Kritik: ALL THE BOYS LOVE MANDY LANE


„Du hast nicht zufällig eine Schwester, die zehn Jahre älter ist?“

Mandy Lane ist heiß begehrt: Eigentlich jeder Junge auf ihrer High School will sie haben (um das mal jugendfrei auszudrücken). Doch Mandy ist unerreichbar. Einzig ihr Kumpel Emmet kennt sie genau. Als dieser auf einer Party einen der Jungs, die es auf Mandy abgesehen haben, dazu bringt, betrunken vom Dach zu springen und dieser daraufhin tödlich verunglückt, bricht Mandy den Kontakt zu ihrem Freund ab. Neun Monate später: Mandy und ein paar Leute ihrer Schule wollen eine Party auf einer abgelegenen Farm feiern. Doch wenig später stellt sich heraus: Sie sind nicht allein…

Mit „Scream“ wurde der Slasher bzw. Teenie-Horror wiedergeboren. Während viele Nachahmer im ersten Ansatz eigentlich gut waren („Ich weiß was du letzten Sommer getan hast“, „Faculty“, vielleicht auch noch „Düstere Legenden“), wurde die Kuh bis aufs letzte gemolken, bis die Qualität vollends den Bach runterging, letztes Beispiel: „Ich werde immer wissen was du letzten Sommer getan hast“. Dann war im Grunde lange Zeit Ruhe. Hier und da mal ein Teen-Horrorfilmchen, mal ganz gut („Jeepers Creepers“), dann mal schlecht (äh… „Jeepers Creepers 2“?). Und plötzlich lieben alle Mandy Lane. Mein erster Gedanke: Danke für den nicht eingedeutschten Titel!

„Mandy Lane“ ist im Grunde schwer einzuordnen. Stylish, modern kommt er daher, ganz im Stil von „Michael Bays Texas Chainsaw Massacre“ oder „The Hills Have Eyes“. Cool siehts schon aus. Richtig cool. Der Soundtrack hingegen ist nicht nur cool, sondern meiner Meinung nach – zumindest die Songs – überragend und gut platziert. Wie ich ja hier vor einem halben Jahr (wie die Zeit vergeht…) schon mal angedeutet hab. Dem Sound an sich ist auch nichts vorzuwerfen – getreu dem Motto „laut schockt gut“, schockt es ganz gut, wenns laut wird. Kurz und bündig, aber effektiv. Schnitt, Regie und Kamera – auch gut. Ok, man sieht nicht alles, es ist dunkel, teils hektische Kameraführung, gewollte Unschärfe – aber wie gesagt, das ist gewollt und passt einfach zum Stil des Films.

Jetzt fragt sich der geneigte Leser vielleicht, ob da noch ein „aber“ kommt. Und das kommt.

Und das ist, trotz der Tatsache, das es (im Grunde) ein Horrorfilm ist, die Story und in erster Linie die Charaktere bzw. ihre Motive. Sicherlich, Horrorfilme gewinnen selten einen Oscar für das beste Drehbuch. Aber das Problem bei Mandy ist, dass sie einen ziemlich kalt lässt. Auch wenn sich der Film die erste Hälfte des Films zeitnimmt, um die Charaktere einzuführen und daher recht wenig passiert (ungefähr bei der Hälfte des Films wurde ich von meinem Sitznachbar gefragt, worums überhaupt geht – er hatte nie etwas von dem Film vorher gehört) – auch wenn es zum Film passt und irgendwie ja doch die Spannung steigert, die Hauptpersonen werden einem dadurch nicht sympathischer, d.h. es gibt im Grunde niemanden, mit dem man sich irgendwie identifizieren könnte. Dafür bleiben leider alle etwas blass. Die Identität des Killers wird nach der Hälfte des Films schon gelüftet, was im Grunde nicht weiter schlimm ist, man denkt sich halt „Da kommt noch was“ – und da kommt auch was. Aber was dann kommt, verwirrt im Grunde noch mehr und wirft mehr Fragen auf, als das es welche beantwortet. Die Filmfreunde meinen ja, dieser Schlusstwist wäre auch schon ab der Häfte des Films vorhersehbar gewesen. Belege bitte – ich meine das nicht. Aber ich will jetzt auch nicht spoilern.

Fazit? „Mandy Lane“ ist, trotz gewolltem Tiefgang und langer Charaktereinführung immer noch ein Horrorfilm. Horrorfilme mit Logik, Motivation und guter Story sind gut, das unterstütze ich, aber wenn das alles mal nicht ganz so vorhanden ist, dafür aber der Rest stimmt, ist das nicht weiter tragisch für mich. Daher auch 7 Punkte – ich wurde sehr gut unterhalten, der Film war cool, stylish, und dass das nur Unterhaltung und Popcornkino ist, wusste ich vorher.

Trailer gabs übrigens hier schon mal.

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