Archiv für den Monat August 2011

Shortcuts: KINDSKÖPFE / GROWN UPS [2010]; (500) DAYS OF SUMMER [2009]

Kindsköpfe

Roger Ebert hat einmal gesagt, „Kindsköpfe“ fühle sich an wie „ein Wochenende, dass man mit Leuten verbringt, die man so schnell nicht wiedersehen möchte“. Das trifft es eigentlich ziemlich gut. Wenn man sich mit diesen Kindsköpfen irgendwo blicken lassen würde, ist der eigene Ruf doch auf Dauer ruiniert. Furzende Omas, ins Schwimmbad pinkelnde alte Männer und die üblichen Dickenwitze: Auch wenn man ganz objektiv an diesen Film herangeht, nichts gegen Adam Sandler hat und sich ohne Vorbehalte vor den Fernseher setzt: Die Zeit, in der man über sowas lachen konnte, sollte eigentlich längst vergangen sein. Aber da passt es doch ins Bild, dass ja auch die Kindheit der Protagonisten längst vergangen ist und sie diese bei einem Treffen nach einer halben Ewigkeit wieder aufleben lassen wollen. Doch wie man es dreht und wendet: Schon nach dem ersten Gag, noch während des Vorspanns, hätte ich am liebsten abgeschaltet, wäre meine Neugier nicht größer gewesen. Witze mit dem Spruch „Warum, weil ich schwarz bin?“ werden auch dadurch nicht wieder lustig, nur weil sie von einem Kind aufgesagt werden. Ich muss aber zugeben: Es darf auch durchaus gelacht werden bei den „Grown Ups“. Immer dann, wenn es mal nicht unter die Gürtellinie geht, wenn die Kumpels unter sich sind und man nebenbei auch merkt, dass sich die vier mögen, stimmt einfach die Chemie und die Gags sitzen. Das ist etwa dann der Fall, wenn sie sich absprechen, wer wann auf den Frauenhintern glotzen darf – „Gucken wir jetzt etwa alle in den Baum?“. Natürlich ist das auch ein wenig herabwürdigend für Frauen. Aber man darf auch nicht vergessen, dass es sich hier immer noch um einen Adam Sandler Film handelt. Man nimmt, was man kriegen kann. Und bekommt als Bonus, was man nicht will: Moralischen Familienquatsch inkl. gemeinsames Hissen der amerikanischen Flagge. Es lebe die amerikanische Familie und ihre Werte.

(500) Days Of Summer

Eine Liebesgeschichte, die keine ist: Er liebt sie, sie ihn zwar irgendwie auch, aber auch irgendwie nicht. In jeder x-beliebigen RomCom würde sie ihn am Ende natürlich wirklich lieben und es würde mindestens geheiratet werden, hier, und so viel sei verraten, wird am Ende zwar auch geheiratet, aber in einem anderen Zusammenhang. Ganz grob die typische Geschichte, wie man sie kennt, aber so erzählt, wie frau es nicht gewohnt ist: Realistisch, ohne Kitsch, nachvollziehbar. Man kann mit niemanden leiden, ohne vorher mit ihm gelacht zu haben, und so ergeht es uns hier: Zwar ist die Geschichte nicht chronologisch erzählt, doch besonders in der ersten Hälfte, in den ersten „days of summer“, ist ja noch alles gut und umso mehr trifft einen dann der weitere Verlauf der Beziehung, die keine ist. Eine Liebesgeschichte, die man mögen darf, ein Film, den man mögen sollte, zwei Protagonisten, die aus der Geschichte lernen, also, vielleicht. Gibt es die wahre Liebe? Ja, nein, vielleicht. Wirklich schlauer ist man nicht. Und wenn schon Summer nicht daran glaubt, und dies Tom in den ersten von 500 Tagen deutlich macht – der Zuschauer glaubt an die Liebe, wünscht es Tom, und man kennt es doch auch so aus dem Kino. Man flieht in diese Welt, in der doch alles gut wird, irgendwie, denn wie gesagt: Am Ende wird geheiratet, und während man sich eine Träne der Rührung aus den Augen wischt, läuft der Abspann. Realität und Vorstellung: Würde man einen ähnlichen Effekt wie die Montage im Film erzielen wollen, man sollte eine beliebige RomCom mit Julia Roberts oder so in einem Fernseher daneben laufen lassen. Natürlich, Summer hat uns alle gewarnt. Natürlich hätten auch wir es darauf ankommen lassen. Und doch würden wir sie gerne hassen dafür, aber eigentlich ja auch nicht. Es hat nicht sollen sein.

Trailer: GHOST RIDER 2: SPIRIT OF VENGEANCE

Manchmal finde ich es gut, wenn sich vermeintliche Gerüchte bewahrheiten.

Wird, natürlich, ganz großes Kino. Und kein Wort von 3D – ich freu mich!

Kurzkritik: PLANET DER AFFEN – PREVOLUTION [2011]

Schon wieder ein „Planet der Affen“? Nach Tim Burton Remake 2001 hatte ich gedacht, dass Thema wäre durch, für so ein Projekt gibt niemand mehr Geld, denn der Film war alles andere als überzeugend und Fortsetzungen damit eigentlich ausgeschlossen. Und so ist natürlich der erste Gedanke, dass auch dieses Franchise von Hollywoods Fortsetzungs-, Remake- und Reboot-Wahn nicht verschont bleibt, damit noch etwas Geld in die Kasse kommt. Auch der Trailer macht sich wirklich alle Mühe, den Film beliebig ausschauen zu lassen, so dass man meint, einen neuen seelenlosen Popcorn-Actioner vor sich zu haben. Womit eigentlich deutlich wird, dass ich diesen Film nun wirklich nicht auf meiner Liste hatte. Das ich ihn nun dennoch gesehen habe, ist einerseits einer Mehrheitsentscheidung geschuldet, andererseits war es aber dann doch eine kleine Restneugier.

Erzählt wird die Vorgeschichte der Original-Filmreihe: In der Hoffnung, ein Mittel gegen Alzheimer zu finden, testet der Wissenschaftler Will Rodman Medikamente an Menschenaffen. Bei der Schimpansendame Bright Eyes hat er Erfolg: Sie wird scheinbar sogar wesentlich intelligenter. Was niemand ahnt: Bright Eyes ist schwanger, und als sie ihr Baby bekommen hat, wird sie beim Versuch es zu verteidigen getötet. Will nimmt das Affenbaby Caesar mit zu sich nach Hause und zieht es auf. Er bemerkt, dass Caesar die Intelligenz seiner Mutter geerbt hat. Doch Will lernt sehr schnell, dass man in die Natur nicht eingreifen darf…

Wann hat man das schon, dass es bei einem Hollywood-Blockbuster schwierig wird, die Geschichte kurz und knapp zusammenzufassen? Ich hab das im oberen Absatz auch nur stark verkürzt, denn erstaunlicherweise kümmert sich der „Planet der Affen“ sehr intensiv um seine Geschichte und weniger um die Action. Der Hauptdarsteller des Film ist auch Caesar und kein Mensch und man begleitet ihn von klein auf – quasi von der Geburt bis zur Revolution. An guten Tagen freut man sich mit ihm, im Tierheim leidet man mit ihm, und das ist auch die Intention des Films: Man versteht ihn am Ende auch, und damit hatte ich am allerwenigsten gerechnet. Der Film tendiert nicht zum „haut die blöden Affen zu Klump“, er ist mehr Drama als Actionfilm, und das ist ganz groß. Wenn man den Affen auch zeitweise ihre digitale Herkunft ansieht: Man denkt da im Laufe des Films gar nicht mehr drüber nach. Die Affen sind die Stars und Leidtragenden des Films.

Wer also einen reinen Actioner erwartet, der wird enttäuscht sein. Dem wird das alles zu lange dauern, der wird sich langweilen, und der wird dem recht kurzen Showdown nicht viel abgewinnen können. Wer allerdings damit leben kann, dass sich die Geschichte Zeit nimmt, dass Caeser über mehr Persönlichkeit verfügt als man von Affen gewohnt ist, dass der Film eigentlich ein Drama ist, der wird bestens unterhalten werden. Sicherlich, Wunder darf man von dem Drehbuch dann doch nicht erwarten. Das ein oder andere Mal wundert man sich doch aufgrund von Logikproblemen, die menschlichen Darsteller sind doch recht blass, und wer will, findet sowieso noch viel mehr. Aber der Film bewegt, lässt einen die Zeit vergessen und besitzt im Ansatz etwas, was den meisten kalkulierten Kassenhits heutzutage abgeht: Eine Seele. Wenn auch nur eine digitale.

Stöckchen: Filme (2)

Ich könnte mir zwar gut vorstellen, dass es das hier schon irgendwo gibt, aber da man das nun überall liest (beispielsweise bei Maloney, bei the-gaffer gar zwei Mal!), will ich da nicht fehlen, auch wenn ich meines Wissens nach nicht beschmissen wurde, aber das ist mir ja nun mal völlig egal. Weil, das letzte Mal ist ja schon drei Jahre her, und überhaupt, ist mal wieder Zeit, mal sehen, ob sich was verändert hat. Also, Änderungen zum letzten Mal in fett.

1. Ein Film, den Du mehr als zehnmal gesehen hast
„Leon der Profi“, „Das fünfte Element“

2. Ein Film, den du mehrfach im Kino gesehen hast
„Star Wars Episode 1″

3. Nenne eine/n Schauspieler/in, wegen dem/r Du eher geneigt wärst, einen Film zu sehen
Nicolas Cage, Natalie Portman

4. Nenne eine/n Schauspieler/in, wegen dem/r Du weniger geneigt wärst, einen Film zu sehen
Shia LaBeouf

5. Ein Film aus dem Du regelmäßig zitierst
Ich zitiere nur das wahre Leben.

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Games: LEGO HARRY POTTER – DIE JAHRE 1-4 (XBox 360)

Spiele zu Kinofilmen sind größtenteils ziemlicher Müll. Das war schon damals so (kennt noch jemand „Texas Chainsaw Massacre“ für Atari 2600?), das ist auch heute nicht anders, wenn die Grafik auch besser ist. Als vor „einigen“ Jahren „Harry Potter & der Stein der Weisen“ im Kino anlief, gab es selbstverständlich auch die passende Software dafür, seinerzeit für die PlayStation 1. Das waren noch Zeiten – und irgendwie gar keine so schlechten. Natürlich war „damals“ der Potter-Hype noch frisch, die bis dahin erschienenen Bücher frisch gelesen, der Film grad gesehen – da wird dann so ein Spiel sowieso mit ganz anderen Augen gesehen, oder anders gesagt: Das Spiel hat doch erstaunlich viel Spaß gemacht und selbst nervige Passagen wurden geduldig gemeistert. Aber insgesamt lässt sich festhalten: Ein erstaunlich gutes Spiel zum Film bzw. Buch, launige Fahrten mit der Lore durch Gringotts, die gute Umsetzung vom Quidditch-Spiel sowie die Detailverliebtheit lassen auch jetzt noch in mir den Wunsch aufkommen, das Spiel noch einmal zu spielen.

Zehn Jahre später: Obwohl es seitdem noch viele andere Potter-Spiele auf den Markt gebracht haben, habe ich keines davon gespielt. Erst jetzt, nachdem man ja viel Gutes über die Lego-Spiele hört und „Lego Harry Potter: Die Jahre 1-4″ im Angebot war, habe ich es mal wieder gewagt. Da dieses Spiel ja auch die Geschehnisse aus „der Stein der Weisen“ behandelt, hat man ja einen ganz guten Vergleich zum ersten Potter-Spiel – die gleiche Geschichte, anders erzählt. Dabei ist das Prinzip nach zehn Jahren das gleiche: Man hüpft und rennt durch Hogwarts, zaubert hier und da und sammelt fleißig Münzen – was ja eigentlich Quatsch ist, da Harry sowieso reich ist und keine Münzen braucht. Im ersten Spiel sammelte man Bertie Botts Bohnen, die überall herumlagen, machte zwar einersetis mehr Sinn, ist aber andererseits auch völlig egal, was man da nun sammelt. In jedem anderen Jump&Run sammelt man irgendwas, der Sinn ist der gleiche, es sieht nur anders aus. Während das Gameplay also an und für sich nichts Neues ist, sind es die zusätzlichen guten Ideen, die das Spiel bereichern. Die Ansiedlung in der Lego-Welt erlaubt es, fast alles, was auch aus Legosteinen in den Leveln gebaut ist, zu zerlegen und teilweise dann wieder neu aufzubauen, man kann sein eigenes Lego-Männchen erstellen und damit spielen (wenn auch die Design-Möglichkeiten arg begrenzt sind), desweiteren gibt es einen Leveleditor. Nach jedem Level steht dieses außerdem zum erneuten, freien Spiel zur Verfügung, denn es gibt genug zu entdecken, sammeln und Schüler zu befreien, was man vielleicht beim ersten Durchspielen nicht gleich findet. Und je mehr man findet, desto mehr weitere Möglichkeiten hat man. So schalten die goldenen Legosteine zusätzliche Bonuslevel frei. Eulen, die man während des Spiels mit gefundenen Paketen losschickt, bringen diese dann in die Winkelgasse, in der man diese Pakete kaufen kann, was einem noch das ein oder andere nette Gimmick beschert. Die gesamte Präsentation, insbesondere aber die witzigen Zwischensequenzen kann als gelungen bezeichnet werden.

Wo „Lego Harry Potter – Die Jahre 1-4″ aber seinen großen Trumpf ausspielt, das ist der Zweispielermodus. Spieler Nummer Zwei kann sich jederzeit ins laufende Spiel einklicken und übernimmt dann die Rolle des Dreierteams (Harry, Ron, Hermine), die grade frei ist. Fortan rennt man zu zweit durch Britannien, sammelt Münzen, löst kleine Rätsel und zaubert ein wenig rum. Der Clou dabei ist der dynamische Splitscreen, der sich jederzeit dem jeweiligen Aufenthaltsort der Spielfiguren anpasst und dementsprechend auch zu einem Screen „verschmilzt“, wenn beide Figuren nah beieinander stehen. Am meisten Spaß macht der Titel also zu zweit und ist damit gut geeignet, um auch mal mit der Freundin gemeinsam ein Spiel zu spielen, wenn diese sich sonst nicht so für die Konsole interessiert. Natürlich ist das Spiel aber auch was für die jüngere Generation, denn vor unlösbare Aufgaben wird man hier nicht gestellt, und die Lego-Zielgruppe werden sicherlich nicht die über 50-jährigen sein.

Der Troll auf dem Mädchenklo
„Harry Potter und der Stein der Weisen“, PS1
http://youtu.be/kUI1PDmfJhA?t=3m7s

„LEGO Harry Potter, Die Jahre 1-4″
http://youtu.be/7_Tn3NoCPEM?t=3m44s

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