Archiv für den Monat Dezember 2009
ATM – Der Film 2009

Es ist wieder so soweit. Das zweite Jahr atm geht seinem Ende zu, doch bevor es dann im Januar soweit ist, wollen wir den im letzten Jahr eingeführten Brauch fortführen und den Film des Jahres wählen.
Wie auch schon im letzten Jahr, nehmen nur hier im Blog erwähnte Filme teil, will heißen, Filme mit einer Review auf atm. Zum einen, weil das halt die Filme sind, die ich gesehen habe und zum anderen: Ich will ja schließlich keinen Film zur Wahl stellen, den ich selber gar nicht kenne.
Ich will es mir aber nicht nehmen lassen, ein paar Worte vorweg zu sagen. Bei den großen Namen hätte man eigentlich davon ausgehen müssen, dass dieses Jahr ein besseres Kino-Jahr ist als das letzte – meine (!) Bewertungen allerdings lesen sich da doch ein klein wenig anders. Während es im letzten Jahr 21 Filme waren, die zur Auswahl standen und in diesem Jahr 27, so spricht der Bewertungsschnitt für 2008: Mit 7,0/10 Punkten liegt dieser knapp vor 2009 mit durchschnittlich 6,79/10 Punkten. Und das, obwohl 2008 “Perlen” dabei waren wie Akte X 2 oder Der Tag, an dem die Erde stillstand. Aber auf der anderen Seite haben wir 2009 den Tiefpunkt des Jahres enthalten: Transformers 2.
Kurzkritik: SOUL KITCHEN [2009]


“Wie heißt der Laden?”
- “Soul Kitchen!”
“Soul was?”
- “Soul Kitchen, wegen Soul Musik und so, weißte?”
Soul [soʊl]: 1. engl. Seele; 2. der; -s; nur Sg; eine Form von Musik, die besonders von Schwarzen gemacht wird und viel Gefühl ausdrückt (Soulmusik)
kitchen [ˈkitʃin]: engl. Küche
Das Leben ist, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu machen: Das wird sich Zinos wohl auch das ein oder andere Mal während der Geschehnisse des Films gedacht haben. Seine Freundin zieht nach Shanghai, sein Bruder, der Freigang aus dem Gefängniss erhält, bittet ihn um einen Alibi-Job, das Finanzamt fordert eine Nachzahlung und nachdem er sich bei dem vergeblichen Versuch, seine Spülmaschine zu transportieren einen Bandscheibenvorfall zugezogen hat und krankheitsbedingt einen neuen Koch einstellen muss bleiben auch noch die Gäste aus. Zu allem Überfluss will ihm auch noch ein alter Schulkollege, der jetzt “in Immobilien” macht, sein Restaurant “Soul Kitchen” abkaufen – und schickt ihm wenn’s sein muss auch das Gesundheitsamt auf den Hals. Und eigentlich würde Zinos am liebsten seiner Freundin nach Shanghai folgen…
Viel los also in 99 min in Fatih Akins neuem Film Soul Kitchen, seiner ersten Komödie nach Gegen die Wand und Auf der anderen Seite. Er selber bezeichnet den Film dabei als “modernen Heimatfilm”, bei dem “die Heimat ein Restaurant” ist. Zum einen das, zum anderen hat es ihm augenscheinlich Hamburg angetan, denn auch Zinos wird Hamburg trotz seiner Liebe zu Freundin Nadine nicht verlassen. Auch wenn er kurzzeitig ernst macht und schon am Flughafen ist, so wäre er doch nie in Shanghai geblieben – hätte er es wirklich ernst gemeint, er wäre schon viel früher geflogen. Doch nicht nur in Hamburg hält es ihn: Sein Restaurant “Soul Kitchen” ist sein ein und alles. Auch wenn alles den Bach runtergeht und sich die Anzahl der Gäste bei +/- 0 bewegt, verkauft er es nicht. Die Heimat ist nicht nur das Restaurant, auch die Stadt, in der es ist.
Trailer: SOLOMON KANE

Auch wenn der Trailer recht interessant aussieht und der Film ein ansehnliches Fantasy-Spektakel werden könnte: Ich werde das Gefühl nicht los, dass das, was aussieht wie eine Mischung aus Van Helsing und Constantine sich qualitativ an Erstgenanntem orientiert. Aber hoffen will ich das nicht.
(YouTube)
TV-Tipp: DIE ERDMANNS


Da Erdmännchen, neben Pinguinen natürlich, die coolsten Tiere sind wo gibt, gibt es diesmal einen TV Tipp, obwohl die entsprechende Sendung auf RTL kommt. Die Erdmanns lautet der deutsche Titel der britischen Sendung Meerkat Manor. Die Serie dokumentiert die zehnjährige Forschungsarbeit einer Universität und ist eine Art “Big Brother” in der Wüste: 24h am Tag wird die Erdmännchen-Familie Erdmann von Kameras gefilmt. Zusammengeschnitten fürs TV, ist so eine Art Soap-Opera mit Erdmännchen entstanden.
Obwohl sich RTL die Mühe gemacht hat, die Serie, die ursprünglich Und täglich grüßt das Erdmännchen hieß, mit Dirk Bach neu zu synchronisieren, wird das ganze über die Feiertage vormittags weggesendet, damit es bloß keiner schaut.
Die ersten vier Folgen sind zwar schon vorüber, diese kann man sich aber über RTL now noch kostenlos anschauen. Die übrigen Sendetermine sind wie folgt:

Die Erdmanns, 13 Folgen à 20 min, RTL:
26.12.2009 ab 09:25 Uhr, drei Folgen
27.12.2009 ab 09:10 Uhr, zwei Folgen
31.12.2009 ab 09:15 Uhr, zwei Folgen
01.01.2010 ab 09:35 Uhr, zwei Folgen
Zur Einstimmung jedenfalls hier ein kleiner Erdmännchen-Clip, wenn auch nicht der Serie entnommen:
(YouTube)
Frohes Fest!

Euch allen, Lesern, Freunden, Bekannten und zufällig Hergefundenen ein frohes Weihnachten 2009 und schon jetzt einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Kurzkritik: AVATAR – AUFBRUCH NACH PANDORA 3D [2009]

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“Sie eröffnen das Feuer!”
- “Soll das ein Witz sein?”
12 Jahre, nachdem James Cameron die Titanic absaufen ließ meldet er sich nun zurück mit einem Film, der “das Kino revolutionieren” soll. Computerprogramme und ganze Aufnahmetechniken wurden für den Film neu entwickelt, so dass der Film letztendlich auf Produktionskosten von stolzen 237 Millionen Dollar gekommen ist – der viertteuerste Spielfilm aller Zeiten [via]. Hat sich der Aufwand gelohnt? Ist Avatar tatsächlich eine Revolution des Kino?
Inhaltlich mit Sicherheit nicht. Ein Eingeborenenvolk, welches von einem anderen Volk bedroht wird, eine verbotene Liebe, eine Geschichte um Vertrauen, ein großes Finale – Drama, Baby. Das alles ist irgendwo zwischen Der mit dem Wolf tanzt und Pocahontas im Weltall angesiedelt und funktioniert in Folge dessen auch wunderbar auf der Erde, beispielsweise in einem Western. Oder, abgesehen von der Völkermordgeschichte, ist das irgendwo auch die Basis jeder Rom-Com. Vom Tiefgang her wäre das auch das gleiche Niveau, denn wirklich berühren können selbst emotionale Szenen nicht – sei es aufgrund der Computeranimation oder nur, weil dieser Part irgendwie zu routiniert abgespult wirkt. Und so ist das nun auch kein wirklicher Vorwurf an die Story an sich, dass Avatar hier nicht punkten kann, sondern eher an die Ausführung. Zu schnell wird sich hier vertraut, verliebt, zerstritten, versöhnt. Und das, obwohl der Film 160 min geht.
