Kritik: GARDEN STATE


„Kannst du dich an den Tag erinnern, an dem du gespürt hast, dass das Haus in dem du aufgewachsen bist nicht mehr dein Zuhause ist? Du hast da noch dein ganzes Zeug und alles, aber irgendwie ist das auf einmal kein richtiges Zuhause mehr.“

Andrew hat es neun Jahre lang vermieden, zu Hause aufzutauchen, um so Konfrontationen mit seinem Vater aus dem Weg zu gehen. Seit dem verdient er sein Geld als Schauspieler und Kellner. Als eines Tages seine Mutter stirbt, reist er das erste mal wieder zurück und wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert, seinem alten Leben und einer neuen Liebe…

„Garden State“ war Zach Braffs („Scrubs“) erster eigener Film. Er führte nicht nur Regie, sonder hat zusätzlich noch die Hauptrolle gespielt und hat das Drehbuch geschrieben. Doch dieses Debut merkt man dem Film zu keinem Zeitpunkt an.

Bis vor kurzem habe ich von diesem Film noch nie etwas gehört. Die Kommentare in einem anderen Blog machten mich schließlich auf ihn aufmerksam und ich habe seit dem keine Minute bereut, mir die DVD gekauft zu haben. Die Entwicklung von Zach ist sehr realistisch beschrieben, und überhaupt ist „realistisch“ das richtige Wort. „Garden State“ ist zu keinem Zeitpunkt Hollywood, hier werden keinerlei Klischees bedient, alles ist nachvollziehbar und überraschend bodenständig. Als Tragikomödie funktioniert er zu jedem Zeitpunkt perfekt, die Balance zwischen ruhigen, ernsten Momenten und lustigen Szenen wird jederzeit gewahrt.

Die Hauptdarsteller sind wunderbar gut aufgelegt, vor allem Natalie Portman spielt ihre Rolle mit einer Natürlichkeit, als WÄRE sie Samantha und würde nicht nur schauspielern. Die Liebesgeschichte zwischen ihr und Zach wirkt zu keinem Zeitpunkt aufgesetzt, und eigentlich kann man Zach ganz gut verstehen, macht er doch im Laufe des Films eine erstaunliche Wandlung durch. Ist er am Anfang noch ein apathischer, teilnahmsloser Medikamentenschlucker, blüht er in seiner alten Heimat, auch unter Samanthas Einwirkung, förmlich auf und verschafft auch dem Film dadurch spürbar mehr Tempo.

Die Dialoge sind, wenn angemessen, sehr witzig und die Szenen teilweise etwas abgedreht, aber glaubhaft. Sams Zuhause ist ein krasser Gegensatz zu Zachs alter Wohnung: vollgestopft bis oben hin, das Wohnzimmer besteht fast nur aus Plastikröhren für Hamster und im Garten ist demzufolge ein wahres Massengrab für selbige: All das passt einfach zu ihr und ihrer Mutter, und für Zach ist dies eine völlig neue Welt, die ihn selbige aus einem neuen Blickwinkel sehen lässt.

Fazit: „Garden State“ ist absolut empfehlenswert und hat sich auf Anhieb einen Platz in meiner ATF-Liste verdient. Wer auf solche Filme steht, kann ihn sich bedenkenlos ansehen, wer nicht, sollte dies sowieso tun. Und wenn es nur wegen Natalie Portman ist. Aber die Regel gilt ja schon seit „Leon“.

17 Kommentare

  1. lalia · Juni 7, 2008

    na endlich! Aber keine Erwähnung der Hamster??? schade drum

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  2. Xander · Juni 7, 2008

    „Plastikröhren für Hamster und im Garten ist demzufolge ein wahres Massengrab für selbige“

    Hab sie doch erwähnt… oder was meinst du? Das sie zu ungeschickt im Umgang mit Metall-Laufrädern sind?

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  3. lalia · Juni 7, 2008

    ney, dass sie süß sind, und die wahren Helden der Geschichte!

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  4. Xander · Juni 8, 2008

    Reden wir über den gleichen Film? Ich mein, sie spielen ja wohl kaum eine nennenswerte Rolle…

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  5. lalia · Juni 8, 2008

    find ich schon. Sie laufen immer die gleichen Bahnen durch das Haus, und manchmal bleiben sie stecken, wenn man als Mensch nicht acht gibt.
    Zudem kommen sich die zwei Personen bei der Beerdigung deutlich näher.
    Für mich sind sie DIE Schlüsselstelle des Films.

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  6. Xander · Juni 9, 2008

    Ok, so kann man das auch sehen…

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  7. ClipHead · Juni 10, 2008

    Einer der besten Filme der letzten Jahre. Zach und Natalie haben sichtlichen Spiel-Spass. Von der Stimmung her würde ich diesen Streifen am ehesten mit „Harold and Maude“ vergleichen. Die extreme Wichtigkeit der Hamster ist natürlich ausschlaggebend für die enorme Qualität des Filmes. Dieser Film ohne Hamster – NIE .
    …und Natalie Portman ist auch dabei ; )

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  8. lalia · Juni 10, 2008

    guuut gerettet Cliphead 😉
    in einem Making-of oder nur in einem Interview sagte Zach, dass er die Rolle extra für Natalie geschrieben hat. Wenn sie nicht mitgemacht hätte, hätte er den Film nicht gedreht!

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  9. cliphead · Juni 10, 2008

    : D
    Dann sind wir doch alle froh, dass sie zugesagt hat. Und entschuldige diesen Hamstersarkasmus.

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  10. Xander · Juni 11, 2008

    Beim Kommentar zu den rausgeschnittenen Szenen sagte er, er hätte ihr das Drehbuch zugeschickt, aber gar nicht damit gerechnet, dass sie überhaupt zusagt…

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  11. lalia · Juni 11, 2008

    yeah, dann hat er Glück gehabt ^^

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