Kritik: ONE WAY


„Eddie, wem werden Sie helfen? Einer Freundin oder einem Vergewaltiger?“

Eddie ist der Creative Director einer großen Werbeagentur und steht kurz davor, die Tochter des Agenturinhabers zu heiraten. Doch seine zwanghafte Untreue wird ihm zum Verhängnis: Als seine gute Freundin und Kollegin Angelina vom Juniorchef Anthony brutal vergewaltigt wird, sagt Eddie für diesen aus, da Anthony ihn mit Fotos seiner Seitensprünge erpresst. Am Ende verliert Eddie trotz allem seinen Job – und als Anthony ermordet wird, scheint Eddie der einzige mit einem wirklichen Motiv zu sein…


„One Way“ habe ich damals im Kino gesehen und fand ihn eigentlich ganz ok. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. Jetzt steht die DVD schon einige Zeit ungesehen hier rum, und Bullions Review hat mich dazu animiert, mir den Film mal wieder anzusehen. Ob das nun gut ist, sei mal dahin gestellt, aber ich bin der Meinung: So RICHTIG schlecht ist das bzw. der auch nicht.

Natürlich gibt es einiges zu meckern – auch wenn Schweiger schon einmal mehr Aufgaben in Personalunion in einem Film vereint hat, wirkt „One Way“ dennoch wie eine einzige Selbstbeweihräucherung. Schweiger groß auf dem Plakat, Schweiger mehrfach zu Beginn in den Credits, fast in jeder Szene – Schweiger. Dabei spielt er immer den Frauenhelden, dem eigentlich immer alles zufliegt, und überhaupt müssen einem seine Charaktere sympathisch sein. Selbst in „One Way“, in dem er uns eigentlich gar keinen Grund dafür liefert. Eddies Handlungen sind nicht nachvollziehbar, zu keinem Zeitpunkt. Die Gerichtsverhandlungen unglaubwürdig, die Wendungen sowieso und die Rachethematik irgendwie trotz aller Ernsthaftigkeit lächerlich inszeniert. Da setzt Angelina eine Perücke auf und wird nicht mehr erkannt. Da erzählt sie kurz vor ihrer Verhandlung Eddie noch „Gut das wir nie was miteinander hatten“, nur damit Anthony auch wirklich als der ultimativ Böse erkannt wird, wenn er dann zwei Szenen weiter kurz vor der Vergewaltigung behauptet, die beiden hätten was miteinander gehabt. Die Bösen sind die Bösen, das Opfer ist das Opfer (von Kind an, wie wir lernen) und Schweiger spielt wie immer sich selbst.

Das hört sich jetzt alles nicht grade positiv an und die aufgeführten Punkte sind das auch nicht. Doch was bleibt ist recht solide und annehmbar, erst recht die Story an sich weiß zu unterhalten, da man schon wissen will, wie das ganze Lügengeflecht, welches sich den Film über aufbaut, wieder entworren wird. Wie also schon bei „Freaky Friday“ (wow, was für ein Vergleich!) geschrieben: Kann man sich mal angucken, dann aber so schnell nicht wieder.

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Ein Kommentar

  1. bullion · Oktober 2, 2008

    Na da decken sich unsere Eindrücke ja ziemlich. Die negativen Punkte hast du sehr schön herausgearbeitet und auch, dass der Film trotz dieser insgesamt kein kompletter Reinfall war. Zweimal würde ich ihn mir aber wohl dennoch nicht ansehen (ein Glück, dass die DVD nur geliehen war).

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