Kritik: JAMES BOND 007 – STIRB AN EINEM ANDEREN TAG [2002]


„Ich bewundere deine Zurückhaltung. Du warst über zwei Stunden hier, bevor etwas in die Luft geflogen ist.“

Bond jagd den Terroristen Zao. Dieser arbeitet noch immer für den totgeglaubten Colonel Moon aus Südkorea, der mit Bond noch eine Rechnung offen hat. Außerdem plant er, mit Hilfe eines Satelliten, der die Energie der Sonne in einen Laserstrahl bündeln kann, die entmilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea von den Landminen zu befreien… aber eigentlich ist es in diesem Machwerk auch egal, worum es geht, Hauptsache es kracht ordentlich.


Es ist nicht gut, wenn ein Film einer Reihe genau die Filme zitiert, die zu den schlechteren gehören – in diesem Fall „Feuerball“ und „Moonraker„. Denn was man vielleicht nur als böses Omen deuten könnte, entpuppt sich schon beim Intro als Gewissheit: Dieser Film ist nicht besser. Und im Laufe des Film wird sogar ganz deutlich: Der Film ist sogar noch schlechter.

Nicht nur, das der Eröffnungstitel mit dem schlechtesten Titelsong aller Bond-Filme aufwartet, danach gehts ja auch schon schwachsinnig weiter. Bond wird mittels dutzender automatischer Scanner und Analysegeräte untersucht, es gibt dutzende Laser (noch so ein Filmzitat, dass gnadenlos in den Sand gesetzt wurde), einen Mega-Laser im Weltraum, der Böse hat einen Elektroschocker-Kampfanzug mit Universal-Fernbedienung und außerdem genauso wie Bond ein Hightech-Auto, was der aber immer noch toppen kann: Sein Wagen kann sich unsichtbar (!) machen. Natürlich muss auch Bonds Gegner in diesem Film in einer extravaganten Umgebung residieren, und das ist tatsächlich ein Eispalast in Island. Erwähnte ich schon, das seine Sekretärin Mrs. Frost heißt? Und hey, Mördergag, sein untergebender Handlanger heißt „Mr. Kill“! Was hab ich noch vergessen… ach so, der Typ, den Bond am Beginn des Films umlegt, der ist gar nicht tot, sondern sieht nur dank „DNA-Transplantation“ anders aus. Das schlimme ist, das geht den ganzen Film über so und hat mich irgendwie an „Batman Forever“ erinnert. Und was noch schlimmer ist, all dieser Gigantismus, der zwar gewollt ist, ist leider nicht so wirklich gekonnt. Wie Bond auf einem Autodach wellenreitet, sieht einfach nur erbärmlich animiert aus. Wie wurde das eigentlich früher umgesetzt, so ohne Computer? A propos Computer: Ein Holodeck gibts auch, fast genau wie auf der Enterprise. Muss ich noch mehr sagen?

Nein, denn so kann man ewig weiter machen. Vielleicht gibts aber noch was gutes an dem Film? Ja, schon. Pierce Brosnan kann, wenn man ehrlich ist, für die Misere nur bedingt etwas. Er macht das Beste draus und in einem anderen Film wäre diese Darstellung des Bond einfach besser gekommen. Der neue Q füllt die leider entstandene Lücke durch den Tod von Desmond Llewelyns gut aus. Von dem ganzen oben auf geführten Schwachsinn einmal abgesehen, ist „Stirb an einem anderen Tag“ auch immer noch Bond und genau das rettet ihn vor dem Totalausfall.

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