Kritik: DAS GEHEIME FENSTER



„Wissen Sie, das Einzige was zählt, ist das Ende. Das Ende ist der wichtigste Teil einer Geschichte. Und das hier ist wirklich gut. Es ist perfekt.“

Morton Rainey hat vor einem halben Jahr seine Frau mit einem anderen Mann, Ted, im Bett erwischt. Jetzt ist die Ehe so gut wie vorbei und nur noch seine Unterschrift trennt ihn von der Scheidung. Doch Mort hat schwer mit der Trennung zu kämpfen – seit dem plagt ihn eine Schreibblockade und verwahrlost zusehends. Plötzlich steht auch noch ein Mann vor der Tür, John Shooter, der behauptet, Mort hätte ihm seine Geschichte geklaut. Doch anstatt das vernünftig zu klären, beginnt dieser, Mort immer mehr zu bedrängen und ihn zu bedrohen…

„Das geheime Fenster“ ist wieder einer dieser zahlreichen Versuche, eine Geschichte von Stephen King zu verfilmen. Und wieder einer dieser Versuche, von denen ich die literarische Vorlage nicht kenne. Doch „Das geheime Fenster“ ist auch einer dieser Versuche, wo das nicht zu schlimm zu sein scheint, denn er funktioniert auch ganz für sich alleine.

Dabei ist der Hauptgrund hierfür ganz klar Johnny Depp. Ihm liegen ganz einfach schräge Typen, und genau so, wie er völlig überzeugend Jack Sparrow ist, ist er in diesem Film der verwahrloste, leicht wahnsinnige Autor Mort. Dabei bekommt er diesen Film fast für sich alleine. Er ist die Hauptfigur, und er bekommt die Leinwand für sich – kaum eine Szene, in der er nicht vorkommt, und meist ist er alleine. Ohne Johnny Depp wäre das ein großes Risiko, und ohne Johnny Depp würde man den Film wohl auch gar nicht registrieren. Wobei man seinen Antagonisten, Mr. Shooter, auch nicht unerwähnt lassen sollte, auch John Turturro scheint hier die Idealbesetzung.

„Was wollen Sie damit? Pirat spielen?“

Die Story bietet gegen Ende des Films die große Überraschung, die – im Nachhinein betrachtet – gar keine so große ist: Hinweise gab es genug, doch können diese vom Zuschauer erst noch nicht richtig gedeutet werden. „Das geheime Fenster“ lässt sich zu Beginn viel Zeit, nur um dann gegen Ende noch mal Gas zu geben und das Publikum verstört zurück zu lassen – denn „das Ende ist“ ja auch „der wichtigste Teil einer Geschichte„.

Alles in allem ein guter, spannender Mystery-Thriller mit einer unkonventionellen Auflösung und einem guten Johnny Depp – was will man mehr?


(YouTube)

„Ich weiß das ich es schaffe, sagte Todd Downey, dann nahm er sich noch einen weiteren Maiskolben aus der dampfenden Schüssel. Ich bin sicher, mit der Zeit wird auch der letzte Rest von ihr verschwinden und ihr Tod wird selbst für mich nur noch ein Rätsel sein.“

8 Kommentare

  1. lalia · Juli 2, 2008

    ehrlich gesagt, hab ich den Film beim ersten Mal gar nicht kapiert. Hab ihn auch auf englisch gesehen, vielleicht daher?

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  2. Xander · Juli 3, 2008

    Hm, möglich, kenne deine Englisch-Kenntnisse nicht… 😉
    Am besten du schaust ihn nochmal auf Deutsch und mal sehen ob du dann mehr verstehst – dann sollte es ja nicht an der Sprache scheitern oder?

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  3. lalia · Juli 4, 2008

    dann wohl am Verständnis ^^

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  4. lalia · Juli 4, 2008

    hast du sweeney todd auf englisch gesehen? man verteht kaum eine wort, ich glaube, ich hab nur bei Johnny Depp Filmen schwierigkeiten

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  5. Xander · Juli 6, 2008

    Ne, Sweeney Todd habe ich noch gar nicht gesehen. Ist der gut?

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  6. lalia · Juli 6, 2008

    keine Ahnung, ich hab nicht mehr als 10 Minuten gesehen ^^#

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  7. Xander · Juli 6, 2008

    Dann lässt sich das ja schwer beurteilen 😉

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  8. lalia · Juli 7, 2008

    oki, hab ihn nun gesehen, war ganz gut, da er direkt zum Punkt kam, und das Ende (natürlich) kein Happy End werden konnte. Eine blutrünstige Version von „Der Graf von Monte Christo“

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