Kritik: INDIANA JONES UND DAS KÖNIGREICH DES KRISTALLSCHÄDELS

7/10

„Warum willst du weg gehen, Junior?“
– „Warum bist du gegangen, Dad?“

Die Jahre sind ins Land gegangen… 1957 wird Indiana Jones vom russischen Geheimdienst gefangen genommen, um für die Top-Agentin Irina Spalko einen Kristallschädel und anschließend eine geheime Stadt aus Gold zu finden. Wer in deren Tempel diesen Schädel zurückbringt, soll angeblich grenzenlose Macht erhalten. Für Indiana bringt dieses Abenteuer auch Neues, trifft er doch auf seine Ex-Flamme Marion – und seinen Sohn Mutt alias Henry Jones III …

Der Kino-Abend begann recht vielversprechend – ein paar Reihen hinter mir wurde der Film eingeleitet mit den Worten „Ich weiß jetzt schon dass mir dieser dumme Shia LeBeouf fürchterlich auf den Sack gehen wird“. Da machte ich es mir bequem und wusste: Das kann ja nur gut werden, das war ein Omen. Und größtenteils sollte ich recht behalten. Mal davon abgesehen, dass die Werbung fast länger war als der Film.

Der Film wirft einen mitten in die Handlung – erklärt wird nicht viel, man sieht nur, dass Indy verdammt alt geworden ist, es kein Problem ist eine bekannte Geheimbasis Nr. 51 zu erobern und dass Indys langjähriger Begleiter Mac ein Doppelspion ist. Teil 4 beginnt nicht mit einem Wahnsinns-Opener wie der zweite Teil, auch kommt einem vieles bekannt vor, besteht der Trailer doch fast ausschließlich aus diesen ersten Szenen. In der obligatorischen Verfolgungsjagd gibt es sogar den erhofften Verweis auf Teil 1 – die Kiste der Bundeslade wird zerstört und man kann einen Blick hineinwerfen. Soweit, so gut – Indy ist wieder da, etwas älter, aber noch in Form, immer noch witzig, vielleicht etwas patriotischer, aber – gut. Besondere Erwähnung sollten die Murmeltiere erhalten. Reife Leistung, Jungs.

Und so geht es eigentlich weiter. Ab und an wird das Tempo etwas herausgenommen, dann wieder angezogen, um dann wieder Vollgas zu geben – die Verfolgungsjagd im Dschungel gehört zu den definitiven Highlights des Films, doch um das Entkommen über die drei Wasserfälle zu akzeptieren, muss man auch den schon erwähnten Opener zu Teil 2 als Dokumentation sehen.

Das Schlimme heb ich mir zum Schluss auf, daher vorher noch etwas allgemeines: Shia ist nicht ganz so schlimm, wie befürchtet. Eigentlich passt er sogar ganz gut in den Film, und ich kann mir sogar vorstellen, dass ein Großteil meiner Antipathie in der Synchronstimme begründet liegt. Harrison Ford und Karen Allen sind etwas in ihren Rollen gealtert (dementsprechend gönnte man ihnen auch ein kitschiges Ende) und das Feuer ist etwas raus. Doch ein kleines Flämmchen lodert noch zwischen Indy und Marion. Ist doch auch was.

Jetzt das Schlimme: Der Schluss. Die Auflösung. Der Showdown. Dafür gebe ich ganz alleine George Lucas die Schuld. Wie konnte er nur!!! Ich will jetzt nichts verraten. Ich würde gerne, tu’s aber nicht. Lucas weiß es einfach, wie man eine Legende demontiert, wie man es schafft, keine weitere Fortsetzung zu wollen, aus Angst, es wird noch schlimmer. Aber – was kann da noch kommen? Sowas kann er bei Star Wars machen. Oder er hätte die Story an Chris Carter für Akte X 3 verkaufen können. Nicht das es für mich leicht war, diesen magischen Schädel zu akzeptieren. Doch das wird ja alles noch getoppt.

Ich bin jetzt still. Die sieben Punkte gabs für den Großteil des Films, auch weil es Indiana Jones ist. Schlechter als Teil zwei ist er nicht, daher hatte ich ja auch keine Wahl. Aber die Story baut zum Schluss ganz gewaltig ab. Das wollte ich euch nur sagen. Nicht das es nachher heißt, ich hätte euch nicht gewarnt.

EDIT: Siehe auch hier. Der Batz hat sich sehr viel Mühe gemacht, die Wahrheit zu sagen. Wobei ich sagen muss, dass mich, vom Ende abgesehen, die CGI-Effekte nicht sooo störten. Ok, von den Ameisen und dem Ende abgesehen. Aber im großen und ganzen hat er wohl recht.

9 Kommentare

  1. lalia · Mai 25, 2008

    meine Schlußfolgerung des Showdowns: Steven und George wollten ebenkeine weitere Verfilmung. das kann man einfach nciht mehr toppen.

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  2. Xander · Mai 25, 2008

    Das kann man wirklich (in jeder Hinsicht) nicht mehr toppen. Aber der George Lucas WILL ja noch weitere Filme. Nur was kommt als nächstes? Die Entdeckung eines Stargates und Indiana und Mutt reisen dann zu verschiedenen Planeten? Oder sie finden noch einen vierzehnten Kristallschädel und können mit diesem dann in ein Paralleluniversum reisen, wo sie dann Indys Vater treffen, der partout nicht den Nexus verlassen will…äh – ich schweife ab…

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  3. lalia · Mai 26, 2008

    oh tolle Ideen ^^ interdimensionale Wesen *hach*

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