Serienkritik: BUFFY, THE VAMPIRE SLAYER


“Oh bitte. Wenn nur jeder zweite Vampir, der sagt, er sei Zeuge der Kreuzigung gewesen, auch tatsächlich da war, dann wär’s dort zugegangen wie in Woodstock. Ich war tatsächlich in Woodstock. Das war ‘ne verrückte Sache, ich saugte einem dieser Hippies das Blut aus und beobachtete die nächsten sechs Stunden nur noch, wie sich meine Hand bewegte.”

In jeder Generation wird eine Jägerin geboren. Ein Mädchen, auserwählt, gegen die Mächte der Finsternis zu kämpfen. Begleitet und beschützt wird sie von ihrem Wächter. In dieser Generation ist die Jägerin nun einmal Buffy, und ihr Wächter Giles. Doch es gibt einen Unterschied zu früheren Jägerinnen – Buffy hat Freunde, die sie tatkräftig bei ihrer nächtlichen Jagd unterstützen…


(YouTube)

Die Geschichte der Serie begann mit einem trashigen Kinofilm, der im Kino zwar gnadenlos (irgendwie finde ich – zu Recht) floppte, auf DVD aber ganz gut verkauft wurde. Joss Whedon konnte seine Serienidee letztendlich an einen Sender verkaufen und heraus kamen sieben überaus erfolgreiche Staffeln einer Mysterie-Horror-Teenie-Serie, wie es sie bis dahin noch nie gab und die seit dem auch oft erfolglos kopiert wurde. “Buffy” verbindet die typischen Teenieprobleme mit Gruselelementen, und im Gegensatz zu bekannten Horrorfilmen ist es hier nicht das dumme Blondchen, das zuerst dran glauben muss, weil es immer die Treppe hochläuft, anstatt zur Tür raus rennt, sondern hier tritt das Blondchen dem Bösen in den Arsch. Männer sind hier eher Statisten und für die Gags zuständig – echte Probleme haben eh nur die Frauen.

Für viele ist Buffy ja eine Kinderserie, das dürfen dann höchstens Frauen noch gut finden. Ein bisschen ist da ja was dran – die Liebesgeschichten zwischen Buffy und ihren (wechselnden) Männern spielen auch eine große Rolle, ebenso die schon erwähnten Teenie-Geschichten, wie sie ähnlich vielleicht auch in anderen Serien vorkommen – nur spielen sich die Liebesdramen halt nicht zwischen einem von Grund auf bösen Vampir und seiner Erzfeindin ab.

Doch Buffy ist mehr und zeigt das, wenn auch nicht grade von Beginn an, so doch im Verlauf der Staffeln immer deutlicher. Die Effekte werden besser, die Haupt-Storys ausgefeilter und die Schauspieler gehen in ihren Rollen immer mehr auf. Drehbuchautoren hatten stets die Möglichkeit, ihre Ideen umzusetzen und so entstanden Highlight-Folgen, wie es sie in keiner Serie zuvor gab: “Noch einmal mit Gefühl”, “Das große Schweigen”, “Zwei Welten” – mit die besten Folgen der gesamten Serie.

“Buffy” ist vielleicht nicht die erwachsenste Serie im Fernsehen (oder halt auf DVD), und die Synchro trägt ihren Teil zu diesem Eindruck bei. Doch wenn man erst ein paar Folgen gesehen hat, hört man eigentlich so schnell nicht mehr auf. Ich kenne keine Serie, in der einfach so (und doch irgendwie so plausibel!) in einer neuen Staffel eine Schwester hinzugefügt wurde, Liebesbeziehungen epische Ausmaße annahmen und Sidekicks der Hauptfigur einen so großen Einfluss auf den Nick des Autors hatten. Unzählige Male stand die Welt vor dem Abgrund, unzählige Male wurde der Untergang verhindert, und sei es nur für das Serienfinale mit einer Armee von Übervampiren – eigentlich ist “Buffy” ein Stück TV-Geschichte, das man mal gesehen haben muss.

B: “Denn was ist wahrscheinlicher? Eine Kranke in einer Nervenklinik oder irgend so ein Supergirl, das erwählt ist, Dämonen zu bekämpfen und die Welt zu retten. Das ist doch lächerlich! Ein Frau, die mit einem Vampir schläft, den sie hasst?! Ja, das klingt logisch…”

Siehe auch hier: Fray – Future Slayer!

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35 Kommentare

  1. Auch hier sträube ich mich noch, aber wenn der Whedon das gemacht hat, sollte man sich mal drauf einlassen.
    Werde mal nach der ersten Staffel in meinem Bekanntenkreis rumfragen.

  2. Ja, aber wie gesagt: ““Buffy” ist vielleicht nicht die erwachsenste Serie”. Würde ich sie jetzt zum ersten Mal gucken, wer weiß, was ich davon halten würde, aber die Serie ist zehn Jahre alt, damals war ich halt auch noch etwas jünger… Nichts desto trotz – mit jeder Staffel wurde sie qualitativ besser.

  3. ich glaube nur in den Comics, aber ich verfolge das nicht, nur Mr. Stevenson ist absoluter Fan dieser Serie und erklärt in seinem BLOG amerikanische Ausdrucksweisen gerne mal mit Buffy-Zitaten ^^

  4. Kaum zu glauben, Buffy, die Fernsehserie startete bereits vor elf Jahren – und hat das Zeug zum Klassiker, denn sie hat keinen Staub angesetzt und wurde auch noch nicht übertroffen. Allenfalls andere Whedon-Serien (Angel, Firefly) oder LOST konnten da das Wasser reichen. Dafür übertraf Buffy so gut wie alles, was vorher kam.

    Was den Einstieg für viele schwierig macht, ist meiner Meinung nach: Das Thema Jugend, das viele Erwachsene nicht mehr berührt, der gnadenlose Realismus, was die Darstellung menschlicher Beziehungen betrifft, die Tabubrüche wie die ungeschminkte Darstellung von schlechten Eltern oder Homosexualität, und dass es vielen schwer fällt, zu verstehen, das die Dämonen eine Metapher sind.

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