Archiv der Kategorie: DVD
FIGHT CLUB [1999]
“My God. I haven’t been fucked like that since grade school.”
Ein Klassiker, Kultfilm womöglich, endlich gesehen. Ein Film, der sämtliche Hobbykritiker dazu verleitet, Ihre Kritiken möglichst intellektuell wirken zu lassen, man will den Film ja auch verstanden haben, und der Leser sollte doch möglichst einen Text lesen, der dem Film würdig ist. Keine Sorge, wird hier nicht passieren. Zu lange schon habe ich diesen kleinen Text hier vor mir hergeschoben, und bevor ich wieder die Hälfte des Films vergessen habe (aber wie könnte ich!), schreibe ich mal eben nieder, was mir dazu noch einfällt.
WENN DER WIND WEHT [1986]
Erneut ein Film aus der Abteilung „Katastrophale Fehleinschätzungen der FSK“: Eine Freigabe ab sechs Jahren ist im Grunde nur für die Eltern hilfreich, die lange nicht mehr gesehen haben, wie sich ihre Sprösslinge in den Schlaf weinen. Schade, dass die Begründung hierfür nicht online einsehbar ist, da sie schon zu lange her ist, interessieren würde sie mich schon. Genau genommen ist „Wenn der Wind weht“ zwar ein Film, der Pflichtprogramm in jeder Schule sein sollte, aber doch bitte nicht in der Grundschule.
DER GIGANT AUS DEM ALL [1999]
Disney hat alles versaut. Wer nur Zeichentrickfilme von Disney kennt, geht von vorneherein davon aus, dass solche Filme nur was für Kinder sind, dass immer gesungen wird, dass alles immer niedlich ist, dass ein Elternteil stirbt. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass ambitioniertere Projekte in schöner Regelmäßigkeit an den Kinokassen scheitern, wie ja auch der kürzlich hier besprochene „Titan A.E.“. Jetzt muss ich natürlich zugeben, dass ich seinerzeit vielleicht auch etwas blauäugig durch die Welt gelaufen bin und dem Film (hätte ich von ihm gehört) keine Chance gegeben hätte. Mit dem Alter kommt die Weisheit, „Der Gigant aus dem All“ wurde nun gesehen, ein Teil der Liste abgehakt.
FOOD, INC. [2008]
Kühe sind keine Mais-Fresser. Die Wildkuh an sich bevorzugt Gras. Sie frisst auch Mais, klar, aber wo das hinführt, sehen wir momentan: Milch mit krebserregenden Pilzen aufgrund von verseuchtem Futtermais aus Serbien. Das Schimmelpilzgift Aflatoxin B1 wurde erst entdeckt, als es im Grunde schon zu spät war, als 10.000 Tonnen schon im Umlauf waren. Als 3.560 Bauernhöfe in Niedersachen schon ihre Kühe damit gefüttert hatten. Staatssekeretär Udo Paschedag fasst das Offensichtliche treffend zusammen: „Je billiger, desto schöner“. Und ein Sprecher des Importeurs Alfred C. Toepfer International sagte der ‘taz’: „Der Mais war nicht bio-zertifiziert“[1]. Womit wir wieder einmal einen Lebensmittelskandal hätten, bei dem alle etwas davon haben: Die Kritiker des Systems und die Befürworter der Bio-Landwirtschaft.
[REC]² (2007)
Den ersten Teil hatte ich ja damals so gar nicht auf dem Schirm, fand ihn aber, auch bedingt durch die relativ ungewöhnliche Sichtung, sehr gelungen (und das Ende finde ich noch immer recht furchteinflößend). Dementsprechend hatte ich den zweiten Teil natürlich erst Recht auf dem Schirm, den ersten Teil des US-Remakes habe ich mir allerdings noch gar nicht angesehen – dafür dann aber dessen Remake, und das war ganz schlimm. Bestens vorbereitet und mit einer rekordverdächtigen Anzahl von Links bereits im ersten Absatz lässt sich nun also feststellen, ob es denn die Fortsetzung des Originals besser gemacht hat – und wenn nicht, warum nicht. Spoiler sind im Übrigen zu erwarten, wer sich die Handlung und auch bestimmte Szenen nicht vorwegnehmen lassen will, sollte beim letzten Absatz weiterlesen.
Kurzkritik: WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN [2012]
Enthält Spoiler.
Wir müssen über Kevin reden. Doch, das müssen wir tatsächlich. Denn Kevin ist an seiner Schule Amok gelaufen. Warum? Genau darüber müssen wir sprechen. Wurde er in der Schule gehänselt? Hatte er eine schlimme Kindheit? Hat ihn seine Mutter nicht genug geliebt? Oder ist er ganz einfach von Grund auf böse, von klein auf, ein Psycho- bzw. Soziopath aus dem Lehrbuch? Es kann so viele Gründe haben, warum ein fast 16-Jähriger zu Pfeil und Bogen greift und auf seine Mitschüler schießt. Wer jetzt “Killerspiele” ruft, der macht es sich zu einfach.
Es gibt viele Gründe Amok zu laufen: Mediengeilheit („Natural Born Killers“), Frust, weil man sich unbeachtet und unterbewertet fühlt („
