Kritik: DAS BESTE KOMMT ZUM SCHLUSS [2007]


„Du willst mich verscheißern oder?“
– „Das übernehmen schon die Katzen für mich.“

Unternehmer Edward Cole und Automechaniker Carter Chambers landen beide mit der gleichen Diagnose in einem von Coles Krankenhäusern: Krebs. Beide haben nur noch wenige Monate zu leben. Der eine, ein allein stehender Industrieller ohne familiäre Bindung und nur den wirtschaftlichen Gewinn im Auge und der andere, ein einfacher Arbeiter mit Familie, freunden sich wider Erwarten an und schmieden einen Plan: Gemeinsam erarbeiten sie eine Liste mit Dingen, die sie vor ihrem Tod noch erlebt haben möchten. Eine abenteuerliche Reise durch die Welt beginnt, bei der die beiden unter anderem auch zu sich selber finden…


Weihnachten nähert sich, Zeit, etwas sentimentaler zu werden. Eine Tragik-Komödie über zwei sterbende alte Männer sollte den Zweck da doch ganz gut erfüllen.

Die titelgebende „Löffel-Liste“ („Bucket-List“) spielt hierbei eine tragende Rolle. Angelehnt an den Spruch „den Löffel abgeben“ schreiben beide Männer Dinge auf die Liste, die für sie charakteristisch sind. So findet sich neben „Jemand Fremdes etwas gutes tun“ eben auch der Punkt „Fallschirmspringen“ – und die beiden Gegensätze lernen sich so auch besser kennen, geraten auch mal aneinander, erfahren so aber auch sehr viel über sich selber. Nicholson und Freeman spielen ihre Rollen dabei souverän und routiniert, wobei einem da schon der Gedanke kommt, das schlechter bei denen sowieso nicht geht. Die darzustellenden Charaktere ähneln sich ja doch immer sehr und so hat man auch eine genaue Vorstellung von beiden, welche auch dieses Mal nicht enttäuscht wird.

Die Idee hinter dem Film, mag sie auch vage an „Knockin On Heavens Door“ erinnern, ist dabei keine schlechte. Die Thematik des baldigen Todes in eine lebensbejahenden Komödie umzusetzen verspricht wirklich einen interessanten Film. Doch leider schafft dieses „The Bucket List“ nicht immer. Gerade zu Anfang braucht er so seine Zeit, um in Gang zu kommen. Stellen beide Schauspieler ihre Rollen auch sehr gut dar, funktionieren die beiden halt erst so richtig im Zusammenspiel. Bis es aber soweit ist, dauert es etwas. Und auch dann läuft es nicht immer rund. Lustige Stellen wechseln sich mit traurigen, dramatischen Stellen ab, gerne dann auch mit den Schauplätzen, und man wird das Gefühl nicht los, dass dies alles zu gewollt inszeniert ist, als wenn einem vorgeschrieben würde, wie man wann zu fühlen hat. Das der Zuschauer vielleicht auch von sich mit fühlt oder lacht, auf die Idee scheint man nicht gekommen zu sein. Und so wirkt die Geschichte teilweise arg konstruiert, damit sie am Laufen bleibt. Carters Abschied von seiner Frau hätte auch anders laufen können als „Du, ich sterbe bald. Ich bin dann auch mal eben mit meinem Freund Edward weg. Keine Ahnung, wann ich wieder komme.“. Und das war jetzt nicht mal arg gekürzt…

So ganz kann „Das Beste kommt zum Schluss“ also nicht überzeugen, aber als leise Komödie für zwischendurch taugt er allemal. Denn zum Nachdenken regt er meiner Meinung nach nicht groß an.

Dieser Film könnte Euch gefallen, wenn Ihr folgendes mögt:
Kein Ahnung. Vorschläge?

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