Kritik: HANCOCK


„Hancock, du bist ein Arschloch.“

Hancock ist ein verkappter Held: Er säuft, will eigentlich nur seine Ruhe haben und übt seine Heldentaten nur widerwillig aus. Dabei verursacht er auch noch so viel Sachschaden und beleidigt die Leute, dass ihn eigentlich niemand mag. Doch der erfolglose PR-Berater Ray will das ändern – sehr zum Missfallen seiner Frau Mary, die scheinbar ein Geheimnis hat…

Joa… irgendwie hasse ich das. Wenn Filme ihr gesamtes Pulver, ihr ganzes Potenzial – im Trailer schon verschießen. Und so ist der Trailer eine Ansammlung der besten Szenen des ganzen Films, der zwar durchaus lustig ist (also der Trailer jetzt), der aber nicht weiß, was er sein will (der Film, mein ich).

Alles beginnt dabei sehr lustig, weil zu Beginn im Grunde alle Szenen aus der Werbung kommen. Die Verfolgungsjagd zum Beispiel, mit dem unerfreulichen Ende auf der Turmspitze. Das alles ist sehr witzig, und so könnte das doch die ganze Zeit weiter gehen, aber nein, jetzt kommt erst mal der PR-Berater. Diese Story ist irgendwie so nebensächlich erzählt, vorhersehbar und so… egal, dass sie einen auch gar nicht weiter interessiert, sie nimmt nur spürbar das Tempo aus dem Film, bei dem „nebensächlich“ und „egal“ von nun an die richtigen Worte sind. Die Geschichte ist Nebensache, die Hauptsache ist Will Smith und sein ewig gleicher Gesichtsausdruck. Auch die plötzlich Wendung, der Hauptplot, möchte man fast sagen (vielleicht aus Verzweiflung, weil es sonst keinen gibt?), die völlig wirre und unlogische Geschichte von Hancocks Herkunft und Marys Rolle dabei, reißt nichts mehr, verwirrt nur noch mehr. Der Film ist immer unlustiger, wird immer dramatischer, doch dich wahre Dramatik ist, das einem das am Arsch vorbei geht. Auch das Ende enttäuscht etwas – die richtige Action ist schon einige Szenen vor dem Schluss, und das was am Ende kommt, überbietet diese wirklich nicht. Der Schlussgag während des Abspanns sagt auch viel aus: Der einzige „Running Gag“ des Films wird hier nochmal aufgewärmt, doch irgendwie… noch unlustiger als die vielen Male davor.

Ich will mich hier kurz fassen, muss morgen früh raus. Was zum Film schreiben wollte ich aber doch noch, wer weiß wann und ob ich die nächsten Tage dazu komme. Fazit also: „Hancock“ ist guckbar, aber bei weitem nichts besonderes. Er beginnt gut, baut dann aber ab, hat aber seine lustigen Stellen – nichts halbes und nichts ganzes. Schade. Hätte ich mal den Panda geguckt.

8 Kommentare

  1. lalia · Juli 11, 2008

    nju, lohnt sich wohl nich…

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  2. Xander · Juli 11, 2008

    Vielleicht mal auf DVD. Geliehen.

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  3. arillo · August 16, 2008

    Wirklich schön, wie leicht sich einige Menschen vom Urteil einer Person so beeinflussen lassen, dass sie es für unnötig erachten sich ein eigenes zu bilden. Allerdings muss ich dem Schreiber leider Recht geben, ganz so schlimm wie beschrieben ist es zwar nicht aber „Er beginnt gut, baut dann aber ab…“ ist das Stichwort. Schade, Hancock hätte viel mehr sein können…

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  4. lalia · August 17, 2008

    nun, wenn man schon länger im schriftlichen Kontakt steht, dann weiß man, was man dem anderen glauben kann.

    den Film habe ich allerdings selbst noch gesehen – Fazit: wieder ein ganz normaler Superhelden-Film, diesmal als Schwachpubkt kein Kryptonit sondern die Ehefrau. Hm, supi.

    Zu empfehlen wäre da der Podcast von widescreen-online #24
    http://www.dvd-forum.de/showthread.php?t=27878
    Dort wird besprochen, wie viele versionen es vom Drehbuch ursprünglich gab

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  5. Pingback: ATM - Der Film 2008 « at the movies - filme. tv. sowas.
  6. Christoph · Februar 18, 2009

    Keine Ahnung was ihr habt!?
    Na gut das Ende ist lächerlich, aber die erste Stunde ist wirklich oscarreif!

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  7. Xander · Februar 18, 2009

    Ok, oscarreif würde ich jetzt nicht sagen, sondern eher: Fängt sehr gut an und wird immer schlechter.

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  8. Kim · September 16, 2009

    Ich hätte den Film als Actionfilm sehr gerne gemocht, doch die zunehmende Dramatik, bzw. die irgendwie dazugequetschte Geschichte mit der Ehefrau, haben mir dieses Bild leider verdorben.
    Nichts desto trotz ist er meiner Meinung nach schon sehenswert…vor allem, da es mir einmal gefällt Will Smith als einmal (zumindest am Anfang) „nicht guten“ Charakter zu sehen.

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