Kritik: JEEPERS CREEPERS



6/10

„Ist er tot?“
– „Das sind die nie!“

Die Geschwister Trish und Darry sind auf dem Heimweg von der Uni nach Hause, um dort ihre Ferien zu verbringen, als sie plötzlich auf einer einsamen Landstraße von einem unheimlichen Lastwagen attackiert werden und dieser sie letztendlich überholt und davonrast. Wenig später beobachten sie im vorbeifahren, wie der LKW an einer alten Kirche hält und der Fahrer in Laken gehüllte, mit roten Flecken versehene Bündel in ein Rohr wirft. Die Neugier ist groß, und so fahren sie noch einmal vorbei, um einen Blick in das Rohr zu werfen – doch was sie finden, lässt ihre größten Ängste Realität werden…


Aus Angst vor dem großen Fußball-Overkill dachte ich mir, es ist Zeit für ein Kontrastprogramm. Und da der Kontrast recht groß sein sollte, wurde es mal wieder ein Horrorfilm, FSK 16 zwar, aber das heißt ja nichts. Geekelt werden kann sich bei diesem Film trotzdem, aber nicht jeder Film bei dem man sich ekelt ist ein Horrorfilm. Obwohl der Film um vier New Yorker Zombies, „Sex and the City“, bestimmt nahe dran ist…

„Jeepers Creepers“ verlangt dem Zuschauer einiges an Toleranz ab. Die Stelle, bei der diese besonders stark gefordert ist, findet sich auch ziemlich zu Beginn: Kein normal denkender Mensch würde in der Lage der beiden Protagonisten zurück zu der Kirche fahren, um in das Rohr zu gucken. Niemand. Auch nicht mit der Begründung, mit der Darry schließlich Trish überzeugt: „Was wäre, wenn du in dem Loch liegst?“. Jeder würde sagen: „Dann würde ich nicht wollen, dass du daneben liegst. Sieh zu das du die Polizei rufst!“. Also, das muss man zu akzeptieren bereit sein, um den Film weiter genießen zu können. Denn schließlich beginnt dort, eben durch dieses unlogische Verhalten, auch die Haupthandlung.

Und die ist anfangs auch recht spannend und unheimlich, die Stimmung ist bedrohlich, niemand weiß eigentlich was Sache ist und was der Typ will (und warum!). Die Darsteller zeigen eine solide Leistung, aber viel mehr brauch man in einem Horrorfilm ja auch nicht. Genau so düster könnte es dann auch weitergehen, doch irgendwann ist es dann klar, gegen wen man kämpft, man weiß sogar einigermaßen, warum, die Luft ist also raus.

Jetzt gehts nur noch ums überleben und der Film kippt – die Stimmung wird geopfert zugunsten einiger Action- und Ekelszenen, und dann ist der Film wieder 08/15. Schade eigentlich. Das das alles nicht zu 100% gut ausgeht, sondern nur zu 50%, sei schon einmal verraten, denn die Schlußzene macht wieder einiges wett und ist auch etwas ungewöhnlich für einen Film, der Mainstream ist und sein will.

Fazit: Man kann sich den Film auf DVD antun, vielleicht mit ein paar Freunden um einen netten Horrorfilm-Abend zu gestalten, bei dem man nicht jeden Dialog mithören muss, um Spaß an dem Film zu haben. Doch sollte man sich dann für diesen Abend nicht auch noch „Jeepers Creepers 2“ ausleihen, denn das ist mal ein Film, der geht gar nicht. Alles, was man befürchtet, was in einer Fortsetzung schlimmer gemacht werden kann, wurde hier auch leidenschaftlich schlimmer gemacht.

Und trotzdem: Regisseur Victor Salva plant, einen dritten und einen vierten Teil ins Kino zu bringen, unter anderem auch mit Gina Phillips –

– der Trish aus Teil 1. Teil drei hat schon einen Namen („Jeepers Creepers 3: The Creeper Walks Among Us“) und enthält angeblich auch einen Prolog, der im Wilden Westen spielt – man darf gespannt sein. Hört sich nach der Vorgeschichte des Creepers an, und ich tippe mal, so ins Blaue, auf Indianerfluch.

8 Kommentare

  1. lalia · Juni 16, 2008

    das Ende ist eklig, aber macht den Film wieder wett.

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  2. Xander · Juni 16, 2008

    Jo.
    0:0. Man ist das spannend 😉

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  3. lalia · Juni 17, 2008

    tja, in manchen Situationen reicht ein 0:0

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  4. Xander · Juni 17, 2008

    Ist es dann ja bekanntlich nicht geworden…

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  5. tvdame · Juni 24, 2008

    Ich mag den Film – klar gibt es solche Momente, wo man denkt „wozu hat man Handy/Telefon, ruf die Hilfeeee“. Doch ich denke, manche Filmproduzenten „vergessen“ absichtlich das Telefon – und das ist auch gut so. Man muss nicht alles auf moderne Art und Weise regeln.

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  6. Xander · Juni 24, 2008

    Es gab ja ein Telefon – nur der Akku war leer 😉

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  7. Kathleen Hide · Juli 4, 2008

    Jeepers Creepers finde ich zwar echt cool,aber das Ende ist mir zu unrealistisch.

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  8. Kathleen Hide · Juli 4, 2008

    Einer der besten Schauspieler sind Justin Long und Jonathan Breck. Nur eines finde ich nicht so toll,die Leichen die Darryl entdeckt sind zu unecht. Und wenn man schon so was sieht das jemand einen Sack in ein Rohr wirft das etwa so groß ist wie ein Mensch, fährt man gleich zur Polizei und erzählt was man gesehen hat. Ansonsten ist der Film aber ganz ok.

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