Kritik: DIE REISE DER PINGUINE


„Ein ganzer Kerl, dank Papi!“

Antarktis, Wintereinbruch: Tausende von Kaiserpinguinen machen sich auf die Reise. Auf die Reise, zurück an ihren Geburtsort in der Tiefe der Antarktis. Jahr für Jahr marschieren sie hunderte von Kilometern, um ein einziges Ei zu legen, in einer Landschaft, die lebensfeindlicher nicht sein könnte…

Diese Review ist natürlich rein subjektiv. Dafür, das Pinguine die coolsten Tiere wo gibt sind, kann der Film nichts, aber eigentlich gibt es diesen Film, um genau DAS zu zeigen: Pinguine sind die coolsten Tiere wo gibt. Und deswegen darf man sie auch nicht vermenschlichen. Diese Review bezieht sich also vollkommen und ohne wenn und aber auf die DVD-Version des Films mit Sky Du Mont als Sprecher. Ich habe mich und werde mich auch in Zukunft weigern, die Kinofassung zu sehen, in denen die hilflosen Tiere Stimmen bekommen haben und man die Gedanken von Mama, Papa und Baby-Pinguin hören kann – ich hab ein Mal die Sprache umgestellt, es war furchtbar.

Was schade ist, gerne hätte ich den Film im Kino gesehen, alleine schon um die grandiosen Aufnahmen der Pinguine im Packeis auf der großen Leinwand sehen. Wenn es einen Grund gibt, sich ein Full-HD Heimkino ins Wohnzimmer zu stellen – dann ist es „Die Reise der Pinguine“. Grandiose Nahaufnahmen, bei denen man meint, die kleinste Feder zu erkennen, sind einfach atemberaubend.

Doch nicht nur das ist atemberaubend. Den Pinguinen bei der auf den Tag genau getimten Partnersuche und anschließenden Brutpflege zu zusehen, macht einfach Spaß. Die Filmcrew hat es geschafft, einmalige Bilder aufzunehmen, und der Schneideraum hat es geschafft, sie in einer unglaublichen Perfektion aneinanderzureihen. Der Film baut eine Atmosphäre und eine Spannung auf, die untypisch für einen Dokumentarfilm ist und die „Expeditionen ins Tierreich“ ganz schnell vergessen lassen. Sehr stimmig und passend auch die Musikuntermalung.

So gerne ich also diesen Film im Kino gesehen hätte, es ging nicht. Ich wollte ihn mir nicht durch Kinderstimmen und menschliche Pinguin-Eltern versauen lassen. Natürlich wusste ich damals noch nicht, dass Sky Du Mont auf der DVD (sehr gut!) spricht, aber hey, zur Not hätte es auch der Audio-Kommentar getan. Also bitte, wenn ihr den Film gucken wollt: Gönnt euch die Special-Edition DVD. Denn nur da gibts Sky.

Natürlich gibt es Kritikpunkte. Der Film setzt natürlich auf Dramatik und vielleicht auch ein bißchen Kitsch. Blut gibt es keines zu sehen (argh das will bei den Tieren auch keiner!) und das Paarungsverhalten hat man scheinbar für die prüden Amerikaner auch etwas verharmlost (aber fickende Pinguine will man ja auch nich sehen). Und allen religiösen Fanatikern, die in dem Film eine Widerlegung Darwins sehen und das Christentum hochleben lassen sei gesagt: Schaut euch „Happy Feet“ an. Man kann das nämlich auch anders interpretieren. Mal abgesehen davon: Hey, es sind Pinguine. Schleppt die mal zum Gottesdienst mit.

Zu recht also ein Oscar als bester Dokumtarfilm 2006. Zu Recht der erfolgreichste Dokumentarfilm in Deutschland (bis der Fussball-WM Film kam…). Aber dafür zu Recht der zweiterfolgreichste Dokumentarfilm der Filmgeschichte.


(YouTube)

Und wer jetzt noch glaubt, der „Grote pinguin“ fühlt sich in seinem Kühlhaus wohl, hat den Film nicht verstanden. Sonst aber auch nicht viel.

Gesammelter Pinguin-Content: Hier.

12 Kommentare

  1. lalia · Juni 3, 2008

    hab nur die Kinofassung im TV gesehen, und ja, die war schlecht erzählt, kindisch und selbst für Kinder nicht sonderlich schön gemacht.

    PenPen mag aber seinen Kühlschrank ^_^

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  2. Xander · Juni 3, 2008

    Sag bitte nicht das letzte war ein Zitat aus dem Film??? An welcher Stelle kam das denn?

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  3. lalia · Juni 3, 2008

    nope, Neon genesis Evangelion: PenPen ist ein Süßwasserpinguin und wurde gerettet, als der Nordpol mit einemal geschmolzen ist, ect.pp und lebt in einem Kühlschrank ^^

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  4. Xander · Juni 3, 2008

    Na DAS ist doch schon wieder cool.
    BTW: Der sieht für mich nach Haubenpinguin aus. Die kommen aber nicht vom Nordpol sonder eher südlich gelegen… 😉

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  5. lalia · Juni 3, 2008

    gibt es denn Süßwasser am Nordpol???
    nein, die Sache ist die:
    Pol schmilzt, Meeresspiegel steigt, überflutet Land und damit Süßwasserregionen, Lebensraum weg, PenPen gerettet ^^

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  6. lalia · Juni 3, 2008

    (das steckt hinter dem: „ect. pp“)

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  7. Xander · Juni 3, 2008

    Ach das mit dem Süßwasser war mir in dem Moment egal. Aber so ganz klar ist mir seine Herkunft noch nicht… doch ich denke, ich sollte aufhören darüber nachzudenken.

    Ich hab dich schon verstanden 😉

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  8. lalia · Juni 3, 2008

    Mann versteht Frau… irgendwas ist komisch…

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  9. Xander · Juni 3, 2008

    Man lernt mit der Zeit 😉

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  10. lalia · Juni 3, 2008

    Man ist lernfähig ^-^

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  11. Xander · Juni 3, 2008

    Aber vollständig werd ich wohl nie alles verstehen.

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  12. Pingback: 52 Filme 03: Mit Tieren! « at the movies 2

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