Kritik: WANTED


„Oh, tut mir leid!“
– „Du entschuldigst dich zu oft!“
„Tut mir leid.“

Wesley ist in seinem Job als Buchhalter ziemlich gelangweilt weiß nichts mit seinem Leben anzufangen – bis Fox zu ihm stößt und ihn in eine geheime Bruderschaft aufnimmt, die aus Auftragskillern besteht die Morde ausführen, um das Schicksal der Welt zum Guten ändern sollen…

Eigentlicher Inhalt: Junger Mann wird in (vermeintlich gute) Geheimorganisation aufgenommen, die das (vermeintlich) Böse bekämpft. Natürlich sind auch Familienmitglieder darin verwickelt und natürlich ist am Ende alles anders als man denkt.

Das das nun wirklich nichts neues ist, merkt man sofort, und so, wie der Film gedreht wurde kommt es mir vor, als werde ich langsam zu alt für den Scheiß. Oberstylish, Zeitlupen, CGI wohin man schaut, cooler Rock-Sound, eine aufgebrezelte Angelina Jolie – hier wird wohl eher das jüngere Publikum bedient, dass eventuell auch nicht viel Wert auf eine ausgeklügelte, innovative Story legt. Das Problem hierbei: Der Film hat keine Jugendfreigabe.

Denn die Action, die hier eindeutig im Vordergrund steht, ist definitiv nichts für zarte Gemüter. Hier wird fast ohne größere Unterbrechung 2 Stunden lang verfolgt, geprügelt, erschossen, gequält, gemordet. Autos fliegen in Straßenbahnen, Zügen stürzen von Brücken, hunderte von Ratten werden als lebende Bombem missbraucht – Politisch korrekt ist was anderes, irgendwie relevant ist das aber auch nicht. Kein Mensch wird sich über diesen Film aufregen, weil das Ergebnis (ähnlich wie bei „Jumper„) im Endeffekt ziemlich egal ist.

Von schauspielerischen Leistungen braucht man hier auch nicht sprechen, Angelina Jolie und Morgan Freeman spielen ihre üblichen Rollen. Wahrscheinlich spielen sie nicht einmal, sie sind einfach anwesend und das wäre für ihre Rollen auch durchaus ausreichend. Wesleys „Wandlung“ vom gelangweilten Sachbearbeiter zum coolen Auftragskiller mit markigen Sprüchen geht in Ordnung, ob James McAvoy allerdings ein Oscar-Anwärter ist oder wird wage ich zu bezweifeln.

Ich war also schon etwas enttäuscht von dem Film, auch wenn ich mir eigentlich nicht all zu viel davon versprochen habe. Als kurzfristige Unterhaltung und reines Popcorn-Kino geht er durchaus in Ordnung, ein Kandidat für die DVD-Sammlung ist er definitiv nicht.

Ich werd zu alt für den Scheiß.

Trailer

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6 Kommentare

  1. lalia · September 17, 2008

    Möchtegern-tiefgang.. hach, mir hat ja Jumper gefallen, aber stimmt schon, Tiefgang hatte der mal gar nicht.

    Das Zitat oben erinnert mich zudem zu sehr an Shinji aus Neon Genesis Evangelion, einem Klassiker unter den Anime-Serien.

    Leider hat auch kaum einer Lust mit mir in diesen Film zu gehen, also werd ich den wohl so schnell nicht sehen. Schade, ich mag stylische Movies. ( 300, Sin City,…)

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  2. Xander · September 18, 2008

    Nur das man bei „Sin City“ nicht das Gefühl hat, der Look ist nur aufgesetzt um möglichst hip zu sein. Bei „Sin City“ und „300“ gehört das irgendwie dazu.

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  3. lalia · September 18, 2008

    eben, also bekommt wanted von mir sicherlich eine chance ^^

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  4. Xander · September 18, 2008

    Dann möchte ich aber auch wissen ob er sie genutzt hat!

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