Kritik: BATMAN BEGINS


„Man muss die Leute durch dramatische Ereignisse aufrütteln, aber das kann ich als Bruce Wayne nicht tun. Als Mensch aus Fleisch und Blut werde ich ignoriert oder getötet. Aber als Symbol – als Symbol kann ich unbestechlich sein und unvergänglich.“

Bruce Wayne muss als Kind miterleben, wie seine Eltern bei einem Raubüberfall ums Leben kommen und schwört seit diesem Tag Rache an dem Mann, der diesen ausgeübt hat, Chill. 14 Jahre später, bei der Hauptverhandlung, sieht er seine Chance gekommen: Mit einem Revolver bewaffnet, wohnt er der Verhandlung bei. Doch bevor er selber abdrücken kann, wird Chill erschossen – von einem Handlanger des Mafiabosses Carmine Falcone, der aus Angst verraten zu werden Chill hat töten lassen. Bruce erkennt, dass seine Zeit noch nicht gekommen ist und zieht sieben Jahre durch die Welt, um das Böse kennen zu lernen und es so bekämpfen zu können. Unterwegs trifft er auf Ra’s Al Ghul und erfährt von seinen Absichten, Gotham zu zerstören…



„Atme deine Ängste ein. Stell dich ihnen. Um Angst zu überwinden, musst du selbst zur Angst werden. Du musst mit der Angst anderer verschmelzen. Am meisten fürchten die Menschen, was sie nicht sehen. Du musst zu einem schrecklichen Gedanken werden. Zu einem Geist. Du musst zu einer Vorstellung werden. Spüre, wie deine Angst deine Sinne betäubt. Spüre, ihre Macht zu verwirren, zu lenken. Und wisse, diese Macht kann die deine sein. Verbünde dich mit deiner schlimmsten Angst. Werde eins mit der Finsternis. Bündle deine Kräfte. Konzentriere dich. Beherrsche deine Sinne. Du darfst keine Spuren hinterlassen.“

Als ich vor kurzem meine DVD-Sammlung um „Batman“ erweiterte, beschloss ich, dies nur bis Teil Drei zu tun. Die letzten beide Teile haben die Reihe zerstört, ins Lächerliche gezogen. Beim dritten Teil ist dies zwar noch halbwegs erträglich, doch der vierte hat alles kaputt gemacht. George Clooney im Nippelkostüm, Arnold Schwarzenegger als Eismann und Uma Thurman als Blumenmädchen in einem Slapstick-Film mit dümmlichen Dialogen – da hat doch wirklich jeder gehofft dass da nichts mehr kommt. Und dann kam Christopher Nolan (Prestige) und bescherte der Reihe einen Neustart, der sich gewaschen hat. Vorbei die Zeiten des quietschbunten Comic-Looks, vorbei der krampfhafte Humor. „Batman Begins“ nimmt seinen Titel sehr wörtlich und macht fast alles besser als die letzten Vorgänger.

Von den ersten Teilen war „Batman“ sicherlich der beste, und an diesem muss sich der erste der neuen Reihe natürlich messen. Dabei präsentiert sich dieser so unterschiedlich, dass beide Filme nebeneinander bestehen können, beginnend bei der Filmmusik. Diese war damals noch heroisch, eine schnelle, eingängige Titelmelodie – einer der besten Soundtracks überhaupt. Bei „Begins“ sind eher düstere Klänge anzutreffen, das Thema wird durch einzelne Töne bestimmt (übrigens mit dem gleichen Wiedererkennungswert – das Ende des aktuellen Trailers ist soundtechnisch genial). Der Look Gothams ist nicht so opulent und gigantisch wie damals, dabei jedoch ungleich realistischer.

Und das ist das Thema des ganzen Films – Realismus. Die Hintergründe der Figur Bruce Wayne / Batman werden genau beleuchtet, und Comic-Puristen wird es mit Sicherheit verschrecken, dass es recht lange dauert, bis Batman das erste Mal in Erscheinung tritt. Doch viel wichtiger ist es dem Film zu erklären, wie es soweit kommt. Was treibt einen reichen Millionärs-Sohn dazu, als Fledermaus verkleidet gegen die Unterwelt zu kämpfen? Welchen inneren Kampf muss er austragen, um seine Vergangenheit zu bewältigen? Dies sind zentrale Themen des Film, und Christian Bale ist mit Sicherheit der richtige Schauspieler, Bruce Waynes Konflikt adäquat auf der Leinwand darzustellen. Es sind in dieser Comic-Verfilmung nicht nur die Action-Szenen die überzeugen, sondern auch die ruhigen Momente.

Leider gibt es aber grade in diesen auch Schwächen – warum muss ein Film, der so düster und realistisch angelegt ist, trotz allem noch solch kitschige Gutmensch-Dialoge beinhalten? Wer hat Katie Holmes gesagt, das „Batman Begins“ eine Filmadaption von „Dawsons Creek“ ist, in der sie ihre Teenager-Lebensweisheiten weiter verbreiten darf? Aber über Katie Holmes braucht man sich ja nicht mehr auszulassen, die demontiert sich schon selber.

Also, wer kein Problem mit einem riesen Logik-Problem im Hauptplot hat (welches ich hier aber aus Spoiler-Gründen nicht anspreche) und auf gute Action-Filme mit Tiefgang steht, sollte sich „Batman Begins“ auf jeden Fall ansehen. „The Dark Knight“ wird wahrscheinlich statistisch gesehen von jedem Deutschen über drei Jahren fünfmal gesehen werden, doch der direkte Vorgänger hat dies genau so verdient, auch ohne Heath Ledger.

„Wie finden Sie den? Bewaffneter Raubüberfall, Doppelmord. Hat einen Hang zur Theatralik, genau wie Sie. Und er hinterlässt eine Visitenkarte.“
– „Ich geh der Sache nach…“

6 Kommentare

  1. lalia · August 19, 2008

    Problem?

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  2. Xander · August 19, 2008

    Es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen.

    Der Wassergehalt eines ausgewachsenen Menschen beträgt ca. 63 Prozent. So, was müsste denn passieren, wenn dieses Gerät in unmittelbarer Nähe eines Menschen angeschmissen wird!? Oder hab ich ganz einfach was verpasst…?

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  3. lalia · August 19, 2008

    ahso, ja.. hm… nein, mir fällt nichts Einfallreiches, dem Plot entsprechender Beweisführung ein. Ist mir im Zusammenhang des Films bisher auch nie sauer aufgestoßen.

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  4. Xander · August 19, 2008

    Gut. Ich dachte echt schon ich hätte den entscheidenden Satz verpasst.

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