Kritik: DER FUCHS UND DAS MÄDCHEN [2007]


„Glaubst du, dass ein Fuchs weiß, was Liebe ist?“
– „Ja, das glaube ich.“

Ein kleines Mädchen entdeckt eines Tages auf dem Schulweg am Wegesrand einen Fuchs und beobachtet ihn eine Weile. Als sie sich ihm nähert, läuft dieser davon. Besessen von dem Gedanken, den Fuchs zu zähmen, kommt sie von da an jeden Tag in den Wald und gewinnt langsam das Vertrauen des Fuchses.




(YouTube)

Manchmal sagt ein Trailer mehr aus als tausend Worte. „Der Fuchs und das Mädchen“ ist ein poetischer Ausflug in die Wälder, ein Märchen über die Freundschaft zwischen Tier und Mensch und ein Film mit atemberaubenden Landschafts- und Tieraufnahmen.

Als Spielfilm getarnt, bleibt Luc Jaquet den Dokumentationen treu. Seine aufwendig gedrehten Tier- und Landschaftsaufnahmen machen aus dem Film erst das, was er ist. Doch wird hier weniger die Wirklichkeit dokumentiert, ist der Fuchs doch stark vermenschlicht, sondern eher aufgezeigt, dass Mensch und Tier sich gegenseitig mit Respekt begegnen sollten. Ein Mensch kann ein Tier nicht besitzen, es „zähmen“ – und sollte es doch besser, so muss es das Mädchen am eigenen Leib erfahren, in seiner natürlichen Umgebung belassen. Dabei entfaltet der Film seine Wirkung bzw. lässt seine Intention erst erkennen, als er fast vorbei ist. Erliegt man zu Beginn fast einem Zuckerschock, so erkennt man mit fortlaufender Spielzeit und an der Entwicklung der beiden Protagonisten immer mehr, dass ein Fuchs nicht an die Leine gehört. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Nachteilig finde ich an diesem Film eigentlich hauptsächlich, dass er zu lang geraten ist. Ganz besonders im ersten Drittel braucht die Geschichte so einige Zeit, um in Gang zu kommen und man sieht eigentlich nur, wie das Mädchen durch den Wald rennt, Tiere sieht und lacht. Dann rennt es weiter, sieht andere drollige Tiere und lacht. Sämtliche Tiere, die in europäischen Wäldern vorkommen können, leben in diesem Wald und werden von dem Mädchen angelacht – denkt man. Bis dann endlich mal der Fuchs wieder auftaucht und sich der Film wieder dem Wesentlichen zuwendet.

„Der Fuchs und das Mädchen“ ist ein poetischer Familienfilm, der zwar zu Beginn etwas kitschig ist, mit der Zeit aber doch in leisen Tönen seine Botschaft überbringt – und zwar deutlich und für Kinder verständlich, ohne diese mit dem Holzhammer zu übermitteln. Als Lehrfilm sollte er jedoch keinesfalls angesehen werden, denn ein Fuchs ist kein pelziger Mensch auf vier Pfoten. Aber vielleicht weiß er ja, was Liebe ist?

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5 Kommentare

  1. sunrisedreamer · Februar 20, 2009

    Schön gesagt Xander. Ich habe ihn leider nicht gesehen, bin immer am Regal vorbeigegangen. Hmhmhmhm eigentlich steh ich auf Kinderfilme, weil ich selber noch eines bin. Aber immer wenn Tiere darin vorkommen, habe ich angst, dass diese im Film sterben…. das macht mich immer traurig.

    Auch in Horrorfilmen mag ich es nicht, wenn Tier sterben. Dann lieder der Hauptdarsteller 🙂

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  2. Xander · Februar 20, 2009

    Dann… solltest du den Film besser nicht gucken. Es wird gegen Ende sehr dramatisch.

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  3. sunrisedreamer · Februar 21, 2009

    Ups hab ihn heute mitgenommen…. hatte Schicht und dachte mir, na schaust mal rein… aber danke, ich überleg es mir noch 🙂

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  4. Xander · Februar 21, 2009

    Na dann bin ich mal auf dein Feedback gespannt 😉

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  5. Pingback: 52 Filme 03: Mit Tieren! « at the movies 2

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