Kritik: ALPHA DOG [2006]


„Was machen wir hier?“
– „Wir treffen hier jemanden, der dich nach Hause bringt.“

Johnny Truelove hat seine Gang im Griff: Als Anführer sagt er, wos lang geht. Als ihm einer seiner Drogenabnehmer Schwierigkeiten macht, weil er sein Schulden nicht bezahlen kann, entführen Johnny und seine Jungs in einer Kurzschlussreaktion dessen kleinen Bruder – und realisieren erst sehr spät, was sie sich damit eingehandelt haben…


Den Pflichtteil vorneweg: „Alpha Dog“ basiert auf Jesse James Hollywood, mit 20 Jahren einer der jüngsten Verbrecher auf der Most Wanted Liste des FBI. Als der Film in den Kinos kam, war der Prozess um ihn noch in vollem Gange.

Diese Info ist für den Film nicht ganz unerheblich, erklärt sie doch den pseudo-dokumentarischen Stil, den dieser stellenweise, allerdings sehr willkürlich und auch deplaziert, verfolgt. Immer mal werden Interviews eingefügt, die die Beteiligten nach dem Verbrechen gegeben haben, und zufällig vorbeilaufende Statisten werden per Untertitel namentlich und mit dem Zusatz „13. Zeuge“ oder so benannt. Ob das wirklich nötig war, wage ich zu bezweifeln.

„Alpha Dog“ gibt sich ansonsten vermeintlich cool, eine rauhe, oftmals hippe Optik, zum Teil mit Splitscreen, versucht den Zuschauer in das Leben der Jugendlichen mit einzubeziehen. Oftmals klappt dies, oft aber auch nicht und wirkt dann leider ziemlich aufgesetzt. Auch die Musik gibt sich passend mit Hip-Hop-Titeln, die im Hintergrund laufen – kann man mögen, muss man aber nicht. Eminems „Say Goodbye To Hollywood“ kann man da schon fast als Zitat Richtung realer Vorlage sehen.

Die Schauspieler selber machen ihre Sache ordentlich, wenn auch nicht überragend. Justin Timberlake hätte ich die Leistung in diesem Film allerdings nicht zugetraut. Nervt er am Anfang eigentlich hauptsächlich, weil seine Hauptaufgabe darin besteht debil zu lachen und ganz oft Wörter mit „ficken“ zu sagen, weitet sich seine Rolle immer weiter aus, da er zum zentralen Bezugspunkt für die Geisel wird. Dessen Bruder, also Johnny Gegenpart (zumindest in der ersten Hälfte des Films, später wurde diese Storyline scheinbar schlichtweg vergessen) dagegen spielt grandios als rasender, ausgeflippter Junkie. Johnny Truelove hingegen habe ich seine Rolle als harter „Alpha Dog“ zu keinem Zeitpunkt abgenommen. Das liegt jetzt nicht unbedingt daran, dass er zwei Köpfe kleiner als der Rest der Besetzung ist, sondern eher daran, dass er immer wirkt wie Schwiegermutters Liebling der den Aufstand probt.

„Alpha Dog“ hinterlässt gemischte Gefühle. Es mag ja nur ein kleiner Unterschied sein, aber ich habe lange überlegt, ob sechs oder sieben Punkte – die Nachteile scheinen ja auch in dieser Review zu überwiegen (habe ich überhaupt positive Aspekte aufgeführt?), doch letztendlich sind es dann doch sieben geworden. Der Film ist dann doch spannend inszeniert und die weiblichen Hauptdarsteller würde man so auch nicht von der Bettkante stoßen. Ähm.. kurz gesagt: Spaß macht der Film irgendwie doch. Alter.

Dieser Film könnte euch gefallen, wenn ihr folgendes mögt:
„Kids“, „8 Mile“

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