Kritik: DAS PHANTOM


„Wer war dieser Kerl?“
– „Jemand, den ich schon mal umgelegt habe.“
„Was?!“
– „Du hast richtig gehört, ich hab ihn umgelegt, vor Jahren!“
„Stell dir mal vor, er ist wieder da!“

Vor 400 Jahren wurde ein Handelsschiff von Piraten überfallen und erlitt Schiffbruch. Nur ein kleiner Junge konnte sich mit letzter Kraft an den Strand einer nahegelegenen Küste retten und wurde von den dortigen Eingeborenen aufgenommen. Mit zunehmenden Alter schwor er sich, das Unrecht und Piraterie zu bekämpfen und als „Das Phantom“ für Ordnung zu sorgen. Diese Bürde gab er von da an immer an seinen Sohn weiter. So entstand für die Unterwelt und die Eingeborenen die Legende des „wandelnden Geistes“, des unsterblichen Phantoms. Als Xander Drax, ein Industrieller aus New York, aus dem Dschungel einen myteriösen goldenen Schädel stehlen lässt, um dadurch an unglaubliche Macht zu kommen, verlässt das Phantom den Dschungel, um Drax zu stellen…


Sieben Jahre nach „Batman“ schickte sich ein weiterer Comic-Held an, die Kinoleinwände zu erobern – mit wenig Erfolg. Dabei bot die Comic-Vorlage doch genug Potenzial: Ein Sohn, der seine Eltern durch Verbrecher verloren hatte und Vergeltung schwor (Psychologische Entwicklung! Selbstzweifel! Innere Konflikte!), ein Dschungel als Schauplatz (Gefahren! Wilde Tiere! Eingeborene!) und zwei Tiere, nämlich ein Pferd und ein Wolf, als Gehilfen (Niedlichkeitsfaktor! Frauen im Kino!) – da hätte man ja einiges draus machen können. Stattdessen wurde vor allem eines daraus gemacht: Ein spaßiger Film.

Denn spaßig ist er wohl. Trotzdem hätte es ja ein Erfolg werden können, doch „Das Phantom“ ist nicht nur spaßig, sondern auch relativ harmlos. Auch wenn es heutzutage mal eine nette Abwechslung ist, einen Abenteuerfilm ohne CGI zu sehen, „damals“ war es halt an der Tagesordnung und somit mussten andere Werte stimmen – die aber wohl nicht genug gestimmt haben. Der Film bietet keine nennnenswerten Charakterentwicklungen, wenn man denn überhaupt von Charakteren sprechen kann (die böse, eiskalte, vor keinem Mord zurückschreckende Pilotin z.B. sagt „Wir Frauen müssen zusammenhalten!“ und gehört fortan zu den Guten…). Alle sind aalglatt, ohne Ecken und Kanten, politisch korrekt und natürlich gewinnt das Gute am Ende, und das ohne sonderlich große Anstrengung. In den Actionsequenzen ertönt die Helden-Melodie und der Zuschauer lehnt sich entspannt zurück, froh darüber, nicht groß darüber nachdenken zu müssen, was da vorne jetzt aus welchem Grund auch immer passiert. Man kann auch ruhigen Gewissens zwischendurch mal Bier holen gehen.

Alles in allem also ein netter Film, den man auch gut in Gesellschaft gucken kann (obwohl die ersten „Lila-Kostüm-Witze“ bestimmt bald aufgebraucht sind) und bei dem man bestimmt viel Spaß haben wird. Mehr nicht, aber auch nicht weniger, und darum ist er ja in meiner Top-5-Liste gewesen.

Dieser Film könnte euch gefallen, wenn ihr Folgendes mögt:
Indiana Jones„, „Die Mumie„, „Batman

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