Kritik: BIG FISH


„Erzählt man die Lebensgeschichte meines Vaters, ist es unmöglich zwischen Fantasie und Wirklichkeit zu unterscheiden, zwischen Mensch und Mythos. Am besten erzähle ich sie so, wie er sie mir erzählt hat. Sie ergibt nicht immer einen Sinn und das Meiste ist nie passiert. Aber so eine Geschichte ist es nun mal.“

Will Blooms Vater Edward liegt im Sterben. Will, der nie ein gutes Verhältnis zu seinem Vater hatte, reist mit seiner Frau an, um sich mit ihm zu versöhnen – denn Wills Vater schmückt Erzählungen über sein Leben gerne aus, und Will hat genau damit ein Problem. Edward jedoch bleibt dabei – all seine fantastischen Geschichten seien genau so geschehen. Will glaubt nicht daran und begibt sich auf Spurensuche in die Vergangenheit – wie war das Leben Edward Blooms wirklich?


„Man sagt, wenn man die Liebe seine Lebens trifft bleibt die Zeit stehen – und das stimmt. Aber was niemand sagt ist, dass sie danach viel schneller vergeht – um die verlorene Zeit wieder aufzuholen.“

„Big Fish“ ist ein Film über das Verhältnis eines Sohnes zu seinem Vater. Ein Film über die Liebe eines Mannes zu einer Frau und ein Film über die Macht der Fantasie, die es einem zwar leichter macht, die aber für andere nicht immer leicht zu verstehen ist. Nicht alles in diesem Film macht einen Sinn. Oft schein es so, dass die Geschichte des sterbenden Vaters nur ein Grund ist, einzelne, fantastische Episoden aus seinem Leben aneinander zu reihen, doch das wäre zu einfach. Anfangs versteht man auch nicht, warum Will diese Abneigung hegt – es sind doch nur Geschichten, doch Wills Problem liegt darin, dass diese für seinen Vater Realität sind. Natürlich kann dies nicht sein, zu absurd sind die einzelnen Storys, zu unrealistisch – oder etwa nicht? Je weiter die Geschichte ihren Gang nimmt, desto fantastischer wird sie auch, doch auch umso mehr wird einem der volle Umfang dessen bewusst, was dort geschieht. Tim Burton erzählt ein Drama, eine Liebesgeschichte, ein Fantasymärchen, eine Komödie.

„Du erzählst Lügen Dad. Du erzählst amüsante Lügen, das ist alles.“

All das wird dem Zuschauer in einer Perfektion gezeigt, die einen völlig in dieses Märchen eintauchen lässt. Der Soundtrack erzeugt eine Gänsehaut (die letzten Szenen des Films werden durch die Musik noch intensiver; also zu Recht Oscar nominiert!), die Schauspieler agieren grandios (Sehr gut: Ewan McGregor, der glaub eh nicht schlecht spielen kann), die Bilder und Effekte stimmen bis ins letzte Detail.

„Big Fish“ ist ein Film, den ich ausnahmslos empfehlen kann (ok, mein Bruder fand ihn, gelinde gesagt, nicht ganz so gut), mein persönlicher Favorit ist es auf jeden Fall.

Was ich vielleicht für sensiblere Leser dazuschreiben sollte: Taschentücher bereit halten.

P.S.: Wer den Film kennt: In einer Szene gerät Edward in ein schweres Unwetter – dies ist vergleichbar hiermit *g*

16 Kommentare

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  2. lalia · Juli 20, 2008

    leider hatte ich noch nie die Muse den Film anzuschaun, aber er steht auf meiner Einkaufsliste für DVDs ^^

    ach und wie viele Taschentücher hast du gebraucht? 😉

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  3. Xander · Juli 20, 2008

    Also ich: Keins *g*
    Kenne aber schon einige (weibliche) Zuschauer, die welche gebraucht haben…

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  4. lalia · Juli 20, 2008

    och ich brauch schon bei jeder Hochzeit und so ein Taschentuch *g*

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  5. Xander · Juli 20, 2008

    Na dann weißte ja jetzt Bescheid worauf du dich da einlässt!

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  6. lalia · Juli 20, 2008

    so wirklich weiß man das ja nie – und wer hört schon auf Vorwarnungen?

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  7. Xander · Juli 20, 2008

    Dann musst du halt deine Erfahrungen selber machen 😉

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  8. lalia · Juli 20, 2008

    *heul*

    😉

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  9. michel · August 20, 2008

    ja ein sehr rührender und persönlicher film. tolle wendungen und fantastische bildgewalt. ich liebe diesen film!
    hier gibt es noch eine ausführliche kritik:
    http://www.resurrection-dead.de/dailydead/big_fish

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  16. Königinnenwelten · Juli 5, 2013

    Ein toller Film, den man schlecht vergessen kann. Allein das setdesign! Ein sehr zärtlicher Burtonfilm, sollte man gesehen haben, auch wenn man ihn dann doch nicht so dolle findet. Schöne Rezension!

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