Kritik: NOTHING [2003]


„Wir sind tot, ich habs gewusst!“
– „Wir sind nicht tot, wir haben Kabelfernsehen!“

Dave und Andrew sind die geborenen Verlierer. Während Andrew Angst vor allem und jedem hat und sich nicht mehr aus dem Haus traut, ist Dave bei allem und jeden unbeliebt und hat Pech im Job. Die beiden sind die besten Freunde und wohnen auch zusammen. Und dann kommt alles auf einmal: Dave will ausziehen, um mit seiner Freundin zusammen zu leben, die ihn jedoch nur benutzt hat, um an die Gelder seiner Firma zu kommen. Dadurch verliert er seinen Job und die Polizei ist im auf den Fersen. Andrew, der angeblich eine kleine Pfadfinderin belästigt haben soll, wir ebenfalls von der Polizei gesucht. Zu allem Überfluss soll das Haus der beiden abgerissen werden. Doch als es hart auf hart kommt, die Abrissbirne schon vor dem Haus steht und die Polizei eben jenes stürmen will, wird es still. Als Andrew und Dave aus dem Haus schauen, staunen sie nicht schlecht: Es ist buchstäblich NICHTS mehr da. Das Haus, die beiden und die Schildkröte Stan sind die einzigen, die es noch zu geben scheint…


So eine lange Inhaltsangabe, und all das geschieht schon in der ersten Viertelstunde. Länger braucht der Film nicht, um uns zu zeigen, um was es „Cube“-Regisseur Vincenzo Natali geht: Was geschieht, wenn man die ganze Welt einfach „weghassen“ könnte? Dann wäre sie nicht mehr da. Einfach NICHTS wäre noch da, außer man selber. Und was geschieht, wenn nur noch zwei Freunde da wären, die sich eigentlich grade zerstritten hatten und sich nun wohl oder übel wieder zusammenraufen müssen? Nun, sie raufen sich wieder zusammen, beginnen sich zu verändern und merken, dass es einen Grund hatte, dass sie sich zerstritten hatten. Und so beginnen sie sich zu hassen – oder doch nicht?

Die Story von „Nothing“ basiert also auf Freundschaft und sonst Nichts. Also „Nichts“ im wahrsten Sinne des Wortes, denn es ist ja nichts mehr da. Und da „Nothing“ in erster Linie eine Komödie ist, ist das „wie“ und „warum“, wie bei „Cube“ auch, erst einmal zweitrangig und wird sträflichst vernachlässigt. Im Vordergrund stehen die Gags und die aberwitzigen Situationen, in die Dave, Andrew und Stan geraten. Diese sind nicht immer gelungen, manchmal etwas albern, teilweise sehr makaber, aber im Großen und Ganzen doch sehr witzig. Die Darsteller sind einem zwar nicht unbedingt sympathisch und identifizieren kann man sich wohl mit keinem von den beiden (und die meiste Zeit des Films sieht man nur die beiden), doch ist das nicht weiter tragisch, der beste Darsteller ist nämlich nichts gegen das Nichts. Visuell ist der Film nämlich großartig. Man sieht die beiden, das Haus und sonst – nichts. Das gibt Raum für geniale Kamera-Einstellungen und großartige Bilder.

Bei einer Reduzierung auf das Wesentlich scheinen bei Natalie immer gute Filme herauszukommen – weiter so. Kleiner Tip: Nicht weiter drüber nachdenken, den Film einfach wirken lassen und ganz besonders die Szene nach dem Abspann nicht hinterfragen – da käme eh nichts bei raus…

Ein Kommentar bei Amazon:

Also wir saßen vor dem TV und haben immer gewartet, dass Etwas passiert. Am Schluß des Films haben wir gemeinsam einen tieferen Sinn gesucht und nicht gefunden. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der Film nicht schlecht ist, allerdings irgendwie „komisch“. Vielleicht liegt uns diese Art von Filmen auch nicht soooo sehr. Ich kann nur sagen, dass wir aufgrund der anderen Rezessionen einen ganz anderen Film erwartet haben.

Dieser Film könnte Euch gefallen, wenn Ihr Nichts mögt.

(via)

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3 Kommentare

  1. bullion · November 29, 2008

    Na das klingt doch eigentlich gar nicht schlecht. Eben nach einem typischen Natali-Film. Ich werde wohl in nächster Zeit auch einmal zuschlagen und meine Meinung zu dem Film kundtun. Gibt es den zurzeit irgendwo günstig (sprich: kleinergleich 7,99 €)?

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  2. Xander · November 29, 2008

    Gebraucht bei Amazon schon geschaut?

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  3. Pingback: Stöckchen: Filme (2) « at the movies 2

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