Kritik: JAMES BOND 007 – EIN QUANTUM TROST [2008]


„Das sieht gut aus, was trinken Sie da?“
– „Keine Ahnung, Barkeeper, was trinke ich eigentlich?“

Bond sinnt nach dem Tod Vespers auf Rache. Dabei ist er sich nicht sicher – hat Vesper ihn wirklich verraten oder wollte sie ihn schützen? Informationen erhofft er sich von der Organisation „Quantum“, die hinter dem ganzen steckte. Kopf der Gruppe ist der dubiose Geschäftsmann Dominique Greene, dem Bond auch recht schnell gegenübertritt…


„Style over Substance“ – selten passte ein dämlicher englischer Spruch besser auf einen Film als hier. Wenn die Substanz James Bond ist, wurde sie hier nämlich selten wie nie zuvor vernachlässigt. Die Figur wird mit Füßen getreten, alle 20 Pre-Craig-Bonds so dermaßen ignoriert und vernachlässigt, dass es weh tut. „Ein Quantum Trost“ ist ein dreckiger, knallharter und durchgestylter Action-Film, der so gar nichts mehr mit seinen Vorgängern zu tun hat.

Schon bei „Casiono Royal“ fiel es mir schwer, die neue Linie gut zu finden. Meine Bewertung habe ich demzufolge zum einfachen Nachrechnen aufgeschlüsselt: 6 Punkte als Bond, 8 als Action-Film, macht im Schnitt 7 Punkte. Doch so einfach will ich es dem aktuellen nicht machen. Was beim Vorgänger als Neustart hätte durchgehen können, wurde hier konsequent ausgebaut. Ob die Figur in diesem Film jetzt Bond, Bourne oder Klaus-Dieter heißt, spielt keine Rolle. Herausgekommen ist ein High-Budget Actioner, wie es ihn auch außerhalb des Franchise geben könnte und wie er auch so Erfolg haben könnte. Nichts an diesem Film ist Bond-typisch und selbst die wenigen Zitate an frühere Filme kommen mit dem Holzhammer und wirken fehl am Platz. Die Szene, die als Filmzitat zu „Goldfinger“ verstanden werden will, könnte man zwar so verstehen, das Öl das neue Gold ist und ihr somit einen Hauch von Tiefgang unterstellen. So aber drängt sich der Eindruck auf, der Zuschauer soll krampfhaft daran erinnert werden, dass er hier ja in einem Bond-Film sitzt. Da man aber genau DEN Eindruck nicht hat, wirkt das alles sehr deplaziert.

Schwierig also, den Film einzuordnen. Würde es einzelne Bewertungsmaßstäbe für einen James Bond Film geben, würde er auf ganzer Linie versagen. Würde man ihn allerdings als reinen Action-Film bewerten wollen, käme der Film sicherlich in höhere Wertungsregionen, wäre die nervige Wackelkamera nicht sogar in noch höhere. Wir einigen uns hier wieder mal auf die Mitte, denn um so einen Film als Bond Film hochzuloben habe ich mir nicht in zwei Wochen sämtliche Vorgänger reingezogen. Entsprechend groß ist also die Enttäuschung.

Dieser Film könnte Euch gefallen, wenn Ihr Folgendes mögt:
“Die Bourne-Trilogie”, “Batman Begins”, “James Bond Casino Royale″

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4 Kommentare

  1. lalia · November 10, 2008

    jap, Wackelkamera, immerhin nicht sooo schlimm wie bei Bourn Ultimatum, die nervt. Und es fühlt sich nicht nach Bond an. Aber der film ist gut.

    und ich denke, es ist nur der vorspann zum dritten Teil, der dann Bond wird.
    1. Film: Einführung der Charaktere
    2: Film: Einführung in die Geschichte
    3. Film: Bond!

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  2. Alicia Keys · November 10, 2008

    Ich kann mich deiner Kritik nur anschliessen, gerade das Zitat Style over Substance trifft es ganz gut. Wackelkamera meint ihr den Anfang? Der ging mir ja in meinen jungen Jahren schon zu schnell…

    Aber der Soundtrack ist super!

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