Ian Fleming – CASINO ROYALE

casinoroyalebuch21953 erschien Ian Flemings erster James Bond – Roman: „Casino Royale“. Fleming, der seinerzeit selber für den englischen Geheimdienst gearbeitet hat, konnte in den James Bond Büchern auf viel Praxiswissen zurückgreifen. „Casino Royale“ entstand angeblich, weil Ian Fleming nach seiner Hochzeit das Junggesellen-Leben vermisste.

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„Einen trockenen Martini“, sagte er. „Nur einen – in einem Sektkelch.“
– „Oui, Monsieur.“
„Einen Moment. Dazu drei Maß Gordon’s, ein Maß Wodka und ein halbes Maß Kina Lillet. Das Ganze gründlich durchschütteln, bis es eiskalt ist, und eine dünne Scheibe Zitronenschale dazu. Mitgekommen?“

Der englische Geheimagent James Bond, „007“, hat den Auftrag, Le Chiffre beim Baccara zu besiegen und ihn so um etliche Millionen Franc zu erleichtern. Le Chiffre arbeitet im Auftrag von „SMERSH“ für die russischen Kommunisten und hat mit ihm anvertrautem Geld schwere finanzielle Verluste erlitten, in dem er in Bordells investierte, die dann von der französischen Regierung verboten wurden. Um diesen Verlust auszugleichen, bevor SMERSH ihm auf die Schliche kommt, veranstaltet er besagtes Baccara-Turnier. Zur Seite stehen Bond bei dieser Aufgabe eine Kollegin namens Vesper Lynd sowie der CIA-Agent Felix Leiter.


„Ich kann nicht auf das Wohl Ihres neuen Kleides anstoßen, wenn ich nicht Ihren Vornamen weiß.“
– „Ich heiße Vesper“, sagte sie „Vesper Lynd.“

„Casino Royale“ hält sich nicht lange mit Vorgeschichten auf. Das Buch beginnt gleich im Casino, in dem Bond Le Chiffre beschattet, und alle Hintergrundinformationen werden dem Leser nach und nach offenbart. Das ist auch gut so, schließlich will man ja wissen, wer dieser Le Chiffre ist und warum er beschattet wird. Aus diesem Anfang entwickelt sich eine spannende Geschichte mit überraschenden Wendungen, bei der man sich eigentlich nie wirklich sicher sein kann, was als nächstes passiert. Selbst die Stellen, die relativ unspektakulär scheinen, wie etwa das Baccara-Spiel gegen Le Chiffre, sind durchaus spannend, auch deshalb, weil Bond vorher Vesper (und praktischer weise dem Leser gleich mit) die Spielregeln erklärt und man so auch einen gewissen Überblick hat, worum es überhaupt geht.

Ganz allgemein gesagt: Wenn man den letzten Bond-Film im Kino gesehen hat, weiß man im groben schon, worum es geht und wie ungefähr es endet, und doch gibt es natürlich Unterschiede. Da Russland heutzutage keine Bedrohung mehr darstellt und der kalte Krieg vorbei ist, musste ein neues Feindbild her – die Terroristen. Und das ein dramatisches Finale in Venedig inkl. einstürzendem Haus auf der Kinoleinwand wesentlich besser daherkommt als Ferien am Badestrand, sollte auch klar sein (wenn auch dieser Gigantismus im Vergleich arg übertrieben erscheint – aber in Hollywood herrscht ja eh der Glaube, je größer und lauter, desto besser). Nach der Lektüre des Buches wird einem aber auch klar, das die langgezogene Kitschszene im Film kurz vor dem Finale durchaus ihre Daseinsberechtigung hatte, verliebt sich Bond doch tatsächlich in Vesper und will seinen Job an den Nagel hängen – jedoch wird dies im Buch wesentlich besser beschrieben als es im Film gezeigt wird, weshalb es dort deplaziert wirkt.

„Ich finde ihn schön“, sagte Bond. Plötzlich kam ihm ein Gedanke. „Würden Sie ihn mir leihen? […] Das klingt wunderbar und sehr passend zu der blauen Stunde, in der mein Cocktail jetzt in der ganzen Welt getrunken wird. Kann ich ihn haben?“
– „Wenn ich ihn probiert habe“, versprach sie. „Es klingt nach einem Drink, auf den man stolz sein kann.“

„Casino Royale“ ist also ein kurzweiliger, spannender Roman, der zwar nicht Bonds ersten Fall behandelt, aber sehr gut aufzeigt, wie er zu dem wurde, was er ist. Lesenswert nicht nur für Bond-Fans.

7 Kommentare

  1. lalia · Oktober 19, 2008

    So kitischig finde ich die Urlaubsszenen bei Bond nicht, und zwar wegen Daniel Craig, der eine gewisse Distanz bewahrt. Aber wahrscheinlich empfinden das nur Frauen so, und daher hat man Vesper im Film das auch direkt in den Mund gelegt. Nu ja *g*
    Wie dick ist denn das Buch?

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  2. Xander · Oktober 19, 2008

    Normales Taschenbuch, 173 Seiten. Wieso?

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  3. lalia · Oktober 20, 2008

    weil ich auch lesen will… aber du weißt ja, mein Stapel wird eher höher als gelesen *g*

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  4. Xander · Oktober 20, 2008

    Meiner auch – aber das musste sein. Dabei hab ich noch drei angefangene Bücher hier liegen. Aber – wie gesagt – es sind ja James Bond-Wochen😉

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