Kritik: HAPPY FEET


ATF

„Ich friere!“
– “ Daran wirst Du Dich gewöhnen.“

Mumble kann nicht singen. Was ja an sich nicht weiter schlimm wäre, viele können nicht singen, außer bei den Kaiserpinguinen. Hier kann jeder singen, und jeder Pinguin hat sein persönliches Herzenslied, welches er am besten singen kann und welches ihm die Liebe seines Lebens beschert. Doch Mumble kann nicht singen und wird ausgestoßen. Bei den Adelie-Pinguinen findet er neue Freunde, da diese sein Tanzen ganz große Klasse finden. Doch als er mit ihnen zu seinem Stamm zurückkehrt, wird er vom Anführer verbannt – dieser gibt ihm die Schuld für den Fischmangel. Jetzt ist Mumble auf sich allein gestellt…

„Happy Feet“ ist nicht, was der Name sagt. Es ist auch kein Feel-Good-Movie, dass einen pfeifend aus dem Kino kommen lässt. Es ist ein Film, der einfach nur völlig falsch vermarktet wurde, in der Hoffnung, es würden einfach mehr Leute in einen Film mit singenden, niedlichen Pinguinen gehen.

Nicht falsch verstehen: „Happy Feet“ ist lustig. Alleine die Latino-Pinguine sind schon ein paar Lacher wert und gerade am Anfang denkt man noch, die Werbung hatte recht.

„Ist irgendwas passiert? Wissen Sie… während seiner Frühentwicklung?“
– „Als er noch ein Ei war, ist er mir heruntergefallen.“


(YouTube)

Doch Happy Feet kann auch anders. Wenn Mumble aus der Gruppe ausgestoßen wird, so scheint dies schärfste Kritik Kritik an der Kirche zu sein. Die Pinguine glauben an das, was am einfachsten ist und vor allem, was ihnen ihr Anführer sagt. Andersdenkende (Ungläubige) werden ausgestoßen. Mumble erkennt, dass die Menschen (für ihn: Aliens) für die Fischknappheit verantwortlich sind, und es folgen die meiner Meinung nach ergreifendsten Momente der jüngeren Filmgeschichte. [SPOILER] Wenn Mumble von den Menschen in den Zoo gesteckt wird, sind die nächsten Minuten nur schwer zu ertragen. Dies mag daran liegen, das Pinguine für mich mit die coolsten Tiere sind wo gibt. Aber von seinen ersten Versuchen, mit den Menschen zu kommunizieren bis zum völligen Abstumpfen wird mit der „Kamera“ gnadenlos draufgehalten.[/SPOILER]

Kein Film also, um einen fröhlichen Sofa-Abend mit Freunden zu verbringen. Es sei denn, man möchte anschließend noch reden. Wenn einem danach ist. Aber das sage ich. Ich finde ja auch „Die Reise der Pinguine“ grandios.

Trailer:


(YouTube)

P.S.: Nur 9 von 10. Ein Punkt Abzug, weil ja trotzdem noch gesungen wird…

Gesammelter Pinguin-Content: Hier.

9 Kommentare

  1. lalia · Mai 26, 2008

    X_x
    Also, das Ding, vom Südpol bis nach New York zu schwimmen, ist selten doof.

    Das Zurückkommen zu der Gruppe ist mit sehr albernen Menschen gefüllt.

    Aber das Singen und das Tanzen ist süß ^^

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  2. Xander · Mai 26, 2008

    Zielgruppe? *lol*

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  3. lalia · Mai 26, 2008

    Zielgruppe? Ich? ja, auf jeden Fall, ich bin absoluter Disney Zeichentrick-Fan, was einen automatisch zu anderen animierten und gezeichneten Filmen bringt. Dennoch versaut der Schluss den an sich schönen Film, in dem er mit dem Zaunpfahl nicht winkt, sondern den Zuschauer auf den Kopf schlägt. Hätte subtiler besser gepasst. (Indem noch mehr Maschinen der Menschen durch das Abtauen versunken wären, oder auch, wenn Umweltschützer versucht hätte der Pinguingruppe zu helfen, bevor deren Lebensgrundlage verschwindet….) Es hätte noch mehr Lösungen gegeben.

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  4. Xander · Mai 26, 2008

    Aber ich finde grade dieses „auf den Kopf schlagen“ zeigt Wirkung, vielleicht sogar mehr als ein vorsichtiges
    „‚tschuldigung, hier wird zwar grad so schön gesungen, aber ich bin’s, die Botschaft… bin auch ganz leise“!
    Und so hat man keine Ausweichmöglichkeit. Man kann sich den Film nicht niedlicher denken, als er sein will, man sieht am Ende, wie un-niedlich es sein kann, und man kann nicht weggucken.

    Also meiner Meinung nach. Aber wie gesagt: Das ganze verpackt in einen Kinderfilm ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache… könnte aber auch, wie ebenfalls schon gesagt, auch an den Pinguinen liegen.

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