Kritik: STARSHIP TROOPERS

9/10

„Nur ein toter Bug ist ein guter Bug!“

Nach der Highschool kennen Carl, Carmen, Jonny und Dizzy nur ein Ziel: Die Militärakademie, um nach der Ausbildung die Erde vor den Bugs, feindlichen Rieseninsekten aus dem All, zu beschützen. Doch der Krieg ist nicht so, wie die faschistoide Regierung diesen in Ihren Hochglanzwerbespots zeigt…

DVDs am Laptop schauen ist zwar irgendwie uncool, geht aber. Und so gab es heute abend Starship Troopers, eine Satire auf den Patriotismus und Kriegverherrlichung, wie er in so manchem Machwerk aus Hollywood vermehrt anzutreffen ist. Die Wandlung des Films könnte nicht radikaler sein: Von einer typischen High-School-Romanze mit typischen Soap-Darstellern driftet der Film mehr und mehr, allerdings alles andere als behutsam, in das Genre der Antikriegsfilme. Dabei ist er nicht grade schonungslos. Zartbeseitete und Menschen mit Abneigungen gegen Tiere mit mehr als vier Beinen und ohne Fell sollten sich diesen Film gar nicht erst antun. Knallhart hält die Kamera drauf, wenn die Soldaten massakriert und zerrissen werden, beim Töten einer Kuh allerdings blendet ein „Censored“-Balken die Brutalität ab.

„Starship Troopers“ überzeichnet alles: kitschige Dialoge und Darsteller zu Beginn, Gewalt gegen Ende. Ständig unterbrochen durch Spots des Federal Network, wird die Militärregierung der Erde nur angedeutet, doch spätestens wenn Carl gegen Ende in seiner schwarzen Uniform des Geheimdienstes auftaucht, ist klar was wo wie gespielt wird.

SPOILERWenn eben dieser Carl dann am Ende den Brainbug berührt, seine Gedanken liest und schreit „Er fürchtet sich!“, dann hat die Menschheit scheinbar ihr Ziel erreicht. /SPOILER

In der deutschen Version ist allerdings leider viel verloren gegangen, was die Diktatur in der Zukunft deutlicher macht, wie Wikipedia schreibt:

Die pro-diktatorische Passage

„This year we explored the failure of democracy, how the social scientists brought our world to the brink of chaos. We talked about the veterans, how they took control and imposed the stability that has lasted for generations since.“

wurde statt mit

„Dieses Jahr erforschten wir den Misserfolg der Demokratie, wie die Sozialwissenschaftler unsere Welt an den Rand des Chaos brachten. Wir sprachen über die Veteranen, wie sie die Kontrolle übernahmen und die Stabilität schufen, die seitdem für Generationen andauerte.“

mit

„Unser Thema war dieses Jahr die politische Entwicklung seit der Jahrtausendwende, und wie Außerirdische diese Entwicklung beeinflusst haben. Wir sprachen über die Bugs, wie sie die Erde angriffen und Tausenden unserer Vorfahren den Tod brachten.“

übersetzt und damit vollkommen verfälscht.

Man sollte sich den Film wohl noch mal im Original anschauen.

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