Archiv der Kategorie: Bücher

Doctor, make it so!

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Kritik: Stieg Larsson – VERBLENDUNG [Buch / Film 2009]


Wenn von einer Roman-Trilogie weltweit über 31 Millionen Exemplare verkauft werden, die Trilogie auch im Kino ein riesiger Erfolg wird und diese schon zwei Jahre später eine Hollywood-Neuverfilmung nach sich zieht, sollte man ja meinen, dass da irgendwas dran ist. Dass Stieg Larsson mit seiner Millenium-Trilogie den Massengeschmack gefunden hat, dass die Thematik hochaktuell ist. Alles Gründe, warum ich mich jetzt auch mal, wenn auch spät, mit dem Thema (zumindest mit der Trilogie erster Teil) befasst habe, in völliger vorheriger Unkenntnis worum es überhaupt geht. Aber der Trailer der US-Version wirkte auf jeden Fall interessant genug, um spätestens jetzt mein Interesse zu wecken. Und was soll ich sagen? Ich weiß zwar nicht, was ich erwartet habe, aber auf jeden Fall etwas anderes, was aber nicht heißen soll, dass ich enttäuscht wurde. Aber die Gefahr, bei so einer dreifach Dosis verblendet zu werden, besteht mit Sicherheit…

Darum gehts:

Mikael Blomkvist ist leitender Redakteur der Zeitschrift “Millenium”. Als er einen Artikel über den Großindustriellen Wennerström veröffentlicht, ohne seine Quellen ausreichend zu belegen, wird er wegen Verleumdung angeklagt und zieht sich aus der Redaktion zurück. Da bietet ihm der ehemalige Industrielle Henrik Vanger ein Geschäft an: Blomkvist soll für ihn eine Familienchronik schreiben – und ganz nebenbei das Verschwinden seiner Nichte Harriet vor 35 Jahren aufklären. Mikael willigt ein – auch, um vorerst aus der Schusslinie der Medien zu geraten, um “Millenium” nicht noch weiter zu schaden. Doch was er herausfindet, hat er in seinen kühnsten Träumen nicht erwartet…

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Alfred Elton Van Vogt – DIE EXPEDITION DER SPACE BEAGLE

Im Jahre 1979 kam ein Film namens “Alien” ins Kino. Dort ging es um eine außerirdische Lebensform an Bord eines Raumschiffes, die die Besatzung dezimierte und ihren Nachwuchs in die Bäuche derselbigen platzierte. Sofort gab es ein großes “Hallo” unter den Literaten, die Frankfurter Buchmesse wurde gestürmt, die Randalierer mussten mit Wasserwerfern bekämpft werden und Marcel Reich-Ranicki erlag fast einem Herzinfarkt. Die Börse spielte verrückt und die Welt stand kurz vor einer Wirtschaftskrise. Was war passiert? Nun, der ein oder andere Science-Fiction-Freund (u.a. A.E. van Vogt) fühlte sich bei dem Film leicht an das Buch “Die Expedition der Space Beagle” erinnert, welches 29 Jahre zuvor erschien. Nach einer Zahlung von 50.000 Dollar war dann aber alles gut und die Börse beruhigte sich.**

Die “Space Beagle” erlebt in diesem Buch jedoch nicht nur ein Abenteuer, viel mehr ist es eine Sammlung von Kurzgeschichten rund um das Besatzungsmitglied Grosvenor. Grosvenor ist Wissenschaftler an Bord der “Space Beagle” und wird als solcher ganz gern von der restlichen Besatzung belächelt, ist sein Fachgebiet doch der “Nexialismus”, welcher das alles übergreifende Wissen behandelt. Der Nexialismus ist, vereinfacht gesagt, eine Absage an die Fachidioten. Nichts also, was man bei der täglichen Arbeit an Bord eines Raumschiffes braucht – denkt man. Denn wie sollte es anders sein, Grosvenor ist der Mannschaft das ein oder andere mal mit seinen merkwürdigen Mitteln ein Helfer aus der Not, und sei es nur beim Kampf gegen telepathische Wesen, die das Schiff per Gedankenkraft von ihrem Planeten aus “angreifen” und die Besatzung verwirren. Denn die Parapsychologie ist nicht nur van Vogts Steckenpferd, sondern auch Grosvenor ist darin bewandert.

Überhaupt wirkt es so, als wäre jedes Besatzungsmitglied ein Sheldon Cooper. Jeder ein Fachmann auf seinem Gebiet, aber soziale Interaktion findet so gut wie nicht statt. Alle sind stets neutral und objektiv, Emotionen werden nicht zugelassen, Probleme werden in aller Ausführlichkeit ausdiskutiert. Das macht das Buch sehr trocken und distanziert, man fühlt mit keiner der Personen mit, denn sie selber fühlen ja scheinbar auch nichts. Alles für den Dackel, alles für den Club – ein Privatleben gibt es nicht, alle sind Wissenschaftler mit Leib und Seele. Und so will man zwar schon wissen, wie die einzelnen Abenteuer ausgehen, doch ist es nie mehr als das Beiwohnen eines chemischen Experimentes, bei dem man die Reaktion abwartet. Man bangt nicht um das Leben einzelner Crewmitglieder, man bangt nicht um Einzelschicksale, man ist nur dabei, nicht mittendrin. Auf die Geschichte des Aliens bezogen: Ixtl scheint mehr Emotionen zu haben als die ganze Crew der Space Beagle zusammen. In dieser Geschichte fällt im Übrigen auch auf, dass dieses Buch nicht sehr viel mehr ist als eine Inspiration für “Alien”. Ixtl ist eine außerirdische Lebensform, die ihre Eier in Menschen ablegt – that’s it. Wenn man aus welchem Grunde auch immer vor einer Wahl stehen sollte, wäre “Alien” auf jedem Fall zu bevorzugen.

“Die Expedition der Space Beagle” ist ein sehr wissenschaftliches Buch, die Abenteuer der Crew teilweise schwer nachzuvollziehen, da ich doch Science Fiction bevorzuge, die noch einen Hauch Realismus innehat. Ein Außerirdischer, der mit seinem menschlichen Opfer durch Wände gehen kann gehört da nicht wirklich zu. Teilweise endlose Diskussionen der Wissenschaftler, manchmal unverständliches Geschwätz der einzelnen Abteilungen machen das Buch nicht grade zu leichter Kost. Was man nach der Lektüre mitnimmt: Keine Wissenschaft ist für sich alleine die Lösung.

** übertrieben dargestellt

Ein Abend mit Thomas ist 100% Anders als mit Dieter


Der Thomas hat gelesen, und ca. 250 Gäste kamen. Auf Einladung der regionalen Zeitung hatte man die Gelegenheit, Auszüge aus Thomas Anders’ Buch “100% Anders” zu hören, gelesen vom Autor selber. Es war umsonst, ich konnte mit, also war ich dabei. Einziger Nachteil: Wie befürchtet, ließ es sich leider nicht vermeiden, auch etwas von der Musik zu hören. Und wenn man da so sitzt und darauf wartet das es los geht, bleibt viel Zeit für so einige Kostproben aus Anders’ Werken. Aber gut, wer unterhalten werden will, muss manchmal auch leiden. Und unterhalten wurde man, wenn auch nicht immer so, wie sich das der Veranstalter gewünscht hatte.

So eine Lesung einer Autobiographie läuft genauso ab, wie man sich das vorstellt. Ein bißchen Kindheit, ein bißchen Jugend, ein wenig jüngere Vergangenheit. Die Kapitel aus dem Buch sind die eine Sache. Was aus dem Buch vorgelesen wurde, war inhaltlich keine all zu große Überraschung. Der kleine Thomas, der natürlich schon als Kind seine Liebe zur Musik ausleben musste und bei Auftritten im Tanzcafé mit Liedern von Heintje den Saal zum Kochen brachte und deswegen natürlich auch keinen Bedarf hatte, sich auf der elterlichen Baustelle die Finger schmutzig zu machen. Die Geschichte vom Lehrer, der ihn nach der Antwort auf die Frage, was er werden will (Entertainer) ausgelacht hat und bei dem er dann drei Jahre später mit seinem dicken Benz vorgefahren kam. Nora, die im Hotel eine bestimmte Haarspülung verlangte, Dieter, der der Bild-Zeitung eine Geschichte von einem beinahe Flugzeugabsturz gesteckt hat, der aber (auch fast) nie stattgefunden hat. Das war so oder ähnlich zu erwarten und man durfte auch an den entsprechenden Stellen lachen. Kein Grund, das Buch zu kaufen, aber auch nicht todlangweilig.
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Nerds, erklärt mir das.


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Philip Pullman – HIS DARK MATERIALS


In Lyras Welt lebt jeder Mensch mit seinem Dæmonen zusammen, ein Tier welches ein Leben lang mit ihm verbunden und vergleichbar mit seiner Seele ist. Als plötzlich immer mehr Kinder entführt werden, kommt Lyra hinter die erschreckende Wahrheit: Das Magisterium versucht, die Kinder von ihren Dæmonen zu trennen. Lyra begibt sich auf die Suche nach den Kindern – und entdeckt einen Zugang zu einer anderen Welt. Hier trifft sie auf Will, dessen Vater vor zehn Jahren verschwand. Will hat selber erst vor kurzem den Zugang zu dieser Welt entdeckt -er selber kommt wiederum aus einer anderen, nämlich unseren. Doch hier nimmt Will die Spur seines Vater wieder auf, und auch Lyra erfährt mehr über ihre Eltern. Und noch etwas erfahren die beiden: Ein Krieg steht bevor, der die gesamt Weltenordnung für immer verändern könnte. Und Will und Lyra besetzen in diesem Krieg die Schlüsselpositionen. Und es geht um Staub, denn der mystische Staub ist überall, und ohne ihn kann nichts existieren -der etwa doch…?

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Alan Moore / Dave Gibbsons: WATCHMEN


“Der angesammelte Schmutz aus Sex und Mord wird bis hinauf zu ihren Hüften waben, und alle Huren und Politiker werden aufschauen und rufen ‘Rette uns!’…
…und ich werde hinabblicken und flüstern ‘Nein.’ “

USA, in den 80ern: Superhelden gehören zum Alltag dazu, werden aber aufgrund des so genannten Keene-Erlasses verboten. Manche kommen damit zurecht und geben ihre Identität auf, manche dürfen weitermachen, in dem sie sich in den Dienst der Regierung stellen und so manch einer macht im Untergrund trotz all dem weiter. Der kalte Krieg heizt die Spannungen zwischen den USA und Russland an und der Frieden hält nur, weil Dr. Manhattan, der einzige Held mit wahren Superkräften, für die Regierung Amerikas arbeitet – niemand würde es folglich wagen, diese anzugreifen. Doch dann beginnt eine Veschwörung, die Welt aus den Fugen zu heben: Der maskierte Held Comedian wird ermordet und Dr. Manhattan dazu gebracht, sich zurückzuziehen. Die Russen sehen ihre Chance gekommen und ein dritter Weltkrieg scheint kurz bevorzustehen…

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