Kritik: SKY CAPTAIN AND THE WORLD OF TOMORROW [2004]


„Ich habe dich wirklich nie betrogen!“
– „Ich habe deine Bremsleitung gekappt.“
„Drei Monate lang…“

Die Welt wird vom finsteren D. Totenkopf bedroht: Seine riesigen Roboterarmeen greifen die Städte an und stehlen wichtige Ressourcen und Technologien. Die Reporterin Polly Perkins deckt auf, dass er auch hinter dem Verschwinden von sechs hochrangigen Wissenschaftlern steckt. Hier kann nur einer helfen: Der Sky Captain alias Joe Sullivan ist für New York der Superheld der 40er Jahre und setzt mit seiner Crew alles daran, Totenkopf aufzuhalten…


Ein moderner Film, der sich als alt ausgibt und zu 95% nur aus CGI besteht – das ist „Sky Captain“. Das Besondere: Er spielt in einer alternativen Welt der 40er Jahre, doch die Schauspieler agieren allesamt vor Blue- bzw. Greenscreen. Keine Kulisse, kein Fahrzeug, einfach nichts außer den Schauspielern ist real an diesem Film. Um damit das größte Manko desselbigen gleich abzuhaken: Das merkt man leider auch. Manchmal wünscht man sich, der Film wäre erst jetzt gedreht worden, denn in den vergangenen vier Jahren hat die Computertechnik doch einige Fortschritte gemacht. Aber man gewöhnt sich dran und hat man diese Tatsache akzeptiert, bleibt ein spaßiger Film.

Dabei gibt sich „Sky Captain“ wie eine Mischung aus „Das Phantom„, „Indiana Jones“ und so manchen Superhelden-Filmen, in denen der Held eine Reporterin als Freundin hat und bei seinen Einsätzen von peitschenden Fanfaren begleitet wird. Und das ist das spaßige daran. Der Film nimmt sich zu keiner Sekunde ernst, Joe und Polly bekriegen sich die ganze Zeit und Angelina Jolie darf sich auch kurz von ihrer coolen Seite präsentieren.

Gerade zu Beginn nimmt es der Film mit seinem alten Look sehr ernst. Die Bilder sind schwarzweiß, die Überblendungen sind richtig schön altmodisch und auch die Tageszeitungen mit ihren Schlagzeilen dürfen schon altmodisch durch Bild fliegen. Wenn die Roboter das erste Mal auftauchen, denkt man, man wäre wirklich in einem 60 Jahre alten Film gelandet. Leider wird dies mit zunehmender Laufzeit immer mehr aufgegeben und man merkt, dass die Szenen am Anfang aus dem 6 min. Kurzfilm übernommen worden, auf den der Film basiert und danach wohl keine Ideen mehr da waren.

Nichts desto trotz kann man mit diesem Film viel Freude haben – wenn man nicht grade ein niveauvolles französisches Stummfilm-Drama mit sozialkritischer Aussage erwartet.

Dieser Film könnte euch gefallen, wenn Ihr folgendes mögt:
… das steht schon oben im Text.

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13 Kommentare

  1. sunrisedreamer · November 18, 2008

    Ich mag den Retrostyle…. leider gibt es zu wenige dieser Filme 😀 Roboter mit Todesstrahlen und so sind Kulturgut… Oder?

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  2. wortman · November 18, 2008

    sicherlich wäre sky captain, heute gedreht, weitaus realer anzumuten, doch ich finde diesen style klasse. ist doch mal etwas anderes. und schön bunt ist der film doch auch 😉

    also phantom ist ja nun wirklich quark, oder? 😉

    wenn du mal sehen willst, was man mit computer und realen schauspielern alles anstellen kann, schau dir „renaissance“ an. der film hat mich auf visuelle art voll umgehauen 🙂
    auch nicht schlecht: a scanner darkly

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  3. bullion · November 18, 2008

    Ich finde den Film klasse! Ein herrlich altmodischer Abenteuerfilm mit dem besten „Indiana Jones“-Rip-Off-Score ever und herrlich selbstironisch aufspielenden Figuren. Kleiner großes Kino!

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  4. wortman · November 18, 2008

    gut gesagt bullion 🙂 das unterschreibe ich so.

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  5. sunrisedreamer · November 18, 2008

    Renaissance hab ich in der Videothek gesehen, aber noch nicht getraut den zu leihen… aber jetzt mache ich das bestimmt. A scanner darkly hab ich acuh gesehen…. sehr genial!

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  6. Xander · November 18, 2008

    Erst mal: „Das Phantom“ ist kein Quark.
    Aber ansonsten sind wir uns ja alle recht einig 😉

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  7. lalia · November 19, 2008

    ohje… noch ein Jude Law Film.
    Das dachte ich damals, als er ins Kino kam, dann hat mich ein Kumpel „gezwungen“ den Film anzuschaun, und ich fand ihn wirklich gut und schön gemacht. Mich erinnert er auch etwas an King Kong, einfach von der Erzählgeschwindigkeit und dem „alten Look“.

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  8. wortman · November 20, 2008

    @sunrise: Renaissance ist wirklich genial.

    @xander: du meinst doch den alten „phantom“-film, oder? ich fand es etwas kitschig.

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  9. Xander · November 20, 2008

    Ich meine das Phantom, welches oben im Text verlinkt ist – ich denke mal wir meinen den gleichen Film 😉

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