Kritik: ERAGON – DAS VERMÄCHTNIS DER DRACHENREITER [2006]


„Bitte lieber um Vergebung, als um Erlaubnis.“

Eragon findet eines Nachts beim Jagen im Wald einen großen, runden Stein und ahnt nicht, was es damit auf sich hat: Zu Hause angekommen, enpuppt sich der Stein als Ei und ein Drache schlüpft heraus. Eragon wurde auserwählt, als neuer und einziger Drachenreiter den bösen König Galbatorix und seine Armee zu bekämpfen…


Alternative Inhaltangabe:

Es war einmal ein Junge, der bei seinem Onkel auf der Farm lebte und ihm bei der Bestellung seiner Felder half. Sein Cousin ist bereits hinausgezogen, um die Welt kennenzulernen. Dieser Junge nun lernt eines Tages seine wahre Bestimmung kennen – nur er alleine kann den bösen Imperator König aufhalten. Der Junge, wir wollen ihn mal Luke Eragon nennen, hat dabei etwas bei sich, was ihm zwar hilft, was Sauron Galbatorix allerdings unbedingt haben will: Den einen Ring Drachen. Zusammen mit Aragorn Brom macht sich Frodo Eragon auf den Weg nach Rohan zu den Varden, wo sie in einer ersten Schlacht gegen Saruman Durza und seine Uruk-Hai Urgals bestehen müssen. Auf dem Weg dort hin werden sie jedoch von den Nazgûl Ra’zac verfolgt…

Ich will jetzt nicht behaupten, „Eragon“ würde keine eigenständige Geschichte mit eigenständigen, selbst ausgedachten Figuren erzählen. Den Eindruck muss sich jeder selbst machen. Und doch hat man so einige Male ein gewisses Déja-Vu Erlebnis, wenn scheinbar sogar komplette Szenen aus „Herr der Ringe“ übernommen wurden. Das alles, könnte man sagen, wäre halb so schlimm, wenns wenigstens gut geklaut wäre. Doch nicht mal das. Die Darsteller sehen alle so geleckt aus, als würden sie zehn mal am Tag baden und wenn etwas nicht in eine mittelalterliche Fantasy-Welt passt, dann das. Eragon, der aussieht wie Robert Stadlober aber schlechter schauspielert, wirkt einigermaßen fehlbesetzt und für eine Hauptrolle ist das schon tragisch. Der Rest der Leute ist einem eigentlich relativ egal, denn der Film konzentriert sich sonst nur auf seine Schauwerte, denn das Buch (welches ich zwar nicht kenne, welches aber besser sein MUSS) schien einem egal zu sein. A propos egal: Erwähnte ich schon, dass einem die Leute in diesem Film egal sind? Man schaut da irgendwelchen Leuten zu, wie sie komische Dinge tun, aber wer das nun ist, warum sie tun, was sie tun und ob sie das ganze Überleben, schert einen nicht weiter. Selbst der Drache mit der penetranten Mädchenstimme geht einem auf die Nerven. Irgendwann ist das, was die fremden Menschen da tun, dann auch mal vorbei und dann kommt der Abspann und dann? Ärgert man sich, nicht noch mal die Herr der Ringe Trilogie in einem Stück extended auf DVD angesehen zu haben.

Das hört sich jetzt alles ganz furchtbar an und wirklich gut ist das ja auch alles nicht. Aber ein totaler Flop dann auch wieder nicht, denn es spielen ja zum einen berühmte Leute mit, zum anderen sind die Effekte ganz ordentlich. Die Szene, in der der Drache das erste Mal Feuer speit ist zwar die einzige Szene, die richtig rockt, aber sonst ist das alles recht belanglos und zu gleichgültig, um richtig schlecht zu sein. Popcorn-Kino für Leute, denen „Narnia“ zu kindisch, „Herr der Ringe“ zu langatmig und „Harry Potter“ zu… Radcliff ist.

Dieser Film könnte Euch gefallen, wenn Ihr folgendes mögt:
„Der Herr der Ringe 1-3“, „Star Wars“, „Harry Potter“

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10 Kommentare

  1. bullion · Dezember 4, 2008

    Mir hat der Film damals nach den schlechten Kritiken erstaunlich gut gefallen, was aber zu 99% an dem Drachen lag und es leider kaum gute Filme mit Drachen gibt. Aktuell höre ich das Hörbuch und kann nun verstehen, warum sich Fans des Romans über die Adaption aufregen.

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  2. lalia · Dezember 4, 2008

    Meinereiner hat nur das Buch gelesen, und auch wenn ich die großen Fantasy-Geschichten auswendig kenne, fand ich das Buch unterhaltsam und schön. vielleicht auchwegen den Bezügen zu bekannten Geschichten. Es sit wie eine Fan-Fiction, die nunebenfalls Kultstatus unter Jugendlichen hat und schon zwei oder drei Nachfolgebände hervorgebracht hat. den Film hab ich allerdings nicht gesehen.

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  3. sunrisedreamer · Dezember 4, 2008

    Der Film war nicht der erwartete Film. Ich fand ihn sehr Oberflächlich. Aber ich habe auch das Buch noch nicht gelesen. Vielleicht ist das ja besser!

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  4. wortman · Dezember 4, 2008

    ich bin ja mal gespannt, ob der 2. teil auch noch mal verfilmt wird. eigentlich sollte der ja schon 2007 ins kino kommen 😉

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  5. Xander · Dezember 4, 2008

    Ich glaube nicht, dass der noch kommt…

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  6. wortman · Dezember 4, 2008

    DAS befürchte ich leider auch. Hätte gern weiter geguckt 🙂

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  7. gameria · Dezember 5, 2008

    Der Film war ja wohl eine der billigsten, die grösste Enttäuschung des Jahres! Und zwar ganz einfach, weil man, statt sich von Herr der Ringe abzugrenzen, deren Einstellungen teilweise sogar 1zu1 nachempfunden hat und alles verleugnet, was gerade das Buch so interessant gemacht und es gleichzeitig von HDR entfernt hat.
    Selten war mir so schlecht ob dem von der Leinwand triefenden Dilettantismus, mit welchem ein durchaus gelungenes Buch auf ein sogar bisweilen richtig schlecht aussehendes, seelenloses Machwerk verhunzt wurde.
    Der Regisseur hat null Ahnung von Schauspielführung und vor allem Null Ahnung von Szenenübergängen, geschweige denn einem Spannungsbogen. Der soll gescheiter wieder Special Effects machen – weil sogar die waren bei dem Film kacke!!

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