Kritik: PANS LABYRINTH [2006]


„Das Blut eines Unschuldigen muss vergossen werden, um das Tor zu öffnen. Gib mir den Jungen!“

Spanien, 1944: Ofelia reist mit ihrer schwangeren Mutter zu einem Stützpunkt der spanischen Armee, von dem aus einige Rebellen auch nach Ende des Bürgerkrieges bekämpft werden. Der dort stationierte Hauptmann ist der neue Ehemann ihrer Mutter und Vater ihres noch ungeborenen Bruders. Angekommen, trifft Ofelia scheinbar eine Elfe und ein sogenannter Pan, ein wie aus ihren Märchen entsprungenes Fabelwesen, erklärt ihr, das sie die wiedergeborene Prinzessin der Unterwelt sei. Währenddessen tobt der in den Wäldern der Widerstandskampf…


Irgendwie weiß ich den Film nicht so ganz einzuordnen – Kriegsdrama, Fantasyfilm, modernes Märchen – „Pans Labyrinth“ ist alles auf einmal und legt sich zu keinem Zeitpunkt fest.

Viel habe ich von dem Film erwartet – der Trailer damals war sehr vielversprechend und die allgemeinen Kritiken durchweg sehr positiv. Dabei bin ich allerdings eher von einem Fantasymärchen ausgegangen und weniger von einem Bürgerkriegsdrama mit Fantasy-Elementen – doch genau das ist es. Dies ist allerdings weniger schlimm. Auf beiden Ebenen funktioniert der Film und auch beide Teile würden ohne weiteres eigenständige Filme abgeben. Inhaltlich gibt es zwischen den beiden Welten auch Bezüge, insbesondere was die drei Aufgaben angeht, welche Ofelia erfüllen muss.

Optisch und akustisch macht der Film einiges her und ist das beste, was man seit langem im Kino (oder auf DVD) sehen durfte. Die Fantasy-Elemente sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet und die Computereffekte sind auch nicht mit einem Blick als solche erkennbar.

Wenn es einen Kritikpunkt gibt, dann diesen: Die Verknüpfung der beiden Handlungen entsteht teilweise sehr willkürlich. Das heißt, das nach ca. 15 min. Kriegsdrama dem Regisseur scheinbar aufgefallen ist, das es ja noch Fantasy einzubauen gilt – prompt folgen wir Ofelia wieder in ihre Fantasy-Welt. Fließende Übergänge sind etwas anderes – und doch trübt dies den Gesamteindruck nur geringfügig.

Ein Meisterwerk ist „Pans Labyrinth“ also nicht, aber dennoch ein gutes, unterhaltsames Märchen für Erwachsene.

Dieser Film könnte Euch gefallen, wenn Ihr folgendes mögt:
„Hellboy“, Alice im Wunderland, Der Zauberer von Oz *g*

10 Kommentare

  1. Renee · November 16, 2008

    da stimme ich dir in allen punkten zu.
    ich hatte auch ein fantasiemärchen erwartet und war ehrlich gesagt, von der brutalität etwas geschockt, obwohl ich horrorfilm-fan bin – es passt meiner meinung nach nicht dazu.

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  2. Xander · November 16, 2008

    Erst Recht die Szene mit „der Flasche und dem Gesicht“ – ohne jetzt näher darauf eingehen zu wollen, hätte das vielleicht nicht 100% so sein müssen…

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  3. bullion · November 17, 2008

    Ich fand gerade die Übergänge zwischen Fantasywelt und Realität äußerst gelungen, haben Ofelias Aufgaben bzw. Erscheinungen doch stets die grausame Realität widergespiegelt. Für mich auf jeden Fall ein Meisterwerk!

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  4. C.H. · November 17, 2008

    Für mich auf jeden Fall ein Meisterwerk!

    Jop, dem ist wohl so…

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  5. sunrisedreamer · November 17, 2008

    Ich liebe diesen Film! Spanische Filme sind im kommen! Schaut euch mal REC an 😀 aber bitte im dunkeln!

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  6. lalia · November 17, 2008

    Für mich ist der Film auch ein Meisterwerk, eben weil er die Brutalität des Krieges, mit den grausigen Märchen (und die sind nun mal grausam) kompiniert und das Ende so herzzerreißend ist.

    Ich finde die verknüpfungen gelungen, und hab mir auch erst letzte Woche den Film gekauft. review folgt also sicherlich mal ^^

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  7. Xander · November 17, 2008

    Rec ist auch gut –
    https://xander81.wordpress.com/2008/05/10/kritik-rec/

    Bald kommt ja schon das Remake im Kino, Quarantine –
    https://xander81.wordpress.com/2008/07/01/quarantine-trailer-zum-rec-remake/,
    mal gucken wie der so wird.

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  8. sunrisedreamer · November 18, 2008

    ich werde das Remake nicht mögen, weil ich finde, dass das Original gut genug ist 😀

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  9. Xander · November 18, 2008

    Das ist ja oft so…

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  10. spanksen · November 26, 2008

    Auch ich fand den Film grandios, wirklich ganz großes Kino

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