Kritik: MR. BROOKS [2007]


„Töten Sie nie jemanden den Sie kennen. Das ist der einfachste Weg, geschnappt zu werden.“

Earl Brooks ist der „Mann des Jahres“ – ein erfolgreicher Geschäftsmann, glücklich verheiratet und stolzer Vater einer Tochter. Doch es gibt etwas, dass außer ihm niemand weiß: Er ist der gesuchte „Daumenabdruck-Killer“, der Nachts ohne eine Spur zu hinterlassen Menschen tötet. Doch im ewigen Zwiespalt mit seinem Gewissen („Marshall“), will er damit aufhören – bis er entdeckt wird…


Hören wir nicht alle manchmal Stimmen? Oder sind wir nicht manchmal innerlich zerrissen, wenn es um wichtige Entscheidungen geht? Rational getroffene Entscheidungen sehen halt meistens anders aus als emotionale Entscheidungen. Und wie gern würden wir doch manchmal ein ernstes Wörtchen mit unserem Gewissen sprechen, quasi von Angesicht zu Angesicht. Dies ist zwar nicht wirklich möglich, doch Mr. Brooks tut dies – ist es doch seine innere Stimme, die ihn zum Mörder macht. Dabei lässt sich mit Marshall eigentlich nicht wirklich gut reden, wissen doch beide, dass er nicht echt ist. Marshall spricht im wahrsten Sinne des Wortes aus, was Earl denkt, und so braucht es eigentlich keine wirklichen Überredungskünste, um Earl zum Töten zu treiben denn letztendlich sind es nur klägliche Versuche, sich selber einzureden, nicht an dieser Situation Schuld zu sein.

Kevin Costner hat ja eine recht wechselhafte Karriere hinter sich, und ich kenne auch nicht wirklich viele Filme von und mit ihm, doch mit „Mr. Brooks“ ist ihm ein wirklich guter Film gelungen. Costner spielt seinen Mr. Brooks mal als warmherzigen Familienmenschen, mal als eiskalten Killer, und doch ist Earl immer er selber. Ab und zu darf sein Wahnsinn durchbrechen, und das ist, wenn Marshall komplett die Oberhand gewinnt und die beiden zum Beispiel diskutierend im Auto sitzen – und am Anschluss des Dialogs anfangen verrückt zu lachen. Das ist dann wirklich beängstigend.


„Ich sollte losfahren und ihn einsammeln!“
– „Nein, hupe nur. Dann muss er die Straße überqueren und vielleicht haben wir Glück und er wird überfahren.“

Es gibt dann auch nicht viel, was man „Mr. Brooks“ vorwerfen kann. Es sind zwar im Grunde schon mehrere Dinge, die aber in der Summe nicht all zu schwer ins Gewicht fallen, als das sie einem den Film vermiesen könnten.
Da wäre zum einen Demi Moore, die sich wahrscheinlich, um ganz in ihrer Rolle aufzugehen, vor Drehbeginn zu viele Profiler-Krimiserien und danach zum Abschalten ein paar Western mit harten Cowboys angesehen hat. Ihre Darstellung der toughen Polizistin wirkt dann doch in meinen Augen wie Over-Acting. Leider hat man ihrer Rolle dann auch noch so viel Raum gelassen, dass eine im Grunde unwichtige Nebenhandlung über ihre Scheidung ausgewälzt werden musste. Sicherlich gibt es dann letztendlich einen Zusammenhang zum Hauptplot, der aber mehr wirkt, als wurde er gegen Ende künstlich hergestellt. Auch die, wenn auch spärlich gesähten, Action-Szenen sind nicht wirklich gekonnt inszeniert und ich meine sogar eine (wirklich schlecht geschnittene) „rasante“ Szene in der so beliebten Zeitlupe gesehen zu haben. Sowas mag ich dann ja nicht so.

Doch wie auch schon geschrieben, das macht den Film nicht wirklich kaputt. „Mr. Brooks“ ist spannend, schwarzhumorig und zu keiner Sekunde langweilig und außerdem zu Unrecht viel zu unbekannt. Und auch wer Costner sonst nicht mag, kann dem Film mal eine Chance geben.

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3 Kommentare

  1. bullion · Januar 2, 2009

    Ich fand den Film ja nicht sonderlich stark. War mir zu forciert (in Bezug auf die Gespräche mit Brooks‘ Alter Ego) und insgesamt einfach zu durchschnittlich. Nett, aber nicht mehr. Kein Vergleich zu „Dexter“! 😉

    Gefällt mir

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