Kritik: UNDERWORLD [2003]


„Lucien ist tot!“
– „Nach Aussage von – wem?“

Seit Jahrhunderten tobt der Kampf der Vampire gegen die Lykaner – Werwölfe. Als die Vampirin Selene entdeckt, dass die Lykaner hinter dem Menschen Michael Corvin her sind, wird sie misstrauisch und stellt Nachforschungen. Innerhalb ihres Ordens wird dies allerdings gern nicht gesehen, und als sie dann noch die Herrschaftsfolge unterbricht und den ältesten der Vampire, Victor, wiedererweckt, um ihn um Rat zu fragen, wird sie von der Jägerin zur Gejagten – und findet etwas heraus, das die alte Fehde in neuem Licht erscheinen lässt…


Der Kinostart des dritten Teils rückt in greifbare Nähe (und trotzdem werde ich den wohl nicht im Kino sehen) und was liegt da näher, sich noch einmal den cineastischen Ursprung des Krieges der Vampire gegen die Werwölfe anzuschauen? Schließlich ist das erste Mal schon ein wenig her – genaugenommen wars im Kino – und dann ist man ja schon gespannt, ob der Film immer noch oder wirklich so gut ist, wie man ihn in Erinnerung hat. Die Antwort ist: Ja, oder bzw. je nachdem, was man erwartet.

Wenn man erwartet, einen düsteren Actionfilm mit einer Kate Beckinsale zu sehen, die den Lykanern in Lack und Leder derbe in den Arsch tritt, dann ist er es auf jeden Fall, denn das bekommt man auch. Unterlegt von lauter Metal-Musik, erwartet einen punktgenau choreografierte Action, durchgestylt bis zum letzten Blutstropfen und mit ausnahmsweise nicht nervigen Zeitlupen-Effekten. So kann man den Abend verbringen, und so hat man Spaß dabei.

Erwartet man Tiefgang oder eine komplexe Story mit unerwarteten Wendungen, so wird man nur bedingt zufrieden gestellt, denn das ist nun wirklich nicht das Hauptanliegen des Films. So oder ähnlich kommt einem die Geschichte schon etwas bekannt vor, doch sind es die Kleinigkeiten, die ihn stimmig machen. Wenn Selene das erste Mal in dem Film im Hauptquartier ankommt, fällt einem sofort die Dekadenz der Vampire auf: Aufgestylt räkeln sie sich faul und gelangweilt auf dem Sofa, während sie, die Todeshändlerin, die Drecksarbeit verrichten muss. Die Lykaner hingegen, und auch das wird gleich zu Beginn klargestellt, habens nicht so mit der Kultiviertheit und vertreiben sich die Zeit auch schon mal ganz gerne mit Kämpfen. Das diese Zweiklassengesellschaft dann auch noch ihre Wurzeln in der Vergangenheit der beiden Völker hat, kommt später zum Tragen – und verdeutlicht, dass der Film halt nicht nur seine dünne Story abspult, um möglichst stylisch seine Actionszenen zu präsentieren, sondern dass er sich auch um das Drumherum seine Gedanken macht, um zumindest einigermaßen glaubwürdig zu erscheinen.

Kate Beckinsale im hautengen Lederoutfit, großkalibrige Waffen und durchchoreografierte Action, untermalt von lauter Rockmusik: Ein Actionfilm der Neuzeit, wo gutes Aussehen alles bedeutet. Und in diesem Film sogar funktioniert.

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7 Kommentare

  1. C.H. · Februar 23, 2009

    Ich mag den Film sehr, sehr gerne. War vom Sequel dann enttäuscht, fand aber dort die Mittelalter-Einführungssequenz großartig und freue mich jetzt deswegen umso mehr auf den dritten Teil…

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  2. DHJaeger · Februar 23, 2009

    ich fand den film damls ganz okay im kino. vor allem weil mir die hauptdarstellerin sehr gefallen hat. 😉 den neusten teil muß ich nicht unbedingt im kino schauen. da warte ich lieber auf die dvd version und schaue in mir mir im heimkino an.

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  3. bullion · Februar 23, 2009

    Der Film hat mir auch sehr gut gefallen. Den zweiten fand ich dann zwar inszenatorisch sehr nett, hat mich aber von der Handlung nicht mehr so sehr überzeugt. Den dritten werde ich wohl auch erst auf DVD sichten.

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  4. Xander · Februar 23, 2009

    Da sind wir dann ja (fast) alle einer Meinung.

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  5. gameria · Februar 24, 2009

    schliesse mich dem an! finde es unglaublich, wie es der Regisseur bei seinem Spielfilm-Debüt fertig gebracht hat, mit 22 Millionen SOWAS hinzukriegen! (Resident Evil kostete beispielsweise 32 Millionen…)
    Story, Figuren, Action, Atmosphäre – bei Underworld stimmt alles (v.a. natürlich der Director’s Cut!).
    leider konnte ihn der Nachfolger nur in puncto Budget übertrumpfen.

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