Kritik: LITTLE MISS SUNSHINE [2006]


„Was macht ihre Tochter denn da?“
– „Meine Tochter? Die lässt es krachen!“

Die kleine Olive hat einen Traum: Einmal bei der Wahl zur „Little Miss Sunshine“ teilnehmen und gewinnen! Als sich die große Chance ergibt, geht es los: Ihre leicht überforderte Mutter, ihr überoptimistischer Vater (ein erfolgloser Motivationstrainer), ihr drogenkonsumierender Opa, ihr selbstmordgefährdeter Onkel und ihr Bruder, der sich selber ein Schweigegelübde auferlegt hat fahren mit ihr in dem klapprigen VW-Bus der Familie Richtung Kalifornien, zur Wahl der „Little Miss Sunshine“…


Es gibt sie ja noch, diese kleinen Filmchen, von denen man durch Hörensagen erfährt und sich danach fragt, warum nicht schon vorher. Um es kurz zu machen: Ich weiß jetzt gar nichts negatives über diesen Film zu berichten. Erst hatte ich überlegt, wie ich den Sonntag am besten ausklingen lasse – mit nem schönen Horrorfilm oder doch lieber was lustiges. Mal abgesehen davon, dass ich mir „Little Miss Sunshine“ immer wieder antun könnte, war die Wahl auch dieses Mal die richtige.

Der Film ist eine Komödie, die auch mal ernst ist. Ein Road-Trip, bei dem alle Beteiligten wieder zueinander finden und eine klare Demontage des amerikanischen Traums. Keiner wird am Ende sein Ziel erreicht haben – und doch wird es allen nach der Reise besser gehen.

„Ihr seid nicht meine Familie! Ich hasse euch! Du – geschieden, du – bankrott und du: Selbstmord!“

Dabei ist es dem Film hoch anzurechnen, niemals all zu kitschig zu werden, zu albern, zu abgehoben oder zu was-weiß-ich. Er wirft einen kurzen Blick auf das Leben einer amerikanischen Familie, wie man sie sich anders vielleicht gar nicht vorstellt. Sicher, die Figuren sind sämtlich überzeichnet. Aber sonst wäre es wahrscheinlich auch zu normal und die teilweisen absurden Situationen wirken auch nur deswegen. Da hier jeder eine Entwicklung durchmacht, muss man diese ja auch entsprechend nachvollziehen können.

Die Schauspieler spielen durch die Bank weg hervorragend, agieren sehr gut miteinander und lassen den Film zu jeder Sekunde überaus sympathisch erscheinen. Dazu kommt noch die zu jeder Zeit sehr gute Musikuntermalung, wie man sie eigentlich selten findet – bei „Juno“ oder der „Truman Show“ ist mir das auch aufgefallen und hier trifft es ebenso zu.

Fazit? Kurz gesagt – wer „Little Miss Sunshine“ nicht mag, frisst auch kleine Kinder.

Dieser Film könnte Euch gefallen, wenn Ihr folgendes mögt:
Garden State„, „Juno

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6 Kommentare

  1. C.H. · November 23, 2008

    Sehr richtig. Zustimmung in allen Belangen. „Little Miss Sunshine“ ist in der Tat ein wunderbarer Film, der zu Recht von (fast) Allen mächtig abgefeiert wird.

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  2. Xander · November 23, 2008

    Ganz meine Meinung 😉

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  5. Owley · November 25, 2012

    Hach, den Film liebe ich. Und hab ich schon zu lang nicht mehr gesehen. Wollte ich effektiv dieser Tage mal machen – Paul Dano zuliebe. Der hat sich echt gemacht. Auch wenn er nie mehr so cool war, wie hier.

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    • Xander · November 25, 2012

      Gute Idee eigentlich. Den mal wieder zu gucken.

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