Archiv der Kategorie: Filmkritik
Hier findet Ihr alle besprochenen Filme – Kino, TV oder DVD!
FRAKTUS [2012]
Es gibt sie noch, diese Filme, von denen man im Vorfeld nie etwas gehört hat und die einem dann wärmstens empfohlen werden. Oft sind es dann ja deutsche Filme, wo man dann reflexartig sagt, ok, das hat Gründe warum man da nichts von hört, aber die Erfahrung zeigt ja: Der deutsche Film an sich ist oftmals besser als sein Ruf und so viel mehr als nur die Filme des Joshua Zenker. Und wenn nun dieser ominöse “deutsche Film” auf das Genre der Mockumentary trifft? Nun, dann heißt das Ergebnis nicht zwangsläufig “Stromberg”, sondern dann kommt auch mal sowas wie “Fraktus” dabei heraus. Und man ärgert sich, dass der Film bisher an einem vorbeigegangen ist.
Shortcuts: TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER (2012); FAST FIVE (2011); FAST & FURIOUS 6 (2013)
Türkisch für Anfänger
Ich kannte die Serie nicht, ich hatte keine Ahnung worum es überhaupt geht, und ich wurde positiv überrascht. Eine erfrischende, deutsche Liebeskomödie abseits vom Schweiger-Kitsch, deren Ausgang zwar vorhersehbar ist, aber in welcher Liebeskomödie ist das nicht so. Die Charaktere sind zwar stereotyp, der türkische Macho muss sich nicht mal großartig ändern, um das Mädchen zu kriegen und überhaupt besteht der Film fast nur aus Comicfiguren, aber das ist für diese 100 Minuten egal, denn trotz ein paar Längen im Mittelteil mit seinen unvermeidlichen sentimentalen Szenen sprüht der Rest des Films vor Charme und pointierten Onelinern, welche man einer öffentlich-rechtlichen Produktion so gar nicht zugetraut hätte. Und wenn man dann noch liest, dass die Serie in fast allen Punkten besser sein soll, dann ist das ja das nächste, was man angehen sollte.

Shortcuts: THE DESCENT – PART 2 [2009]; BATMAN: THE DARK KNIGHT RETURNS, PART 2 [2013]
The Descent 2 – Die Jagd geht weiter
Eigentlich gab es nach dem ersten Teil nichts mehr zu erzählen, das Ende konnte man deuten, wie man wollte und überhaupt war das für sich alleine ein ganz toller Film, gegen den eine Fortsetzung nur abstinken kann. Und trotz dieses Vorwissens habe ich mir diese angetan. Alleine schon die erste Viertelstunde: Sarah hat überlebt, was die Deutung des Endes von Teil 1 eindeutig macht. Der Suchtrupp ist unfassbar gut gelaunt, obwohl es um Leben und Tot geht (aber das sind ja auch Sympathieträger), die Suche mit dem Hund erinnert mehr an einen Spaziergang mit Hund, die Qualität von Schäferhund Klaus [sic!] lässt eh zu wünschen übrig. Dann ist der Weg in die Höhlen natürlich mit Brettern vernagelt, was die Frage aufwirft, wie Sarah auf diesem Weg rausgekommen sein soll. Und das die einzige, unter Schock stehende Überlebende wieder mit in die Höhlen soll (und die Polizei natürlich auch) steigert den Realismus nicht grade. Warum man den Rettungstrupp nicht einfach machen lässt (die haben das schließlich gelernt, Höhlenexpeditionen und so) ist mir ein Rätsel. Was folgt ist ein Splatterfilm nach dem “Zehn kleine Negerlein”-Prinzip ohne große Überraschungen aber mit viel Geschrei und vielen Déja-Vus in Richtung Teil 1. Unnötige Fortsetzung, hätte insgesamt aber schlimmer kommen können.

SILVER LININGS [2012]
Ich hab ja grundsätzlich nichts gegen Liebeskomödien. Was mich nur auf Deutsch gesagt ankotzt ist die immer gleiche Vorgehensweise dieser typischen Katherine Heigl Filme, der übertriebene Zuckerguss, die Vorhersehbarkeit, weil Austauschbarkeit. Nun versprach der Trailer zu “Silver Linings” wahrlich keine Innovation: Ein leicht trotteliger Protagonist verliebt sich in eine junge Frau, sie nehmen zusammen an einem Tanzwettbewerb teil und nur unterbrochen von einer kleinen für die Spannung nötigen Verwicklung wird dann am Ende alles gut. Dachte ich. Kam dann aber (fast) doch nicht so. Also, im Grunde ja schon, irgendwie aber anders als gewohnt. Was gut ist. Wie der Film.
Shortcuts: EIN RISKANTER PLAN [2012]; BEASTS OF THE SOUTHERN WILD [2012]; PANDORUM [2009]
Ein riskanter Plan
Ja, das ist wirklich ein riskanter Plan. Ein Thriller, der gleich zu Beginn sämtliche Logik über Bord wirft und viel Verständnis vom Zuschauer fordert – oder viel Fantasie. Man muss einfach akzeptieren, was man sieht, dann ist das auch sehr unterhaltsam. Viel mehr als ein etwas mehr als durchschnittlicher Thriller mit soliden schauspielerischen Leistungen ist zwar nicht zu erwarten, doch die interessante Ausgangslage – der titelgebende “Mann auf dem Sims” – macht vieles wieder wett. Aber wie gesagt, Glaubwürdigkeit ist für den Film ein Fremdwort.
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STAR TREK: COUNTDOWN TO DARKNESS (Roberto Orci / Mike Johnson / David Messina) / STAR TREK INTO DARKNESS 3D [2013]
COUNTDOWN TO DARKNESS
Wie auch schon beim ersten Film, gibt es auch zur Fortsetzung einen Comic, der auf den Film einstimmen und einem die Geschichte schmackhaft machen soll. Ein tot geglaubter Captain, Klingonen und die Oberste Direktive, dass sind doch schon mal gute Zutaten aus dem Star Trek-Fundus, die immer gehen. Ansonsten will ich mich hier kurz fassen – denn so lesenswert die Geschichte auch ist, so hat sie doch herzlich wenig mit dem Film zu tun, wenn man vom letzten Panel einmal absieht, welches aber an sich schon wenig mit der vorangegangenen Geschichte zu tun hat. Die Zeichnungen verhalten sich ähnlich wie beim Band zum ersten Film – sie sind nicht wirklich detailliert, aber immer noch gut. Als alleinstehender Star Trek-Comicband ist “Countdown To Darkness” gut zu lesen, recht spannend und obligatorisch unlogisch, als propagierte Einstimmung zum Film funktioniert er nur bedingt – zumal man schon beim Lesen merkt, dass er sich kaum mit bevorstehenden Ereignissen befasst. Denn das Gefühl hatte ich jedenfalls beim Lesen (VOR dem Film).

STAR TREK: COUNTDOWN (Roberto Orci / Alex Kurtzman); STAR TREK (DS) [2009]
Star Trek: Countdown
J.J. Abrams hat die Geschichte von “Star Trek” für immer verändert – und sei es nur durch die Vernichtung von Vulkan durch einen zornigen jungen Romulaner namens Nero. Der Film begann, Nero tauchte auf und hastenichtgesehen war der Planet dahin. Aber warum eigentlich? Was hat es mit Nero auf sich, warum ist er so geworden, wie er in dem Film ist und warum gibt er Spock dafür die Schuld? “Star Trek: Countdown”, als Comic im Vorfeld des letzten Films erschienen, gibt darauf die Antwort, zeigt die Geschehnisse vor dem Kinofilm – oder besser gesagt, zeitlich gesehen: Nach dem Kinofilm. Ne, eigentlich ja nicht. Die Zukunft wurde ja verändert. Ach, schwieriges Thema.


