äh… – ein Teufelskreis. Zeitreisen sind in Filmen bei mir sowieso recht beliebt (erst recht in diversen Star Trek Episoden), und somit gefällt mir diese Thematik auch bei „Terminator“ recht gut.

Mit „Terminator“ wurde ein Klassiker des intelligenten Actionfilms geschaffen, der auch heutzutage noch zu überzeugen weiß. Trotz der mit Sicherheit veralteten Effekte und der schrecklichen Frisuren aus dieser Zeit zieht einen der Film in seinen Bann und regt zum Nachdenken an – auch wenn das Nachdenken vielleicht nur daraus besteht, die Logik hinter der entstehenden Zeitschleife zu enträtseln…

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9 Kommentare

  1. bullion · März 7, 2009

    Für mich ein nahezu perfekter Film. Der beste der drei Teile. Düster, drecking und hart. Dazu eine wunderbare Geschichte und ein genialer Score. Was will man mehr?

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  2. C.H. · März 7, 2009

    Habe ich mit vor ein paar Wochen aus England kommen lassen und neulich zum ersten mal gesehen. Stimme dir in deiner Rezension zu. Toller Film, auch wenn ich den zweiten (@ bullion) für einen Tick stärker halte.

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  3. Xander · März 7, 2009

    … wenn ich mich recht erinnere, fand ich den zweiten Teil besser – werde mir den aber wohl nächste Woche nach langer Zeit mal wieder ansehen, also man darf gespannt sein 😉

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  4. Xander · März 7, 2009

    Ach, und was ich in meinem Text vollkommen vergessen habe zu erwähnen: Unbedingt die „Terminated Scenes“ auf der DVD anschauen – die lassen die Story in einem ganz anderen Licht dastehen und bilden eine fast perfekte Überleitung zum zweiten Teil. Schade um die Kürzung.

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  5. Wortman · März 7, 2009

    Terminator 1: Einfach genial
    Terminator 2: Echt witzig
    Terminator 3: Da knallt es aber dolle *g*

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  6. Xander · März 7, 2009

    Ist „Da knallt es aber dolle“ jetzt eher positiv oder negativ gemeint?

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  7. Wortman · März 7, 2009

    ist posneg gemeint 😉
    da ist mir teilweise so viel action drin, dass man die handlung sucht.
    dafür ist der anfang gut, wo arnie sich selbst mal wieder auf die schippe nimmt…

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  8. lalia · März 8, 2009

    kenn ich nicht XD

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  9. Pingback: Kritik: TERMINATOR: DIE ERLÖSUNG (SALVATION) « at the movies – filme. tv. sowas.

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