Kritik: CLOVERFIELD [2008]


„Hallo, ich bin Hud. Ich dokumentiere diesen Abend!“

New York: Da Rob aus beruflichen Gründen nach Japan auswandert, geben seine Freunde für ihn eine Abschiedsparty. Nach einem kurzen Beben und Stromausfall begeben sich die Partygäste auf das Dach des Hauses, um zu sehen was los ist – nur um sogleich Zeuge einer gewaltigen Explosion in der Nachbarschaft zu werden. Als sich Panik breit macht und alle nach draußen auf die Straße rennen, landet plötzlich der Kopf der Freiheitsstatue vor ihren Füßen – und spätestens jetzt ist allen klar, das hier irgendetwas nicht stimmt…


Was wurde doch damals für ein Wind um diesen Film gemacht. Höchste Geheimhaltung, niemand wusste so wirklich worums ging, wie der Film überhaupt hieß und wie das Monster denn aussah, wenn es denn eins gab. Zusätzlich wurden auch noch geschickt diverse Videos ins Netz gestellt, die Appetit auf mehr machten:


(YouTube)

Doch als dann die ersten Kritiker den fertigen „Cloverfield“ sehen durften, machte sich Ernüchterung breit und ich fand es auch nicht wirklich schlimm, diesen dann nicht im Kino gesehen zu haben. Die Informationssperre hab ich aber selber für mich aufrechterhalten, bis ich den Film dann irgendwann auf DVD gesehen habe – das heißt ich war bis vorgestern genauso schlau wie beim Kinostart. Und wie das Monster aussah, wusste ich auch nicht.

Wie gesagt, vorgestern war es dann soweit und mein erster Gedanke war: Gut, das ich den nicht im Kino gesehen habe. Nicht, weil er so schlecht wäre (dazu kommen wir noch), sondern da die Kameraführung in diesem Film handlungsbedingt eher… „nicht ganz so professionell“ ist. Hud, der für uns diesen Film mit seiner Handkamera aufgenommen hat, gehört mit Sicherheit nicht zu den fähigsten Filmemachern und ich könnte mir vorstellen im Kino von so etwas im besten Fall nur Kopfschmerzen zu bekommen. Auf dem heimischen Fernseher geht das ja noch und wirkt wie eine Mischung aus „Godzilla“ und „Blair Witch Project“. „Blair Witch“ find ich gut, von daher ist das schon mal nicht von Nachteil.

Mehr als diese originelle Grundidee hat der Film dann allerdings auch nicht zu bieten. Trotz aller Unterschiede bleibt „Cloverfield“ eine interessante, wenn auch nicht wirklich innovative Variante des klassischen Monsterfilms in dem es wieder einmal New York an den Kragen geht. Auch wenn das Monster hier nur eine Nebenrolle bekommt, da die primäre Handlungs ja ist „Freundin retten statt Monster bekämpfen“, so taucht es doch, dem Drehbuch sei dank, immer wieder dann auf, wenn unsere Helden es am wenigsten gebrauchen können.

Positiv anzumerken sei jedoch, wie man immer wieder im Hintergrund mitverfolgen kann, wie die Armee erfolglos versucht, den Eindringling loszuwerden. Da dies allerdings nicht die Hauptmotivation der Protagonisten ist, wird darauf nicht weiter eingegangen – und so hat man denn tatsächlich das Gefühl, da passiert noch was, außerhalb der Handlung. Da gibt es noch andere Menschen, die etwas anderes tun, keine Statisten, sondern es gibt eine Nebenhandlung – die Hud allerdings scheißegal ist. Ihm geht es ums Überleben und der Dokumentation der Geschehnisse für die Nachwelt.

„Cloverfield“ bietet also Popcornunterhaltung ohne Tiefgang, bei der man auch zwischendurch mal auf Klo kann, ohne Angst zu haben, die entscheidende Dialogzeile zu verpassen. Nicht schlecht – aber auch nicht überragend.

Dieser Film könnte euch gefallen, wenn Ihr folgendes mögt:
„Godzilla“, „Blair Witch Project“, „[Rec]

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3 Kommentare

  1. bullion · November 13, 2008

    Sehe ich ziemlich genauso. Insgesamt fand ich „[Rec]“ wohl einen Tick gelungener, weil effizienter.

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  2. Xander · November 13, 2008

    Und das Ende ist bei [Rec] auf jeden Fall auch besser.

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  3. Pingback: Kritik: SKYLINE [2010] « at the movies 2

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